4000-km-Test von ProCyling

DT Swiss ARC im Test: “Komfort und Performance“

Von Christoph Nelz

Foto zu dem Text "DT Swiss ARC im Test: “Komfort und Performance“"
| Foto: DT Swiss

13.08.2020  |  Mehr als drei Jahre lang entwickelte DT Swiss zusammen mit den Aero-Spezialisten von Swisside die neuen ARC-Laufräder, über hundert CFD-Simulationen und Dutzende Windkanal-Tests standen im Pflichtenheft. Heute wurden die insgesamt acht ARC-Modelle vorgestellt (rsn berichtete).

Sie teilen sich in die 1100- und 1400-Linie auf, mit jeweils 50, 62 und 80 mm Felgenhöhe. Die zwei Reihen unterscheiden sich in Naben und Speichen: Die 1400-Linie kommt mit den neuen DT 240 Dicut Naben und DT Aero Comp Speichen, die 1100-Linie mit DT 180 Dicut Nabe mit Sinc Ceramic Lager und mit neuen DT-Speichen. Diese Speichen, Aerolite II und Aero comp II, werden breiter und länger ausgewalzt, haben damit weniger Frontfläche und so eine bessere Aerodynamik.

Beide Modellreihen haben die gleichen Felgen, die für 25-mm-Reifen optimiert wurden. Wie von DT seit 2016 bei allen Felgen umgesetzt, kommen auch die neuen Modelle tubeless ready und sind somit mit normalen Reifen und Schläuchen, aber auch schlauchlos mit Dichtmilch fahrbar. Jedem Laufrad liegt ein passendes Tubeless-Ventil bei.

Montage- und Fahreindruck:
Ich habe die ARC 1100 62 mm fast 4000 km in einem Bianchi Oltre XR4 gefahren. Die Montage der Reifen funktioniert problemlos; zunächst fuhr ich 25-mm-Faltreifen mit Schlauch. Nach 500 km habe ich 26 mm S-Works Turbo Rapidair aufgezogen, die verrichten seitdem zuverlässig ihren Dienst, auch diverse Einstiche konnten sie bisher nicht stoppen.

Nachdem vor der Tubeless-Montage Schlauchreifen montiert waren, hatte das Felgenband schon leichte Dellen in den Speichenbohrungen. So war eine Tubeless-Montage mit einer normalen Luftpumpe nicht mehr möglich; mit Kompressor sprangen sie jedoch prima auf die Felge.

Am Rad montiert gefallen die ARC-Laufräder ab dem ersten Meter. Mir fielen vor allem drei Faktoren positiv auf:

1. Die reduzierte Seitenwind-Anfälligkeit: Auch bei starkem Seitenwind muss man nicht mehr mit einem massiven Versetzen des Rads rechnen. Gefühlt gibt es vor allem kein ruckartiges Rupfen am Vorderrad mehr, was bisher viele Fahrer von hohen Felgen abgehalten hat.

2. Die gute Bergauf-Performance: Für mich überraschend rollen die 62er-Laufräder sehr gut bergauf, sie vermitteln keinerlei Trägheit. Eine Nachfrage bei DT Swiss ergibt, dass die 62er-Felgen bergauf am besten funktionieren, weil mit dieeser Höhee der Sweetspot zwischen Gewicht und Aerodynamik getroffen wird.

3. Der hohe Komfort: Das breitere Felgenprofil lässt den 26-mm-S-Works-Reifen effektiv mit 28 mm auf der Felge laufen. Wie ich auf einer 400-km-Tour angenehm erfahren konnte, liefert das einen für die Hochprofil-Klasse bemerkenswerten Komfort.

 

 
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