Der große rsn-Gravelbike-Test - Teil 3, Rad 5

Scott Addict Gravel 10: Viel Spaß für viel Schotter

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Scott Addict Gravel 10: Viel Spaß für viel Schotter"
| Foto: pressBureau.eu/ w preß

31.07.2019  |  (rsn) - Der Trend zu Hi-End-Geräten, bei Rennrädern seit etlichen Jahren zu beobachten, greift auch bei Gravelbikes um sich: Die Zahl der Schotterräder jenseits der 4000-Euro-Marke nimmt kontinuierlich zu. Mit einem Preis von knapp 5800 Euro liegt das Scott Addict Gravel 10 im Top-Bereich der nach oben offenen Skala. Wieviel Rad bekommt man nun für soviel Schotter;-?

Um es vorwegzunehmen: Ziemlich viel, und ziemlich viel Spaß dazu... Die Schotter-Version des Scott-Universal-Renners Addict (das Scott Addict SE Disc haben wir - in unserer Kooperation mit ProCycling - ebenfalls getestet) schafft es locker in die Top Fünf der bisher rund 25 von rsn getesteten Gravelbikes.

Die Details: Ausgerüstet ist das Addict Gravel mit der Sram-Top-Schaltung Force1, einem 42er-Kettenblatt und der großen Sram-XG-11er-Kassette mit 10 bis 42 Zähnen. Das Cockpit kommt von der Scott-Hausmarke Syncros, mit einem "RR1.5"-Vorbau und dem "Creston SL Flare"-Lenker. Letzterer ist 440 mm breit, unten allerdings ganze 500 mm; dieser sogenannte Flare soll das schnelle Umgreifen erleichtern - und schaut auch recht cool aus.

Ebenfalls von Syncros sind die "Meritt 1.0 35 Disc"-Laufräder, die auf 35 mm breiten Schwalbe-G-One-Allround-Reifen rollen. Die Laufräder bringen komplett, mit Scheiben, Kassette und Steckachsen, knapp 3300 Gramm auf die Waage; die Beschleunigung ist entsprechend leichtfüßig.

Überhaupt das Gewicht: Der Carbon-Rahmen wiegt 1035, die Gabel 425 Gramm. Ein Gesamtgewicht von knapp 7,8 Kilogramm ist für ein Gravelbike ziemlich gut - und resultiert in besten Beschleunigungswerten. Wir haben bisher nur wenige Schotterräder getestet, die dermaßen abgehen wie das Addict Gravel.

Fahreindruck: Die Sitzposition ist recht sportlich, die Fahreigenschaften bleiben aber laufruhig, und trotzdem agil. Durch die ziemlich gerade Carbon-Sattelstütze sitzt man ziemlich zentral über dem Tretlager, was zusätzlich zum geringen Gewicht besten Vortrieb gewährleistet. Die Dämpfung bleibt so aber auf die Reifen beschränkt, die mit 35 mm Breite auch eher auf Speed denn auf Geländegängigkeit ausgerichtet sind - vor allem, wenn sie mit hohem Luftdruck gefahren werden.

rsn-Fazit: Das Scott Addict Gravel 10 ist leicht und schnell, durch seine hohe Steifigkeit (sowohl Rahmen als auch Laufräder) aber mehr für flott gefahrene Waldwege und nicht zu rauhe Passagen prädestiniert. Die eher geringe Dämpung durch die vergleichsweise schmalen Reifen und den steifen Rahmen, sowie die fehlenden Gewindeösen für Gepäckträger etc machen das Addict Gravel 10 zum Top-Racer für schnelle Gelände-Ausflüge und -Rennen - weniger zum Abenteuer-Rad für Bikepacking-Wochenenden.
Insgesamt eines der besten Gravelbikes, das wir bisher getestet haben. Und der golden glitzernde Rahmen garantiert ordentlich Aufmerksamkeit...

Technische Daten
Rahmen-Set: Scott Addict Carbon
Rahmenhöhen: XS bis XL (Test: L)
Schaltung: Sram Force 1, 11-fach
Kurbelsatz: Sram Force 1, 42 Z.
Kassette: Sram Force 1, 11 - 42 Z.
Bremsen: Sram Force HRD, 160 mm (v, h)
Laufräder: Syncros Merrit 1.0 35 Disc
Reifen: Schwalbe G-One Allroud, 35 mm
Vorbau: Syncros RR1.5
Lenker: Creston SL
Sattel: Syncros Tofino
Sattelstütze: Syncros Carbon FL1.0
Preis: 5799 Euro
Gewicht: 7,8 kg (Gr. L)
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