--> -->
22.01.2015 | [pd-f] In einer Pressemitteilung forderte vergangene Woche der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin, Bodo Pfalzgraf, eine Warnwesten-Pflicht für Radfahrer bei Fahrten in Dämmerung und Dunkelheit. In der Intention löblich, in der Analyse lückenhaft, in der Argumentation fehlerhaft, und in der Formulierung tendenziös, meint dazu der Branchen-Info-Dienst pressedienst-fahrrad (pd-f)...
Abrüstung statt Aufrüstung
„Um Missverständnissen gleich vorzubeugen: Das Anlegen einer Warnweste beim Radfahren ist in vielen Fällen durchaus sinnvoll. Nichtsdestotrotz folgt die Forderung nach einer Warnwesten-Pflicht für Radfahrer einer gestrigen Rüstungs-Logik, die stets gegenteilige Wirkung hatte: Mehr Straßen sorgen nicht für Entlastung, sondern für mehr Verkehr. Mehr Waffen bringen keinen Frieden, sondern mehr Gewalt.
Wir sollten im Verkehr ab-, und nicht aufrüsten! Statt Radler – die öfter Opfer als Täter bei schweren Unfällen sind – zur Weste zu zwingen, sollte man Autofahrer zur Mäßigung anleiten: Tempo 30 in der Stadt und 0,0 Promille … das ist zunächst einmal unpopulär, aber mit und zur Sicherheit effektiver.
Übrigens sind das keine Phantasien velophiler Utopisten. Das macht die schnellste Stadt der Welt vor – New York: ‚Indem wir New Yorks Fahrer dazu bringen, langsamer zu fahren, werden wir Unfälle verhindern, die New Yorker vor Verletzungen schützen und Leben retten‘, heißt es in einer Erklärung der dortigen Verkehrsbehörde (Spiegel Online). Statt ein neues Bürokratie-Monster zu schaffen, wird dort der bestehende Mechanismus Tempo-Limit einfach, sinnvoll und zielführend justiert.
Heiko Truppel, Redakteur
Radfahren muss attraktiv bleiben
„Die Forderung nach der Warnweste erinnert stark an die Rufe nach einer Radhelm-Pflicht. Unterm Strich machen beide Maßnahmen das Radfahren unattraktiver. Radfahren ist clever, und wird in den Städten immer wichtiger. Je mehr Menschen aufs Rad steigen, desto sicherer wird es auch – in diese Richtung müssen wir gehen.
Die Weste dagegen wäre eine Kehrtwende. Hinzu kommt, dass sich mittlerweile ein gewisses Stil-Bewusstsein beim Radfahren etabliert hat. Funktionsbekleidung ist heute salonfähig – weil man ihr die Funktion nicht mehr ansieht. Eine Warnwesten-Pflicht jedoch nähme dem Stadtradler das Recht auf den eigenen Stil. Und zusammengefasst: Warnwesten sind wie Hupen - man nutzt sie bei besonderer Gefährdung!“
H. David Koßmann, Redakteur
Es werde Licht!
„Richtigerweise stellt Bodo Pfalzgraf fest, dass zu viele Radfahrer im Dunkeln ohne Licht unterwegs sind. Daraus lässt sich aber erst einmal folgern, dass diese Radfahrer mit vorhandener und intakter Licht-Anlage sicherer unterwegs wären.
Ein Gleichklang aus besserer Aufklärung und intensiveren Kontrollen erhöht die Licht-Quote beim Radfahrer, wie Studien aus Münster zeigen. Eine Warnwesten-Pflicht wird von den schwarzen Schafen, also den dunklen, weil lichtlosen Radfahrern, höchstwahrscheinlich in gleichem Maße ignoriert, wie dies jetzt bereits bei der Beleuchtungspflicht der Fall ist. Und wenn der Polizei das Personal für Licht-Kontrollen fehlt, dann gilt dies wohl auch für Warnwesten-Verwarnungen.“
Arne Bischoff, Service-Manager beim pd-f
Opferschutz statt Uniform
„Wenn Politiker, Polizisten und Journalisten über Warnwesten für Radfahrer schreiben, und Seitenlauf-Dynamos als Referenz nehmen, von ihren Erfahrungen mit Halogen-Beleuchtung berichten, und Radlern blinkende Rücklichter empfehlen, dann läuft etwas falsch.
Wer einmal mit einer modernen 70-Lux-LED-Lichtanlage mit Standlicht, Senso-Schaltung, Aufblend-Funktion, Brems- und Tagfahr-Licht unterwegs war, der fühlt sich unter allen Lichtverhältnissen als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer.
Warnwesten tragen Bauarbeiter und pannengebremste Autofahrer. In beiden Fällen ist etwas kaputt: die Straße oder der Wagen. Wenn Radler fortan Warnwesten tragen müssen, dann ist auch etwas kaputt: nämlich die Verhältnismäßigkeit! Schützt die Opfer, statt sie orange zu uniformieren - und damit zu stigmatisieren!“
Gunnar Fehlau, Leiter pd-f
16.10.2026Zwei Wochen Indoor-Spaß mit Profi-Begleitung Bei ROUVY, der weltweiten Online-Trainingsplattform, ist das Radfahren auf wirklichkeitsnahen virtuellen Strecken nur ein Aspekt – der andere ist der Anspruch, aus Tausenden von Nutzenden eine echte
07.10.2026UCI Granfondo Tre Valli Varesine: Su e giu, auf und ab... Was für das Team Velolease vor sechs Monaten in Italien begann, sollte nun auch dort, südlich der Alpen enden. So reisten wir vergangenes Wochenende in die Lombardei, nach Varese. Es stand mit dem G
05.10.2026Trainieren wie Topstar Rosa Klöser Die Canyon//SRAM-Fahrerin hat gute Chancen, ihre Blitzkarriere mit dem WM-Titel zu krönen. Begleitet wird sie seit 2024 von den Kölner Trainings-Experten von SCYENCE – und die haben nicht nur Sp
18.09.202616. Auflage des KOTL mit Rekord-Starterfeld Noch einmal schlafen – dann gehört der Attersee wieder ganz den Zeitfahrerinnen und Zeitfahrern. Beim King of the Lake fällt dieses Jahr eine neue Bestmarke: Erstmals gehen 1.600 Athletinnen und
17.09.2026BrezelRace: Team Strassacker besetzt Podium und Top Ten Nach fünf Rennen schon Publikumsliebling: Das schwäbische BrezelRace zog am vergangenen Sonntag knapp 3000 Starter an. Es ging über Klassiker-Terrain, durch die Hügel nördlich von Stuttgart, mit
12.09.2026Ultrakurz-Rennen als Rettung des Straßenradsports? (rsn) - Die Glocken des Salzburger Doms läuten passend zur Siegerehrung des City Hill Climbs, einem innovativen Rennkonzept mitten im Zentrum der Mozartstadt. Herzstück ist der 900 Meter lange Aufst
11.09.2026Team Strassacker: Gemeinsam zum Gesamtsieg Nach dem harten Ötztaler Radmarathon stand für das Team Strassacker nur fünf Tage später die nächste Herausforderung auf dem Programm: Das Drei-Etappen-Rennen Riderman in Bad Dürrheim, schon sei
09.09.2026Sauerland-Rundfahrt: Starkes Heimspiel bei der Premiere Elias Jakobs hat dem Team Velolease bei der Premiere der Sauerland-Rundfahrt einen Podiumsplatz beschert: Der Betzdorfer belegte nach 132 Kilometern und rund 2400 Höhenmetern den dritten Rang. Dahint
04.09.2026Team Velolease: Zum vierten Mal auf dem Stockerl Mehr als 4000 Starter jedes Jahr - der Ötztaler Radmarathon gehört für viele Radsportler/innen zum Höhepunkt der Saison. Für das Team Velolease war die 45. Auflage des Klassikers noch einmal etwa
02.09.2026Team Strassacker: Trotz Verpflegungs-Problemen am Podium 227 Kilometer, 5500 Höhenmeter, vier Pässe - schon die blanken Zahlen des Ötztaler Radmarathons sprechen für sich. Am vergangenen Sonntag stellten sich fünf Jungs des Teams Strassacker - Nils Kes
30.08.2026Der Ötztaler Radmarathon im Livestream (rsn) - Der legendäre Ötztaler Radmarathon live und in voller Länge im Stream: 227 Kilometer und 5500 Höhenmeter erwarten tausende Radfahrer am Sonntag. Vier Alpenpässe müssen überwunden werden
27.08.2026Deutschland-Tour Jedermann: Wieder ganz oben am Treppchen Das Jedermannrennen der Deutschland-Tour gehört fest zur Team-Geschichte des Teams Strassacker - war es doch Anlass für seine Gründung. Nachdem wir dabei im Vorjahr leer ausgingen, sollte in diesem