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12. Juni - Zwenkau/ Leipzig - Teilnehmer-Bericht

Neuseen Classics: "Einmal komm ich nur zum Frühstücken..."

Von Barnim-Biker

Foto zu dem Text "Neuseen Classics:
Geschafft! Jetzt auf zu Getränken, Bananen, Medaille, Bratwurst, Brause, Bier... Foto: sparkassen-neuseenclassics.de/ sportograf.de

17.06.2011  |  (13. 6., Zwenkau/ Ra) - Unbeirrt von allen medialen Breitseiten, segelt das (nicht mehr ganz so) stolze Schiff Radsport dank vieler engagierter Hobby-Renner in der Mannschaft weiter. Vergangenes Wochenende machte es im Hafen der Leipziger Neuseen fest.

Hier sah man einmal mehr, mit welchem Elan und Begeisterung viele Freunde des Radsports aktiv waren, um eine hervorragende Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Das liegt sicher auch daran, dass der Radsport rund um Leipzig eine lange Tradition hat: Schon in den 60er Jahren fuhren Spitzen-Radsportler "rund um die Braunkohle", und seit 2004 finden die "Neuseen Classics" statt.

Auch dieses Jahr waren tausende Radsportler ins Neuseenland gekommen - von der 3jährigen Nachwuchs-Hoffnung auf dem Laufrad bis zum Profi-Fahrer. Mit dabei auch über 3000 Jedermänner, die zur vierten Etappe des German Cycling Cup auf drei Distanzen an den Start gingen.

Angefeuert wurden sie in Zwenkau und den Dörfern entlang der Strecke von vielen begeisterten Zuschauern, die den ganzen Tag eine super Stimmung machten.

Doch nicht nur das Top-Rennrad-Feeling und die radsportverrückten Sachsen drängen viele Jedermänner schon frühzeitig auf die Anmelde-Seiten der Veranstalter, sondern auch die immer wieder perfekte Organisation der "Classics". Kaum angemeldet, wird man permanent per Email auf dem Laufenden gehalten. Die Strecken sind jedes Jahr hervorragend abgesichert und markiert, alles ist leicht zu finden, und überall hilfsbereite und freundliche Menschen. Nur fahren muss man noch selber...

Am Abend vor dem Rennen die obligatorische Pasta-Party: Zwei Sorten Nudeln, zwei Soßen - wer wollte, bekam beides zusammen. Dafür wurde aus der Flasche Bier vom vergangenen Jahr nur noch ein Becherchen. Schade, die Flasche konnte man gemütlich nach dem Rennen trinken; Bier vor dem Rennen ist nicht Jedermanns Sache. Auch der Starter-Beutel bot weniger Substanzielles, aber viel Werbe-Papier.

Der leichte Ärger verfliegt beim Betreten der Stadthalle: Hier kann der sparsame Radfreund kostenlos und einigermaßen bequem übernachten. Am nächsten Morgens sorgt eine eingeschworene Truppe für ein Frühstück, das es so bei keinem anderen Rennen gibt. Ein Extra-Danke an die engagierten Helfer, die das seit Jahren organisieren! Hier konnten die Radler, die in der Halle übernachteten (oder mit Wohnmobil in der Nähe standen), ab fünf Uhr (!) früh vom Müsli über belegte Brötchen bis hin zur selbstgemachten Marmelade oder selbstgebackenem Kuchen alles bekommen, was die Energiespeicher für das Rennen auffüllt.

Aber schließlich siegt der sportliche Ehrgeiz über den Wunsch, in diesem Schlaraffenland bis zum Mittag zu bleiben. "Einmal werde ich hier nur zum Frühstücken herkommen", sagt sich da der eifrige Biker. Noch aber ist er zum Fahren da...

Wenn die Sonne gerade so über die Dächer von Zwenkau kullert, also etwa um 7 Uhr 30, startet schon die erste Renner-Truppe über zwei 15-km-Runden. Die Strecke hat wenig Profil und viel Speed: Nach 45 Minuten ist es für manchen schon wieder vorbei. Aber es sind auch viele Rennluft-Schnupperer und Ruhig-Fahrer am Start.

Die Langstreckler werden nach dem zweiten Frühstück um neun Uhr auf die Reise geschickt. Ihnen liegen nun knapp 130 km zu Füßen, samt drei anspruchvollen Steigungen.

Dann kommen die Nachwuchsfahrer zu ihren Rennen. Als kleinen Höhepunkt gibt es auf der Zielgeraden ein Sprint-Duell zwischen Maximilian Levy und Rene Enders - Spitzensport zum Anfassen.

Um 10 Uhr 15 gehen die letzten Jedermann-Truppen an ihre Aufgabe. Durch die lange Pause können zugleich die Starter der 30 km auf die Strecke - auch das eine durchaus reizvolle Aufgabe. Aber auch die 70 km bieten ein breites Spektrum: sowohl was den Belag, die kurvige Streckenführung als auch das Profil angeht.

Es geht über breite Autostraßen und schmale Radwanderwege. Wer will (oder nicht anders kann), genießt die Ausblicke über die immer noch narbige Ex-Tagebau-Landschaft. Und immer wieder Zuschauer, die jeden Renner anfeuern.

Irgendwann ist man im Ziel, und erlebt das schöne Ende eines schönen Renntages: Getränke, Bananen, Medaille, auch Bratwurst, Brause, Bier. Und alle sind sich einig: Zwenkau - hier lebt der Radsport!

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