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Haller: Die einzige Chance ausgelassen

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Haller: Die einzige Chance ausgelassen"
Marco Haller (Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

09.12.2023  |  (rsn) - Wer zwölf Jahre in der WorldTour fährt, der bringt viel Erfahrung und auch die nötige Gelassenheit mit. Zwei Eigenschaften, die Marco Haller (Bora - hansgrohe) schon seit Jahren auszeichnen und wegegen derer er für seine Mannschaft jedes Jahr eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Der 32-Jährige ist ein starker Helfer auf fast jedem Terrain, der aber auch Siege einfahren kann, wie er 2022 mit seinem Sieg bei den Hamburger Cyclassics eindrucksvoll unter Beweis stellte.

"Das letzte Jahr war extrem erfolgreich, heuer war grundsolide. Ich hatte viele gute Rennen“, berichtete Haller gegenüber radsport-news.com. Mit einem Sieg konnte der nun in Wien lebende Kärntner in diesem Jahr aber nicht aufwarten. Was zum einen daran lag, dass Haller wieder einmal als starker Road Captain bei den Klassikern und bei der Tour de France fungierte, aber auch, dass er nach dem Frühjahr Vater geworden ist. Dementsprechend hat er mit seinem Trainer Helmut Dollinger die Saison sich so eingeteilt, dass er in den ersten Monaten viel Zeit zu Hause verbringen konnte. ___STEADY_PAYWALL___

"Es tut schon weh, wenn ich jetzt zu den Rennen fahre, aber ich habe eine starke Frau zu Hause, die das wirklich bravorös schaukelt", berichtete Haller zuletzt im Fernsehmagazin "Windschatten" des österreichischen Senders K19 und fügte an: "Die Geburt war ein tolles Erlebnis, viel schöner als jeder Rennsieg."

Kein Glück bei den Klassikern 2023 | Foto: Cor Vos

Dennoch folgte die Rückkehr in den Rennsattel nach einer Klassikerkampagne, die speziell für seine Mannschaft alles andere als nach Wunsch verlief. Krankheiten, Formtiefs oder Verletzungen ließen speziell auf belgischem Boden das Raublinger Team nur selten glänzen. Und dann kamen noch einige Defekte dazu.

Haller begann sein Frühjahr mit einem starken 17. Platz bei Mailand - Sanremo. In Belgien verdingte er sich dann meist als Helfer. Die wohl größte Möglichkeit auf einen eigenen Erfolg bot sich dem Österreicher dann beim Großen Preis des Kantons Aargau in der Schweiz, als es nach 174 hügeligen Kilometern zum Sprint kam. Doch Haller musste sich drei Fahrern geschlagen geben: Thibau Nys (Trek - Segafredo), Marc Hirschi (UAE Team Emirates) und seinem Ex-Teamkollegen Pello Bilbao (Bahrain - Victorious). "Es ist eigentlich ein Rennen für Bergfahrer. Aber man sieht, wie stark meine Form zu diesem Zeitpunkt war“, so Haller zu seinem vierten Platz.

Sieg mit Meeus auf der Tour-Schlussetappe

Die Tourvorbereitung absolvierte er dann zu Hause, sammelte Rennkilometer bei der Tour de Suisse und bestritt dann die achte Frankreich-Rundfahrt seiner Karriere, bei der er sich vor allem zum Finale als sehr besonders wertvoll erweisen sollte.

Denn der Sprintzug von Bora - hansgrohe fand sich auf der Schlussetappe perfekt auf der Champs-Elysées und Haller lieferte Jordi Meeus perfekt positioniert ab. Der Belgier sicherte sich schließlich den letzten Tagessieg. "Das ganze Jahr hat sich so angefühlt, dass wir immer ein bisschen unter Wert geschlagen wurden. Von dem her war der Sieg extrem wichtig und ich habe mich auch sehr für Jordi gefreut", sagte Haller.

Im Juli gab es die achte Tour de France für Haller | Foto: Cor Vos

Bei den Weltmeisterschaften landete er wenig später auf Rang 31 des Straßenrennens, nachdem er im Finale in Glasgow reißen lassen musste. In Hamburg schlüpfte der Titelverteidiger dann für Teamkollege Danny Van Poppel in die Helferrolle, der Niederländer landete schließlich auf Rang zwei hinter einem entfesselt sprintenden Mads Pedersen (Trek - Segafredo). Haller ließ sein Jahr bei der Deutschland Tour und der Luxemburg-Rundfahrt relativ früh ausklingen.

2024 wird er in seine dritte Saison bei Bora - hansgrohe gehen. Für Haller wird es ein Vertragsjahr sein, aufhören will der erfahrene Profi noch nicht: "An das Karriereende habe ich noch keinen Gedanken verschwendet." Und so werden auch im nächsten Jahr die Klassiker, aber auch die Grand Tours wichtige Programmpunkte sein. "Wir haben mit Roglic einen Superstar im Team und sind auch für das Klassement am besten aufgestellt. Blickt man auf den Kader, so haben wir speziell für die dreiwöchigen Rundfahrten viele Varianten parat", sagte Haller.

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