Neunmal nah dran - auch bei der Lombardei-Rundfahrt

Ciccones letzter Auftritt als Lidl - Treks Podiumsgarant

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Ciccones letzter Auftritt als Lidl - Treks Podiumsgarant"
Versöhnt geht Giulio Ciccone (Lidl - Trek) in die Offseason. | Foto: Cor Vos

10.10.2026  |  (rsn) Zum neunten Mal fuhr Giulio Ciccone (Lidl - Trek) in dieser Saison als einer der ersten drei über den Zielstrich, doch auch zum neunten Mal war er dabei nicht der Erste. Nach seinem um Millimeter verpassten Europameisterschaftstitel vergangenes Wochenende landete Ciccone bei der Lombardei-Rundfahrt (1.UWT) wie schon 2024 auf dem dritten Platz. Im Gegensatz zu seiner Niederlage gegen Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) in Ljubljana musste sich der 31-Jährige dieses Mal immerhin nicht ärgern.

"Ich habe mich heute nicht super gefühlt. Als ich sah, wie (Paul) Seixas (Decathlon - CMA CGM) am Civiglio losgefahren ist, habe ich recht schnell gemerkt, dass ich heute - sagen wir mal - nicht um den Sieg kämpfen würde. Ich bin aber wirklich glücklich und auch stolz. Ein Rennen so zu beenden, wenn man keinen guten Tag hat, ist glaube ich auch etwas Gutes”, resümierte der Italiener seinen Saisonabschluss gegenüber CyclingProNet.

Die Frage, was wohl mit guten Beinen möglich gewesen wäre, konnte auch der Wahl-Monegasse nicht so recht beantworten. Immerhin waren er und Enric Mas (Movistar) die einzigen, die wenigstens für kurze Zeit dem späteren Sieger Paul Seixas am Civiglio folgen konnten. Als das Duo Mas/Ciccone das Tempo des Franzosen nicht mehr mitgehen konnte, arbeiteten sie gut zusammen, konnten den Abstand aber nicht mehr reduzieren. Am letzten Anstieg musste Ciccone auch Mas ziehen lassen, rettete sich aber noch vor den Verfolgern ins Ziel.

"Vielleicht habe ich da einen kleinen Fehler gemacht"

Trotz des versöhnlichen Saisonabschlusses konnte er sich bei seinem dritten Monument-Podium kein ganz fehlerfreies Zeugnis ausstellen: “Am Civiglio war ich am Limit und vielleicht habe ich da einen kleinen Fehler gemacht, indem ich versucht habe, ihm (Seixas) zu folgen. Vielleicht wäre es besser gewesen, mir das Rennen etwas besser einzuteilen, aber Paulwar heute am Anstieg einfach auf einem anderen Niveau.”

Seine Konkurrenzfähigkeit hat der erfahrene Italiener aber einmal mehr unter Beweis gestellt – wenigstens erst bei der Podiumszeremonie bekam er dann den Altersunterschied zum Sieger zu spüren: "Ehrlich gesagt habe ich mich auf dem Podium ziemlich alt gefühlt, als sie gesagt haben, dass er 20 ist. Ich erinnere mich noch daran, als ich 21 war und meine erste Giro-Etappe gewonnen habe – das war damals ein riesiger Moment für mich", erzählte er nach dem Rennen.

Für Ciccone war es aber nicht nur das letzte Rennen der Saison, sondern auch sein letzter Auftritt im Trikot von Lidl - Trek. Nach acht Dienstjahren verlässt er seinen Arbeitgeber vorzeitig, der Vertrag wäre noch bis Ende 2029 gelaufen. Wohin Ciccone wechselt, ist jedoch noch nicht offiziell. Gerüchten zufolge könnte er nächstes Jahr an Tom Pidcocks Seite bei Pinarello - Q36.5 fahren. Seine letzten beiden Rennen dürften ihm in den Vertragsverhandlungen auf jeden Fall nicht geschadet haben.

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