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Team aus Raubling steht vor einem Umbruch

Ackermann und Sagan verlassen Bora - hansgrohe

Foto zu dem Text "Ackermann und Sagan verlassen Bora - hansgrohe"
Pacal Ackermann (li.) und Peter Sagan bei den Hamburger Cyclassics 2019 | Foto: Cor Vos

29.07.2021  |  (rsn) - Die Nachrichten der vergangenen Monate deuteten schon darauf hin, jetzt ist es offiziell: Mit Pascal Ackermann und Peter Sagan verliert Bora - hansgrohe seine Sieggaranten der vergangenen Jahre. Wie der Rennstall von Manager Ralph Denk am Donnerstag ankündigte, werden sowohl der Sprinter aus der Pfalz als auch der dreimalige Weltmeister aus der Slowakei Bora - hansgrohe zum Saisonende verlassen.

“Der Abgang von Sagan und Ackermann läutet einen größeren Umbruch ein, der von strategischen Entscheidungen begleitet wurde“, hieß es in einer Pressemitteilung. Nach Informationen von radsport-news.com wird sich das Team auch von Ackermanns Anfahrern Rüdiger Selig, Andreas Schillinger und Michael Schwarzmann sowie von Sagans Helfern wie Juraj Sagan, Daniel Oss oder Maciej Bodnar trennen.

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“Beide Fahrer sind wichtige Bestandteile unseres Teams und wir konnten in den vergangenen Jahren gemeinsam viele Erfolge feiern. Dass sich unsere Wege nun trennen, hat unterschiedliche Gründe“, kommentierte Teamchef Denk die Entscheidung und fügte an, dass sein Team sowohl Sagan als auch Ackermann neue Vertragsangebote vorgelegt habe. “Am Ende hat Peter für sich entschieden, dass es für ihn eine andere Option gibt, die mehr seinen Vorstellungen entspricht. Wir hätten auch sehr gerne mit Pascal weitergearbeitet, aber er hat für sich entschieden, dass es Zeit für etwas Neues ist. Manchmal ist ein Tapetenwechsel einfach wichtig, das kann ich verstehen, dennoch wäre mir lieber gewesen, dass er mit uns die kommenden Jahre in Angriff nimmt“, betonte der Raublinger.

Sagan: "Die letzten fünf Jahre waren die besten meiner Karriere"

“Die letzten fünf Jahre waren zweifellos unter den Besten meiner Karriere, mit vielen besonderen Momenten, an die ich mich immer erinnern werde“, sagte Sagan, der Ende 2016 gemeinsam mit sieben seiner damaligen Teamkollegen vom sich auflösenden Tinkoff-Rennstall zu Bora - hansgrohe wechselte, das auch dank der Verpflichtung des Slowaken zur Saison 2017 eine WorldTour-Lizenz erwarb.

In den darauf folgenden Jahren verteidigte Sagan nicht nur seinen Titel als Straßenweltmeister, sondern schaffte 2017 sogar den WM-Hattrick. In der darauf folgenden Saison gewann er auch Paris-Roubaix, im Jahr darauf sicherte sich sein siebtes Grünes Trikot der Tour de France, was ihn zum alleinigen Rekordhalter macht. Zudem feierte er fünf seiner zwölf Tour- Etappensiege in seiner Zeit bei Bora - hansgrohe. Beim Giro-Debüt 2020 gewann Sagan eine Etappe, 2021 feierte er ebenfalls einen Tagessieg und sicherte sich Maglia Ciclamino des besten Sprinters der Italien-Rundfahrt.

Insgesamt gelangen dem 31-Jährigen seit seiner Ankunft im Team 29 Siege. “Dennoch habe ich mich nach langen Diskussionen mit meinem Management dazu entschieden, das Team zu verlassen und wir haben diese Entscheidung im Einvernehmen mit Ralph Denk getroffen. Es ist Zeit für ein neues Kapitel und Veränderungen gehören einfach zum Leben“, erklärte Sagan.

Ackermann wurde bei Bora einer der weltbesten Sprinter

Der vier Jahre jüngere Ackermann stieß ebenfalls 2017 zu Bora - hansgrohe, blieb in seiner ersten Profisaison aber noch sieglos. Der Knoten platzte im Frühjahr 2018, als er Etappen der Tour de Romandie und des Critérium du Dauphiné gewann und kurz darauf in Einhausen Deutscher Meister auf der Straße wurde. Danach entwickelte sich Ackermann zu einem der schnellsten Sprinter des Pelotons, auch weil er auf einen perfekt aufeinander abgestimmten Sprintzug bauen konnte. Zu seinen bisher 38 Siegen gehören Tageserfolge beim Giro - bei dem er 2019 auch das Trikot des besten Sprinters gewann - und der Vuelta a Espana.

In dieser Saison blieb Ackermann lange ohne Sieg, auch deshalb, weil ihm seine Helferriege nach einem schweren Trainingsunfall am Gardasee lange Zeit nicht zur Verfügung stand. Für tiefe Enttäuschung bei Ackermann sorgte dann die Ankündigung seines Teams, ihn aufgrund der ausbleibenden Erfolge entgegen der ursprünglichen Zusage doch nicht mit zur Tour de France zu nehmen. Auch wenn er danach bei der Sibiu Tour und der Sardinien-Rundfahrt insgesamt fünf Etappen gewann, verdichteten sich die Anzeichen, die auf einen Abschied hindeuteten.

“Die Karriere eines Radprofis ist begrenzt. Und in dieser Zeit möchte ich neue Erfahrungen sammeln, mich stetig weiterentwickeln. Darum habe ich mich für einen anderen Weg entschlossen, diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen“, sagte Ackermann, dessen Vertrag ebenso wie der von Sagan zum Saisonende ausläuft.

Ackermann zu UAE, Sagan zu TotalEnergies?

Während Ackermann mit dem UEA Team Emirates von Tour-Sieger Tadej Pogacar in Verbindung gebracht wird, wurden bei Sagan eine ganze Reihe von Teams als mögliche neue Stationen genannt, darunter Deceuninck - Quick-Step und zuletzt auch der französische Zweitdivisionär TotalEnergies. Ackermanns Nachfolger bei Bora - hansgrohe soll Gerüchten zufolge der Ire Sam Bennett werden, der nach zwei Jahren bei Deceuninck - Quick-Step zu den Raublingern zurückkehren würde.

Wie die strategische Neuausrichtung im Detail aussehen sollen, teilte das Team in seiner Pressemitteilung nicht mit. Erst gestern war die Vertragsverlängerungen mit Patrick Konrad, Ide Schelling und Matteo Fabbro bekanntgegeben worden.

"Wir haben letztes Jahr sicher nicht alle unsere Ziele erreichen können, aus unterschiedlichen Gründen, aber unser Anspruch ist eben sehr hoch. Darum haben wir im Hintergrund auch bereits begonnen, uns für die Zukunft neu aufzustellen. Mehr dazu in den kommenden Wochen", kündigte Denk in der Presemitteilung an.

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