RSNplusAuf 13. Vuelta-Etappe wacker geschlagen

Fisher-Black: 40 Grad, van Aert in der Gruppe, Platten im Finale

Von Tom Mustroph aus Loja

Foto zu dem Text "Fisher-Black: 40 Grad, van Aert in der Gruppe, Platten im Finale "
Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) | Foto: Cor Vos

04.09.2026  |  (rsn) - Erstmal durchatmen im Ziel, schnell Flüssigkeiten die Kehle runter spülen – das waren die ersten Aktivitäten von Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe), als er den Zielstrich im brütend heißen Loja erreicht hatte. 192 Kilometer unter Andalusiens heißer Sonne lagen hinter dem Neuseeländer.

Die meisten davon hatte er in den diversen Fluchtgruppierungen des Tages zugebracht. “Es war einfach brutal, um ehrlich zu sein“, blickte er gegenüber den Reportermikrofonen zurück. "Es war sehr heiß. Und gleich vom Start weg gab es immer wieder Attacken. Es sah so aus, als wollte jedes Team so viele Leute wie möglich in der Gruppe unterbringen. Und da dachte ich, es würde ein großartiger Tag werden. Also versuchte ich auch, in die Gruppe zu kommen“, fasste er die Anfangsphase der 13. Etappe zusammen. ___STEADY_PAYWALL___

Das gelang Fisher-Black ziemlich gut. Seine Beine liefen, sein Optimismus wuchs. Er ließ sich auch nicht von der Hitze einschüchtern. “Ich glaube, ich hatte heute 30 Flaschen. Ich habe, so oft ich konnte, Wasser über mich geschüttet und Eis genommen, wann immer es welches gab. Das ist das einzige, was man wirklich tun kann“, meinte er.

30 Flaschen über Kopf und Körper geschüttet

Die Entscheidung, in die Gruppe zu gehen, war auch unter Kühlungsgesichtspunkten keine schlechte. Für die Männer vorn klappt die Versorgung meistens besser. Fisher-Blacks Zuversicht nahm Kilometer für Kilometer, Kuppe für Kuppe zu. Er profitierte auch davon, dass der Belgier Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) viel Dampf machte, um von der Verfolgergruppe ganz nach vorn zu kommen. Fisher-Black schwamm mit.

Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) schaut sich auf der 13. Etappe der Vuelta a Espana nach seinen Konkurrenten um. | Foto: Cor Vos

Ihm schwante allerdings auch schon Böses. Auf die Frage von Eurosport, ob es vorteilhaft gewesen sei, dass van Aert in der zweiten Gruppe war und so viel Ehrgeiz daran setzte, vorn aufzuschließen, entfuhr ihm der Satz: “Ich würde es immer ohne ihn vorziehen.“

Zu sehr Sieggarant ist der Belgier schließlich – und deshalb ein nicht sonderlich gern gesehener Begleiter für Profis mit eigenen Ambitionen. “Aber klar, er brachte uns nach vorn“, ordnete er die Situation auch richtig ein. Trotz van Aert in der Gruppe schöpfte Fisher-Black im weiteren Verlauf des Res immer mehr Zuversicht. “Ich konnte gut über die Anstiege folgen“, erzählte der 24-Jährige.

Höhenmeter herunterzählen

Am letzten großen Brocken vor dem Ziel, dem Puerto de Granada, gingen ihm dann aber doch fast die Lichter aus. “Ich schaute auf mein Garmin, wie lang der Anstieg noch ging und zählte es dann einfach nur herunter. Ich litt dort jede Menge“, gab Finn Fisher-Black. Aber der Neuseeländische Zeitfahrmeister biss sich durch. “Das Ziel war, einfach rüberzukommen und dann das Spiel um den Etappensieg mitzuspielen.“

Da war der Red-Bull-Profi natürlich taktisch eingeklemmt zwischen den beiden Visma-Fahrern van Aert und Matthew Brennan. “Ich denke, ich hatte die Beine heute. Vom Start weg fühlte ich mich gut. Im Finale war es dann vor allem eine taktische Frage. Aber sich von den beiden wegzuschleichen war unmöglich“, gab er zu.

Bei glühender Hitze zeigte der Neuseeländer eine starke Vorstellung und belegte trotz Platten im Finale den sechsten Platz. | Foto: Cor Vos

Fisher-Black hatte dann sogar noch die richtige Nase und versuchte Van Aert bei dessen letztlich siegbringenden Antritt zu folgen. Aber der Belgier war explosiver, nur Bergfloh Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step) konnte folgen.

Sitzsprint mit Plattfuß

Fisher-Black blieb dann nichts anderes übrig, als in der kleinen Verfolgergruppe um Platz drei zu sprinten. Das unternahm er noch mit einem Defekt. “Die letzten zehn Kilometer hatte ich Platten. Ich hab dann noch versucht, im Sitzen zu sprinten.“ Rang sechs sprang heraus.

Es war ein Tag, den Fisher-Black wohl nicht so schnell vergessen wird. Die Plagen, die sich ihm entgegenstellten, war schließlich enorm: Ein Wout van Aert in der Fluchtgruppe, eine Hitze, die die Fahrer fast vom Asphalt hinwegzuschmelzen drohte, und dann noch der Platten im Finale.

Da kann man nur gespannt sein, was der Neuseeländer zu leisten vermag, wenn sich ihm mal ein paar Hindernisse weniger entgegenstellen.

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