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12.10.2026 | (rsn) – Der Aufbau der Tour of Guangxi (2.UWT) ist auch in ihrer siebten Auflage einfach: Sprinter bekommen fünf Chancen, das Klassement wird am 3,2 Kilometer langen und zum Schluss extrem steilen Nong La entschieden. Der wurde dieses Mal ganz ans Ende der Rundfahrt gestellt. Insofern darf man sich auf den ersten fünf Teilstücken auf ein Duell zwischen Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM) und Paul Magnier (Soudal – Quick-Step) einstellen, die die Sprinterriege anführen. Max Kanter (XDS – Astana), Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Arvid de Kleijn (Tudor) gehören zu jenen Fahrern, die das Topduo auf der Zielgerade sicherlich ärgern möchten.
Einen Favorit für die Gesamtwertung auszumachen ist gefährlich, denn beim Saisonende gab es oft Überraschungen. In den ersten drei Ausgaben hießen die Sieger Tim Wellens, Gianni Moscon und Enric Mas. Nach der dreijährigen Corona-Pause schlugen Milan Vader, Lennert Van Eetvelt und Paul Double (Jayco – AlUla) zu. Die beiden Belgier und der Vuelta-Sieger gehörten bei ihren Erfolgen sicher zu den Favoriten, die anderen drei Editionen sicherte sich Außenseiter.
Trotzdem überstrahlt Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) das Teilnehmerfeld. Der MTB-Weltmeister und -olympiasieger ist auch Mitte Oktober noch sehr gut in Form und landete bei seinen seit Anfang September letzten acht Einsätzen siebenmal unter den besten Sieben. Der explosive Anstieg zum Nong La sollte dem Briten liegen und so scheint sein erster WorldTour-Rundfahrtsieg in greifbarer Nähe.
Doch wie erwähnt, die Ausreißer lauern in China auf ihre Chance – und von denen gibt es auch in diesem Jahr genug. Titelverteidiger Double steht erneut auf der vorläufigen Startliste. Seine Form ließ zuletzt aber zu wünschen übrig. Mit Vader ist ein weiterer ehemaliger Sieger dabei, für den allerdings das gleich wie für den Briten gilt. Außerdem wird er sich in Pidcocks Dienste stellen müssen.
Red Bull – Bora – hansgrohe kommt wie so oft mit einer in der Breite starken Mannschaft. Maxim Van Gils, Adrien Boichis und Emil Herzog ist etwas zuzutrauen. Zahlenmäßige Überlegenheit lässt sich im einzigen nennenswerten Berg der Rundfahrt aber kaum ausspielen, dafür ist die Anfahrt zu flach und der Berg zu kurz. Es wird ein “Survival of the fittest“.
Der fitteste beim Cro Race (2.Pro), wo auch Herzog und Boichis geglänzt haben, war Ende September überraschenderweise der Neoprofi Tobias Svarre (Uno-X Mobility). Der Däne konnte seine Beine seitdem schonen und hat in Guangxi die Gelegenheit, zum nächsten Coup auszuholen. Mit Jarno Widar (Lotto – Intermarché) schickt sich ein weiterer Neo an, ein Topresultat zu erzielen.
Der Belgier sprintete bei Tre Valle Varesine (1.Pro) Pidcock und Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) nieder und feierte so seinen ersten Sieg als Berufsradfahrer. In der Lombardei ging ihm zum Schluss ein wenig die Puste aus und er musste mit Rang 13 zufrieden sein. Ähnlich lange und schwere Etappen wird es in China aber nicht geben.
Im zweiten Profijahr bestätigte Léo Bisiaux (Decathlon – CMA CGM) seine starke Debütsaison. Der Franzose hat nach Platz 12 bei der Vuelta a Espana nur einen Renntag absolviert – und den schloss er bei der EM als Neunter ab. Die Form stimmt also noch und wie Pidcock hat auch Bisiaux einen ausgeprägten Cross-Hintergrund, der ihm die nötige Explosivität hinauf zum Schlussberg garantiert. Ebenfalls im zweiten Profijahr ist Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) unterwegs. Dem Portugiesen liegen extrem steile Anstiege. Nachdem es nach Platz 6 beim Giro still um ihn wurde, meldete er sich zuletzt als Neunter beim GP du Montreal (1.UWT) und Siebter bei Gran Piemonte (1.Pro) wieder zurück.
Zu guter Letzt seien zwei Routiniers erwähnt: Kevin Vauquelin (Netcompany – Ineos) hatte nicht die Tour de France, die er sich erhofft hatte. Dafür glänzte er Mitte September als Etappen- und Gesamtsieger des Il Giro d’Abruzzo (2.1). Die EM beendete der Franzose auf Position 14. An der nahm Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates - XRG) natürlich nicht teil. Der Ecuadorianer trat bei italienischen Herbstrennen an und wurde dort zweimal Neunter. Dabei stellte er sich allerdings in den Dienst der Mannschaft. In China wird er für niemanden in den Wind müssen – und dann ist Narvaez immer gefährlich!
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