Bossuyt gewinnt turbulente 2. Vuelta-Etappe

Rüegg gestürzt - Koch übernimmt mit Platz zwei Gesamtführung

Von Jan Zesewitz

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Shari Bossuyt (AG Insurance - Soudal) kann ihren Sieg bei der Vuelta Femenina kaum fassen | Foto: Cor Vos

04.05.2026  |  (rsn) - Shari Bossuyt (AG Insurance - Soudal) hat die 2. Etappe der Vuelta Femenina gewonnen. Die Belgierin entschied nach 109 Kilometern in San Cibrao das Viñas nach einem ansteigenden Finish den Sprint eines reduzierten Feldes für sich. Franziska Koch (FDJ United - Suez) wurde Zweite, nachdem sie von einem Fehler ihrer Konkurrentin Lotte Kopecky (SD Worx - Pro Time) etwas behindert wurde. Als Trostpreis durfte sich die Deutsche Meisterin das Rote Trikot der Gesamtführenden überstreifen.

Dass Koch das Trikot "erbte", lag an einem Missgeschick von Auftaktsiegerin Noemi Rüegg (EF Education - Oatly). 13 Kilometer vor dem Ziel hängte sie sich am Hinterrad einer Teamkollegin auf und riss dann die neben ihre fahrende Elena Ciabocco (Picnic - PostNL) mit sich. Die Schweizerin musste im Leadertrikot die Rundfahrt beenden.

Nach ansteigenden drei Kilometern hatte Bossuyt das nötige Fortune und die besten Beine. "Das muss ich erstmal sacken lassen", sagte die Belgierin im Sieger-Interview nach ihrem ersten Erfolg auf WorldTour-Ebene. "Es war hart vom Start weg heute, ich habe nicht erwartet zu gewinnen. Ich war erst ziemlich weit hinten, aber habe dann Platz gefunden und konnte mit viel Geschwindigkeit in den Sprint gehen, das hat, glaube ich, niemand erwartet."

Koch: "Es ging ganz gut auf"

Koch übernahm die Gesamtführung und liegt nun sechs Sekunden vor Bossuyt und zehn Sekunden vor Pechvogel Kopecky. "Heute war es ziemlich knapp", sagte die Paris-Roubaix-Gewinnerin am Eurosport-Mikrofon. "Ich war in einer guten Position, aber dann haben sie vor mir aufgehört zu sprinten, das war ein wenig Pech. Aber Kopecky hatte auch Pech und kein Finale ist perfekt, also war es ganz gut und dass meine Teamkollegin Dritte geworden ist, ist auch sehr schön", so Koch weiter.

"Wir wollten es ab dem Zwischensprint schwer machen", erklärte die neue Gesamtführende die Teamtaktik. "Juliette (Labous) sollte etwas probieren und ich sollte meine Kräfte für das Finale sparen. Es ging ganz gut auf."

Kochs französische Teamkollegin Evita Muzic landete auf Rang drei vor Letizia Paternoster (Liv - AlUla - Jayco) und Sarah van Dan (Visma - Lease a Bike). Kopecky wurde nach ihrem Missgeschick 15., Liane Lippert (Movistar), die im finale sehr aktiv war, wurde als zweitbeste Deutsche des Tages Achte.

Koch führt auch die Punktewertung an, die Französin Maeva Squiban (UAE - Team ADQ) steht an der Spitze der Bergwertung. Die Belgiern Lore De Schipper (AG Insurance - Soudal) ist neue Spitzenreiterin in der Nachwuchswertung, UEA wird als bestes Team geführt.

So lief die 2. Etappe der Vuelta Femenina:

Der Startschuss in Lobos erfolgte ohne Marianne Vos (Visma - Lease a Bike), die sich im Finale der 1. Etappe das Schlüsselbein gebrochen hatte. Viele Attacken in der Anfangsphase waren nicht von Erfolg gekrönt, zwischenzeitlich fiel das Tempo im Peloton auch merklich ab. Erst 66 Kilometer vor dem Ziel fand die Gruppe des Tages zusammen.

Das Quintett bestand aus der Österreicherin Carina Schrempf (Fenix - Premier Tech), Marieke Meere (Lotto - Intermarché Ladies), Julie Van de Velde (AG Insurance - Soudal), Andrea Casagrande (Vini Fantini - BePink) und Lea Rondel (Mayenne Monbana My Pie). Der maximale Vorsprung betrug jedoch nur 1:30 Minuten. 

Vor dem einzigen Zwischensprint fiel die Gruppe auseinander, die Wertung und die Bonussekunden sicherte sich Schrempf, die damit ihren Rückstand auf Rüegg auf vier Sekunden in der Gesamtwertung verringern konnte. Für das Feld blieben hinter dem Trio Schrempf, Van de Velde und Meer nur noch einige Punkte übrig.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Vuelta Femenina | Grafik: Veranstalter / ASO

27 Kilometer vor dem Ziel endete die Flucht. Weitere Attacken wurden vom Feld zunächst vereitelt. Rund 13 Kilometer vor dem Ziel passierten zwei Dinge gleichzeitig: Katrine Aalerud (Uno-X Mobility) attackierte als Solistin und hinten im Feld hängte sich die Gesamtführende Rüegg am Hinterrad ihrer Teamkollegin auf und stürzte ebenso wie die Führende in der Nachwuchswertung, Elena Ciabocco (Picnic - PostNL). Rüegg konnte nicht weiterfahren, 2,5 Kilometer vor dem Ziel wurde Aalerud gestellt.

Kopecky zog den Sprint 200 Meter vor dem Ziel an, bekam aber technische Probleme, die Koch zum Verhängnis wurden und Bossuyt nutzen konnte, um den Sprint überlegen für sich zu entscheiden.

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