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15.07.2015 | (Ra) - Haben Sie vielleicht noch ein altes Rad im Keller oder in der Garage, das Sie seit Jahren auf Ebay verkaufen möchten - aber einfach nicht dazu kommen...
Es gibt eine bessere Verwendung für den treuen Drahtesel,
als im Keller herumzugammeln: Schicken Sie ihn nach Afrika! Ihr altes, noch funktionstüchtiges Rad (am besten mit breiten Reifen - die schlechten Straßen...) kann dort gute Hilfe zur Selbsthilfe leisten.
Anfang 2010 hatte der Student Johannes Wolf aus Oschatz in Sachsen die Idee zur Initiative "Fahrräder für Afrika". Dann dauerte es nochmal ein Jahr, bis der Verein eingetragen war, und loslegen konnte. Mittlerweile wurden neun Container mit jeweils 450 Rädern nach Namibia und Sambia verschifft - die letzte Lieferung gingen im Februar nach Tsumeb in Namibia.
Wenn die Fahrräder dort ankommen, beginnt die eigentliche Arbeit, erklärt Johannes Wolf: "Unser Ziel ist der Aufbau von Fahrrad-Werkstätten in Afrika, und die Ausbildung von Einheimischen zu Fahrrad-Mechanikern." Das soll die Grundlage zum Aufbau eines neuen Wirtschaftszweigs bilden, der den Afrikanern ein nachhaltiges Einkommen ermöglicht.
Wie ist Johannes Wolf gerade auf Fahrräder gekommen? "Der Mangel an Mobilität bremst den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwung in Afrika. Es gibt kaum öffentliche Verkehrsmittel, und Autos sind für viele unerschwinglich." Ein Fahrrad dagegen ist für die meisten Afrikaner ein erschwingliches und robustes Fortbewegungsmittel, so Wolf weiter.
"Ein Fahrrad vereint viele Vorteile",
weiß der Gründer der Initiative: "Die Betriebskosten sind - im Vergleich zu allen anderen Beförderungsarten im Afrika südlich der Sahara - am geringsten. Auf nicht asphaltierten Wegen kann ein Fahrrad viermal mehr transportieren als ein Fußgänger, und es fährt doppelt so weit und schnell." Ein Fahrrad eigne sich daher sehr gut, um die Infrastruktur-Probleme und den Mangel an Transportmitteln in Afrika zu kompensieren, sagt Wolf.
"Fahrräder für Afrika" ermöglicht verschiedenen Hilfsorganisationen im südlichen Afrika, von Einheimischen geführte Fahrradwerkstätten, sogenannte Bicycle Empowerment Centres (BEC) aufzubauen. Zentrales Element dieses Konzepts ist ein modifizierter Übersee-Container - zunächst als Sammelstelle, dann als Transportmittel, und schließlich als Fahrrad-Werkstatt.
Johannes Wolf: "Der Container wird durch Unterstützer in einem westlichen Land - wie etwa uns - mit bis zu 450 gebrauchten Fahrrädern, dazu Werkzeugen, Ersatzteilen, Werkbänken sowie Material für ein Dach zum Schutz vor Sonneneinstrahlung gefüllt." Der randvolle Container wird am Zielort ein neues Projekt: in Form einer Gemeinde-eigenen Fahrrad-Werkstatt.
Parallel dazu beginnt die Ausbildung
von Einheimischen zu Fahrrad-Mechanikern. In Namibia übernimmt das das "Bicycling Empowerment Network" (BEN) das bereits 2004 das "Bicycle Empowerment Centre" (BEC) -Modell zur Fahrrad-Distribution in Entwicklungsländern konzipiert hat.
"Ziel ist es, die zukünftigen Monteure zum nachhaltigen Bewirtschaften der Werkstatt zu befähigen", weiß Johannes Wolf: "Dazu zählt der Verkauf von Fahrrädern, die Fahrrad-Instandsetzung, und natürlich der Geschäftsbetrieb, der weiteren Waren-Einkauf und Angebots-Erweiterungen ermöglichen soll."
Der Aufbau einer Fahrrad-Werkstatt von der Ankunft des Containers bis zur vollständig selbstständigen Bewirtschaftung wird 18 Monate durch BEN Namibia begleitet.
In Walvis Bay arbeitet die von "Fahrräder für Afrika"
initiierte Fahrrad-Werkstatt "Cycles 4 Life" seit November vergangenen Jahres eigenständig. Die Mechaniker - und nun auch Klein-Unternehmer - Isaak, Adolf, Carl und Priscilla sind begeistert: "Ein Fahrrad bedeutet für uns Mobilität, Freiheit, Unabhängigkeit!"
Wer keine "alte Kiste" mehr im Keller hat, oder auch gebrauchtes Werkzeug, der kann direkt für das Projekt spenden, für die Ausbildung der Mechaniker vor Ort, oder den Transport der Container (Spendenkonto siehe Link).
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