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25.10.2026 | (rsn) – Die am Donnerstag in Paris vorgestellte Strecke der 114. Tour de France sollte mit ihren zwei Einzelzeitfahren und offiziell nur drei Bergankünften Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) besonders entgegenkommen. Da der Giro d’Italia und die Vuelta a Espana mit ihren Präsentationen erst noch folgen, warten auch die meisten Teams mit ihren Planungen, welche Kapitäne bei welchen der drei großen Landesrundfahrten eingesetzt werden.
Das hält auch Evenepoels Rennstall so. Teamchef Ralph Denk jedoch sähe es am liebsten, wenn sein Topstar sich auf Giro oder Tour fokussieren würde. Auf die Frage nach einem möglichen Double antwortete der Raublinger der belgischen Zeitung Het Laatste Nieuws. “Auch hier ist es noch viel zu früh für eine Entscheidung, aber persönlich halte ich nicht viel davon. Ein Außerirdischer wie Tadej Pogacar mag dazu in der Lage sein, aber …“, führte Denk den Satz nicht zu Ende.
Tatsächlich gelang in den vergangenen Jahrzehnten lediglich dem Slowenen das Kunststück, in einer Saison – nämlich 2024 – sowohl den Giro als auch die Tour für sich zu entscheiden. Deutlich länger ist dagegen die Liste derjenigen Profis, die bei dem Unternehmen scheiterten – zuletzt in diesem Jahr Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), der zwar zunächst souverän den Giro gewann, dann aber auf der 15. Etappe der Tour de France nach einem Sturz mit Schlüsselbeinbruch ausschied. Zu diesem Zeitpunkt betrug sein Rückstand auf den späteren Gesamtsieger Pogacar allerdings bereits satte 4:30 Minuten.
Seinen Kapitän Evenepoel ordnet Denk trotz dessen vier WM-Zeitfahrtiteln mit Blick auf die großen Rundfahrten nicht in die Kategorie “Außerirdischer“ ein. “Es gab in der Vergangenheit schon genügend Beispiele für das Prinzip ‘Versuch und Irrtum‘. Es erscheint mir sinnvoller, sich auf eines der beiden Rennen zu konzentrieren. Aber wie dem auch sei: Ich bin kein Sportwissenschaftler, der dazu präzise Angaben machen könnte. Wir werden sehen“, fügte der 52-Jährige im Pariser Palais des Congrès an.
Denk betonte aber auch, dass die Grand-Tour-Hoffnungen von Red Bull – Bora – hansgrohe nicht allein auf Evenepoels Schultern ruhen würden. “Der große Vorteil unseres Projekts ist, dass wir über eine ganze Reihe potenzieller Kapitäne für die großen Rundfahrten verfügen. Wir haben auch noch Florian Lipowitz, Jai Hindley sowie einige junge, sich schnell entwickelnde Talente wie Giulio Pellizzari und Lorenzo Finn. Es gibt eben nicht nur Remco. Definitiv nicht.“
Die Strecke des Giro d’Italia 2027 wird am 3. November bekannt gegeben, die Vuelta a Espana folgt im Dezember, wobei der genaue Termin noch nicht feststeht. Wie das Portal cyclingnews.com schrieb, werde Red Bull das Rennprogramm von Evenepoel am 11. Dezember veröffentlichen.
Angesichts von insgesamt 71 Zeitfahrkilometern – und damit rund 45 mehr als noch in diesem Jahr, als Evenepoel hinter Pogacar Tour-Zweiter geworden war -, dürfte kaum ein Zweifel daran bestehen, dass der Belgier seinen Fokus auf die Frankreich-Rundfahrt richten wird.
Zwar soll auch der Giro im kommenden Jahr nach unbestätigten Meldungen zwei Zeitfahren im Programm haben – eines davon über bergiges Terrain -, doch ist davon auszugehen, dass der 110. Giro d’Italia wieder eine Angelegenheit für die Kletterspezialisten werden dürfte.
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