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14.06.2004 | Zum 7. Mal öffnete das BIKE-Festival in Willingen für Jung und Alt seine Pforten. Schon in den frühen Morgenstunden schwärmten die Besucher am vergangenen Freitag bei einem leichten Lüftchen und Sonnenschein in die Expo-Area aus, um die Neuheiten und 460 Marken der 162 Aussteller zu bestaunen und zu testen. Viele trafen ihre Idole aus der Bike-Szene. Freeridestars wie Darren Berrecloth, Matt Hunter, Gareth Dyer und Red Bull Rampage-Gewinner Tyler „Super T“ Klassen schrieben sich die Hände wund mit Autogrammen.
Eine rauschende Premiere feierte der Scott Nitrous Freeride. Die faszinierten Zuschauer erlebten ein Rennen der Extraklasse, das mit einem Novum aufwartete: erstmals wurde ein Le Mans Start veranstaltet, bei dem die Starter zu ihren Bikes sprinten mussten. Ein Rückgriff auf die Traditionen des Mountainbikens. Schon bei den ersten Weltcups und Freeride-Marathons wurde diese Art des Massenstarts praktiziert. Insgesamt 44 Starter stellten sich der Herausforderung am Ettelsberg, und wurden mit einem außergewöhnlichen Rennen belohnt. Szenegrößen wie Arne Tschugg, Timo Pritzel, Stefan Herrmann, Tibor Simai, Holger Meyer und Manfred Stromberg mussten im Duell gegen die Jedermänner ihre Klasse beweisen. Die Starter legten zuerst eine 100 m lange ebene Strecke zurück, bei der nur die Power in den Beinen zählte. Dann folgte der technische Teil. Die Racer preschten den von Anliegern und Tables gespickten Trail herunter und lieferten sich waghalsige Duelle in bester 4X-Manier beim Kampf um den ersten Platz. Arne Tschugg führte hier das Feld an, gefolgt vom 40-jährigem Mountainbike-Urgestein Stefan Herrmann. Im 3. Teil raste das Feld über Wiesen auf das Ziel zu, wo sich Stefan Hermann und der Youngster Derek Bahlo einen harten Fight lieferten. Im Zielsprint hatte Bahlo das letzte Quäntchen mehr Kraft in den Beinen und ließ Herrmann und den zurückgefallenen Arne Tschugg hinter sich. Bei den Damen konnte sich Christiane Rumpf vor Anja Jerenko und Sonja Granzow klar durchsetzen.
In einer brechend vollen Willinger Eislaufhalle erlebten die Freeride-Fans die großartige Weltpremiere von „The Collective“. Die Freeridestars Darren Berrecloth, Matt Hunter, Steve Romaniuk und Red Bull Rampage-Gewinner Tyler „Super T“ Klassen präsentierten die von adidas eyewear unterstützte Vorführung. Die Zuschauer und auch die Fahrer, die das Werk zum ersten Mal sahen, waren begeistert. Mit einem ganz neuen künstlerischen Stil, innovativer Kameraführung und sehr guten Ridern kann „The Collective“ sicherlich dem Vergleich mit Kultvideos wie „Kranked 5“ oder auch der „New World Disorder“-Reihe standhalten.
135 Starter und Starterinnen zeigten beim zweiten Rennen der Scott Junior Trophy-Serie 2004 ihre Klasse. Auf dem vereinfachten Testparcours mussten die hoffnungsvollen Nachwuchsbiker von 8 bis 15 Jahren bis zu 4 Runden absolvieren, bevor sie das Ziel überqueren durften. Angefeuert wurden die Jungstars von zahlreichen Eltern und Zuschauern.
Johannes Siegmüller setzte sich beim T-Mobile XC Rennen gegen den 19-jährigen Robert Mennen durch. Siegmüller, der als drittbester Deutscher beim Weltcup in Madrid abschnitt, konnte im Zielsprint triumphieren. „Ich schätze, daß ich einfach am Ende die besseren Beine hatte“, kommentierte der glückliche Sieger den Rennverlauf, der in einem spannenden Zielsprint nach 1:00:09 Stunden endete. Aber auch der Youngster Robert Mennen war froh über seinen zweiten Platz. Uwe Baum folgte ihm mit 43 Sekunden Abstand. Bei den Junioren konnte sich ein Tandem, bestehend aus Steffen Hys und Jan Zellman vom BIKE Junior Team, vom Peloton absetzen und in 50 Minuten und 39 Sekunden nach 3 Runden den Sieg für sich verbuchen. Drittplaziert wurde Christian Koch mit 5 Minuten und 50 Sekunden Rückstand. Der Weilheimer Gerhard Rauscher siegte in der Masters-Kategorie mit einer Endzeit von 57 Minuten und 26 Sekunden. Male Burschapers aus Eppstein überquerte bei den Damen nach 3 Runden in einer Zeit von 59 Minuten und 19 Sekunden die Ziellinie. Bei zeitweise strömenden Regen legten die Herren auf der T-Mobile Cross Country Strecke 16,8 km zurück, während in den übrigen Kategorien nur 3 Runden der 4,2 km langen, durch den aufgeweichten Boden und steile Anstiege sehr schwierigen Strecke. Doch das Publikum trotzte wie die Fahrer dem zeitweiligen Regen und feuerte die Teilnehmer geschlossen an.
Gleich drei Niederländer stellten ihre Klasse beim 4X-Finale Subaru Nachtsprints unter Beweis. Der Gewinner von 2002 Dennis Wissink konnte nach einem Jahr Pause die niederländische Vorherrschaft über das Rennen wiedererlangen. In einem spannenden Kopf an Kopf Rennen setzte er sich in dem hochkarätig besetzten Fahrerfeld gegen seine Landsmänner Ewond Stam und Rudy Karel durch. Der ehemalige deutsche BMX-Meister Tibor Simai erreichte zwar nur den dritten Platz, wurde aber durch den frenetischen Jubel besonders des weiblichen Geschlechts versöhnt. Nicht der bekannte Showmaster, sondern sein Namensvetter Rudy Karel fuhr auf den zweiten Platz. Bei den Damen triumphierte Ex-Downhill-Meisterin Sonja Granzow in einem packendem Finish vor ihren Landsfrauen Isabel Weiss und Stefanie Steinkirchner. Jedesmal, wenn das „Riders reeeaady“ der bekannten BIKE-Festivalstimme Sven Simon ertönte, antworteten die knapp 3.000 Zuschauer mit tosendem Beifall und peitschten die Fahrer über den von Diddie Schneider neu geshapten Parcours.
2.711 Mountainbiker stellten sich am Sonntag um 7:30 Uhr der Herausforderung beim Xenofit-BIKE-Marathon. Bei gefühlten Außentemperaturen von 5 Grad und der aufgeweichten, schlammigen Strecke war klar, daß es kein einfaches Rennen werden würde. Doch durch die tolle Stimmung unter Jedermännern, Profis und den zahlreichen Zuschauern wurden die regnerischen Außenbedingungen zur Nebensache.
Das Star-Aufgebot konnte sich sehen lassen: mit dem T-Mobile-Star Jochen Käß, dem Olympiaqualifikanten Carsten Bresser vom Ralph Denk Racing Team, Marathonprofi Karl Platt, Vorjahressieger Tobias Heimkreitner vom Team Corratec und Marathonseriensieger Mannie Heymans war eine wilde Hatz durch die Willinger Berge zu erwarten.
Durch Regenfälle am Vortag war die Strecke extrem verschlammt und mit tiefen Fahrrillen durchzogen. Trotz der widrigen Bedingungen konnte man jedoch hier und da ein Lächeln in den dreckverkrusteten Gesichtern der Fahrer erhaschen, wenn sie die begeisterten Zuschauer passierten.
Mannie Heymans und Andreas Strobl meisterten den schwierigen, kraftraubenden Kurs am besten und gingen auf der langen Runde mit großem Vorsprung in Führung. Heymans (Team Focus Race Division) konnte sich auf den letzten Metern absetzen und siegte unter dem Jubel der Zuschauer in einer Zeit von 5:04:08. Andreas Strobel kam mit einem Rückstand von 5:27 Minuten ins Ziel, während der Drittplazierte Stefan Schaufuß nach 5:12,07 Stunden das Rennen beendete.
Mit einem gewaltigen Vorsprung von gut 30 Minuten gewann die amtierende Europameisterin Birgit Jüngst vom Multivan Merida Bike Team souverän vor der ehemaligen Dualweltmeisterin Erika Csomor aus Ungarn und Sabine Grona vom neugegründeten Scott-Contessa Team.
Werner Wagner überquerte in einer Zeit von 5:39,27 die Ziellinie und sicherte sich somit knapp zehn Minuten vor Gerhard Dashuber und dem Belgier Luc van Roy den Sieg in der Masters Kategorie.
Ebenso souverän siegte in der vor zwei Jahren neu geschaffenen Senior Masters Kategorie Frans Verbeeck vor Ferdinand Ganser aus Heimertingen Eugen Krause-Kretschmer in sechs Stunden und neun Minuten.
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