Tour d´Energie Göttingen - Rennbericht

Team DerFreistaat.de: Ein Flüchtling im German Cycling Cup

Von Armin Praml

Foto zu dem Text "Team DerFreistaat.de: Ein Flüchtling im German Cycling Cup"
Moustafa Katbi, syrischer Flüchtling und Ex-Nationalmannschaftsfahrer | Foto: Armin Praml

29.04.2016  |  Endlich ging's los: Das erste Rennen der "German Cycling Cup"-Saison stand am vergangenen Wochenende am Plan. Das Team DerFreistaat.de war komplett mit allen acht Fahrern am Start - und sehr motiviert, allen voran Moustafa Katbi, ein syrische Flüchtling und Ex-Nationalmannschaftsfahrer.

Für Moustafa war es das erste große Rennen

seit fast vier Jahren, dementsprechend motiviert und nervös war er im Vorfeld. Und man hat gemerkt, dass er seit den ersten kleinen Rennen am Bodensee vor fünf Wochen viel trainiert, und einen Leistungssprung gemacht hat. Aber man musste abwarten, wie und ob er das umsetzen kann.

Das Rennen verlief nicht ganz wie geplant: Markus Meyer und Georg Wechselberger hatten nicht ihren allerbesten Tag. So lag die Last auf den drei Leadern im Team, Niklas Finke, Moustafa Katbi und Moritz Richter, die von den weiteren Fahrern Marjan Dolamic, Daniel Näther und Thomas Schmalz unterstützt und abgeschirmt wurden.

Zum Rennende hin setzte sich Moritz Richter, der jüngste im Team,
noch mustergültig für Katbi und Finke ein, hielt sie aus dem Wind, und lieferte sie am Hohen Hagen ab, dem letzten Berg und "Scharfrichter" des Rennens. Von dort an waren Finke und Katbi allein auf sich gestellt - und sie konnten ihre Klasse unter Beweis stellen.

Finke probierte sich sogar noch in einer Ausreissergruppe, konnte gegen den stark fahrenden Christian Müller von Merkur Druck aber nichts dagegensetzen. So kamen Finke und Katbi mit dem Teams Strassacker, Merkur Druck und Bürstner Dümo im Hauptfeld ins Ziel. Moustafa Katbi erreichte Rang 28, und Niklas Finke Rang 40.

In die Team-Wertung konnten wir leider nicht mit eingreifen.
Dennoch war das erste Rennen angesichts des neu zusammengestellten Teams ein Erfolg. Die Mannschaft harmoniert gut, die Fahrer verstehen sich.

Auch Moustsfa ist ein mittlerweile ein vollwertiger Team-Fahrer, der mittendrin statt nur dabei ist. Mit einem Platz acht in seiner Altersklasse hat er gezeigt, dass er zu mehr fähig ist.

So motiviert und hungrig Moustafa aktuell ist,
kann er sich weiter steigern, und ein sehr wertvoller Fahrer fürs Team werden. Moustafa tut es einfach gut, aus der Unterkunft rauszukommen, und unter Leute zu kommen, die dasselbe Ziel haben wie er. Man merkt, dass es ihm Spaß macht - und das ist die Hauptsache.

Für das Team DerFreistaat.de geht es schon am Wochenende  weiter: Zuerst ein Rennen in Kulmbach, und am Maifeiertag das Rennen in Frankfurt. Die Hoffnung liegen an diesem Wochenende auf Markus Meyer und Niklas Finke, sowie unseren beiden jüngsten Fahrern, Moritz Richter und Moustafa Katbi, die von Marjan Dolamic und Dany Näther unterstützt werden.

Wir sind überzeugt, dass es nicht mehr lange dauern wird,

bis einer unserer "jungen Wilden" aufs Podest fährt. Das zeichnet sich am Formverlauf der beiden ganz klar ab. Wir drücken die Daumen fürs kommende Wochenende...

Armin Praml ist Teamchef und Sportlicher Leiter des "Team DerFreistaat.de".

Weitere Jedermann-Nachrichten

07.10.2026UCI Granfondo Tre Valli Varesine: Su e giu, auf und ab...

Was für das Team Velolease vor sechs Monaten in Italien begann, sollte nun auch dort, südlich der Alpen enden. So reisten wir vergangenes Wochenende in die Lombardei, nach Varese. Es stand mit dem G

05.10.2026Trainieren wie Topstar Rosa Klöser

Die Canyon//SRAM-Fahrerin hat gute Chancen, ihre Blitzkarriere mit dem WM-Titel zu krönen. Begleitet wird sie seit 2024 von den Kölner Trainings-Experten von SCYENCE – und die haben nicht nur Sp

17.09.2026BrezelRace: Team Strassacker besetzt Podium und Top Ten

Nach fünf Rennen schon Publikumsliebling: Das schwäbische BrezelRace zog am vergangenen Sonntag knapp 3000 Starter an. Es ging über Klassiker-Terrain, durch die Hügel nördlich von Stuttgart, mit

12.09.2026Ultrakurz-Rennen als Rettung des Straßenradsports?

(rsn) - Die Glocken des Salzburger Doms läuten passend zur Siegerehrung des City Hill Climbs, einem innovativen Rennkonzept mitten im Zentrum der Mozartstadt. Herzstück ist der 900 Meter lange Aufst

11.09.2026Team Strassacker: Gemeinsam zum Gesamtsieg

Nach dem harten Ötztaler Radmarathon stand für das Team Strassacker nur fünf Tage später die nächste Herausforderung auf dem Programm: Das Drei-Etappen-Rennen Riderman in Bad Dürrheim, schon sei

09.09.2026Sauerland-Rundfahrt: Starkes Heimspiel bei der Premiere

Elias Jakobs hat dem Team Velolease bei der Premiere der Sauerland-Rundfahrt einen Podiumsplatz beschert: Der Betzdorfer belegte nach 132 Kilometern und rund 2400 Höhenmetern den dritten Rang. Dahint

04.09.2026Team Velolease: Zum vierten Mal auf dem Stockerl

Mehr als 4000 Starter jedes Jahr - der Ötztaler Radmarathon gehört für viele Radsportler/innen zum Höhepunkt der Saison. Für das Team Velolease war die 45. Auflage des Klassikers noch einmal etwa

02.09.2026Team Strassacker: Trotz Verpflegungs-Problemen am Podium

227 Kilometer, 5500 Höhenmeter, vier Pässe - schon die blanken Zahlen des Ötztaler Radmarathons sprechen für sich. Am vergangenen Sonntag stellten sich fünf Jungs des Teams Strassacker - Nils Kes

30.08.2026Der Ötztaler Radmarathon im Livestream

(rsn) - Der legendäre Ötztaler Radmarathon live und in voller Länge im Stream: 227 Kilometer und 5500 Höhenmeter erwarten tausende Radfahrer am Sonntag. Vier Alpenpässe müssen überwunden werden

27.08.2026Deutschland-Tour Jedermann: Wieder ganz oben am Treppchen

Das Jedermannrennen der Deutschland-Tour gehört fest zur Team-Geschichte des Teams Strassacker - war es doch Anlass für seine Gründung. Nachdem wir dabei im Vorjahr leer ausgingen, sollte in diesem

03.08.2026Team Strassacker: Vier Rennen - und viele Erfolge

Seit vielen Jahren zieht es das Team Strassacker traditionell Ende Juli in die "Grüne Hölle" der Eifel. Auf dem legendären Nürburgring starteten die Jungs des Teams dieses Jahr in unterschiedliche

30.07.2026Rad am Ring: Florian Christ triumphiert in der grünen Hölle

Meine Vorgabe als Team-Chef für das Rennen am Nürburgring war eindeutig: Individuelle Ziele werden dem Gesamtsieg untergeordnet. Mit einer klaren Taktik gingen wir ins Rennen, denn das Ziel war: Am

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine