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20.02.2006 | Tagesfahrlicht beeinträchtigt die Sicherheit von Fußgängern, Radfahrern und Motorradfahrern. Sie laufen Gefahr, durch die dann optisch verstärkte Dominanz mehrspuriger Kraftfahrzeuge noch weniger wahrgenommen zu werden. Dies erläuterte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Bergisch Gladbach während eines Kolloquiums der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zum Thema „Fahren mit Licht am Tage“, an dem neben dem ADFC auch Vertreter des Bundesverkehrsministeriums teilnahmen.
Bislang gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Belege für die Sicherheitsvorteile von Tagesfahrlicht. ADFC-Verkehrsexperte Detlev Gündel kritisierte, dass die BASt fast ausschließlich positiv gesinnte Studien zitiert. Gündel: „Die BASt-Studie ist in sich nicht schlüssig und vernachlässigt, dass Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer Sicherheitsnachteile befürchten müssen, da sie häufiger übersehen werden.“ Die Effekte des Tagesfahrlichts von Lkw und Pkw auf andere Verkehrsteilnehmer seien noch längst nicht klar identifiziert.
Gündel: „Tagesfahrlicht führt zu Blendeffekten, es überdeckt das Licht von Blinkern und trägt zur visuellen Überflutung bei.“ So sei beispielsweise eine Studie für die Insel Rügen, für die noch heute das Fahren mit Tagesfahrlicht propagiert wird und wo es stark beachtet wird, schon 1998 zu dem Ergebnis gekommen, dass die Unfallentwicklung sich kaum anders darstellt als in einem vergleichbaren Kreis, wo ohne Licht am Tage gefahren wird.
Nach Auffassung des ADFC sollte sich das Bundesverkehrsministerium vielmehr für die Umsetzung der Ziele des Europäischen Verkehrssicherheitsprogramms einsetzen. Gündel: „Eine wirksame Drosselung des Tempos auf unseren Straßen und eine effektive Durchsetzung des Alkohol- und Telefonierverbotes am Steuer bewirken weit mehr für die Sicherheit auf unseren Straßen.“
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