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23.03.2016 | (rsa) - Angesichts der vielen Flüchtlinge, die Deutschland derzeit bevölkern, wird die Integration selbiger mehr und mehr zum Dauerthema. Dass dabei auch das Fahrrad eine Rolle spielen kann, liegt auf der Hand: Als Transportmittel wie als Sportgerät und Kulturgut ist es ein Symbol der Freiheit und Selbstbestimmtheit. In vielen deutschen Städten etablieren sich daher derzeit Projekte, um Flüchtlinge dem Fahrrad näherzubringen.
Ein solches Projekt ist Bike Bridge Freiburg, die in erster Linie auf Frauen abzielt. Sie sind in der Flüchtlingsarbeit laut Projektinitiatorin Shahrzad Mohammadi "eine häufig vergessene Zielgruppe". Die meisten sportbezogenen Projekte konzentrieren sich auf Kinder und Jugendliche sowie Männer. Doch Mohammadi weiß: "In der muslimischen Kultur ist die Familie die bedeutendste soziale Institution. Deshalb legen wir unseren Fokus auf Frauen und Mütter."
Bike Bridge möchte die Mobilität der zugewanderten Frauen fördern, die in ihrem Heimatland meist nicht Fahrradfahren durften und es dementsprechend nicht können. Ihnen will man die Möglichkeit geben, ihre neue Umgebung kennenzulernen und Kontakte untereinander sowie zu Freiburgern und Freiburgerinnen zu knüpfen. "Für uns ist Radfahren eine Selbstverständlichkeit, für viele geflüchtete Frauen etwas ganz besonderes. Wir wollen dieses große Potential nutzen und diesen Frauen ein Stück Freiheit geben", sagt Projektmitarbeiterin Clara Speidel.
In drei Projektphasen sollen ab Mai 2016 in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. sowie angehenden Sportlehrerinnen und Sportwissenschaftlerinnen der Uni Freiburg, die als Trainerinnen fungieren werden, zwei Monate lang wöchentlich zwei Mal zunächst das Radfahren beigebracht, anschließend gemeinsame Radtouren veranstaltet und schließlich auch Reparatur-Workshops angeboten werden.
"In einem zweiten Schritt sprechen wir dann mit unseren Fahrradtouren und Ausflügen gezielt auch die Angehörigen wie Ehemänner und Kinder der Teilnehmerinnen an", erklärt Projektkoordinatorin Lena Pawelke, die die Trainerinnen bezahlen möchte, anstatt voll aufs Ehrenamt zu setzen. "Wir haben auch schon eine syrische Sportlehrerin als Trainerin gewinnen können und ermöglichen ihr nun so eine erste kleine Einkommensquelle", so Pawelke.
Um alles wie geplant realisieren zu können ist Bike Bridge für den Start und das Pilotprojekt auf Spenden angewiesen, um gesammelte und gespendete Fahrräder fahrtauglich machen und reparieren sowie die Trainerinnen bezahlen zu können.
Wenn Sie Bike Bridge unterstützen möchten, schauen Sie hier auf Spendenfreun.de vorbei oder kontaktieren Sie bikebridgefreiburg@gmail.com. Mehr Informationen finden Sie auf der Facebookseite des Projekts.
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