Die Stimmen zur Straßen-DM der Männer

Denz: “In der letzten Runde waren alle stehend k.o.“

Von Joachim Logisch und Paul Grosch aus Bad Liebenstein

Foto zu dem Text "Denz: “In der letzten Runde waren alle stehend k.o.“"
Nico Denz (Red Bull - Bora - hansgrohe) | Foto: Christian Heilwagen

28.06.2026  |  (rsn) – Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) hat sich bei den Deutschen Straßenmeisterschaften seinen ersten Titel gesichert. Der Vorjahreszweite setzte sich nach schweren 191,6 Kilometern des Straßenrennens in Bad Liebenstein im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe vor Lennart Jasch (Tudor) und Nico Denz (Red Bull – Bora – hansgrohe) durch. Engelhardt war zuvor abgehängt worden und hatte erst auf dem Schlusskilometer wieder den Anschluss an seine Konkurrenten geschafft.

Hinter Zeitfahrmeister Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) kam Titelverteidiger Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) auf den fünften Platz.

Wir haben im Ziel Stimmen gesammelt:

Felix Engelhardt (Jayco – AlUla / Sieger / Ziel-Interview / MDR):
“Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, davon träumt jeder, im Meistertrikot zu fahren, vor allem, wenn man damit zur Tour fährt. Das ist was ganz Besonderes. Ich hatte die letzte Runde schon sehr zu kämpfen und war schon kurz vor einem Krampf und mich hat es dann oben irgendwann über die ganzen Wellen abgehängt. Da dachte ich schon, ‘Oh, Mist, jetzt wird’s eng‘, weil ich dann doch eine ganz gute Lücke in die Abfahrt rein hatte. Aber ich bin dann einfach maximales Risiko runter und die vorne haben sich ein bisschen angeschaut. Gerade zur flamme rouge bin ich dann von hinten wieder rangerollt und dann war ich bei Politt am Hinterrad. Und das ist ja das Beste, was man im Sprint haben kann – und dann habe ich irgendwo noch ein Bein gefunden.

Lennart Jasch (Tudor / Zweiter / RSN / Pressekonferenz):
"Es war dann so, dass alle gesagt haben, das mit den Attacken bringt nix. Wir fahren jetzt zusammen zum Sprint. Das war dann wahrscheinlich das Glück für Felix, dass er dann nochmal zurückgekommen ist. Er kam mit so viel Geschwindigkeit von hinten, dass keiner von uns vorne mehr eine Chance hatte. Damit hat er taktisch alles richtig gemacht. Er war auch stark genug, um am Ende noch vorne zu bleiben. Damit hast du verdient gewonnen, Felix. Herzlichen Glückwunsch!“

Nico Denz (Red Bull – Bora – hansgrohe / Dritter / Pressekonferenz):
“In der letzten Runde waren alle stehend k.o. und jeder hat alles in die Waagschale geworfen, was er noch im Tank hatte, auch wenn es nicht viel war. Alle fünf, die am Ende vorne waren, waren die Stärksten. Es war kein Rennen, bei dem es einen glücklichen Sieger gab – alle, die vorne waren, hatten es verdient. Und ich denke, wir haben einen verdienten Deutschen Meister.“

Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché / Fünfter / RSN):
”Ich habe mich am Anfang nicht so gut gefühlt, im Finale war ich aber einer der Besten. Im Sprint habe ich die Kurbel nicht mehr rumbekommen. Vielleicht war ich wieder einen Gang zu dick. Bis auf die letzten 200 Meter ist es richtig gut gelaufen. Nico (Denz) war vorn, ich habe drei, vier Meter Loch gelassen, so dass ich draufrollen kann. Aber wenn man die Kurbel nicht mehr rumbekommt, hilft die gute Position im Finale auch nichts.“

Tim Torn-Teutenberg (Lidl – Trek / Sechster / RSN):
“Ich hätte mir gewünscht, dass wir bei dem Wetter eine Runde weniger fahren. Das hätte mir auf jeden Fall weitergeholfen. Je länger es wird, desto schwerer wird es für mich. Ich denke, wir haben es gut gemacht, auch mit Lenny (Kämna), als er attackieren gegangen ist. Ich denke, das war gut. Ich habe versucht, ein bisschen zu stören, so dass kein richtiger Flow reinkommt, aber ohne, dass es irgendwie zu viel wird. Wir haben es gut gespielt und am Ende hat es uns etwas gekostet. Hätten sie sich ein bisschen länger angeguckt hinten raus, wären wir beide noch mal wieder gekommen und dann kann das Ganze auch anders aussehen. Ich denke, im Sprint hätte ich die im Griff gehabt.“

Lennard Kämna (Lidl – Trek / Achter / RSN):
“Ich habe alles in meine Attacke gesetzt. Als ich eingeholt wurde, war das Rennen mehr oder weniger für mich gelaufen. Ich habe dann versucht, am letzten Berg meinen Rhythmus zu finden, um vielleicht so halb dranzubleiben. Aber jede Attacke konnte ich nicht mehr mitgehen.“

Jasha Sütterlin (Jayco - AlUla / RSN):
“Ich habe versucht, alles zu covern, was die ersten zwei, drei Runden zu covern war. Gerne hätte ich noch zwei Runden länger durchgehalten, aber mir hat es dann den Stecker gezogen und dann war ich auch abgehangen. Ich bin superhappy für Felix. Ich habe getan, was ich konnte und er hat es richtig gut umgesetzt am Ende.“

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