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Eurobike: Zwölf "Gold Awards" vergeben

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Das "Open U.P. GravelPlusBike" - Neben dem auffälligen Rahmendesign war das offene Konzept preiswürdig: Es lassen sich verschiedene Laufradgrößen und Reifentypen montieren, für hohe Flexibilität auf diversen Untergründen. | Foto: Messe Friedrichshafen GmbH

27.08.2015  |  Was für den Radsportler der Sieg bei der Tour de France ist, ist für den Fahrrad- und Zubehör-Anbieter der "Eurobike Gold Award": Die größte Auszeichnung, die ein neues Produkt in der Fahrradwelt erreichen kann.

Gestern, am ersten Tag der Eurobike, wurden zwölf Neuheiten ausgezeichnet, die den State of the Art im Fahrradmarkt definieren. Ein Unternehmen wird für ein innovatives Konzept, das einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen leistet, mit dem "Eurobike Green Award" ausgezeichnet.

Exakt 500 eingereichte Produkt-Neuheiten, sechs Jury-Mitglieder, die fachliche Moderation durch den "Deutschen Designer Club", und zwei Tage voller Diskussionen: Das Resultat sind zwölf goldene Aufkleber, die am Ende einer zweitägigen Jury-Sitzung auf ganz unterschiedlichen Produkten klebten.

Doch so unterschiedlich die ausgezeichneten Produkte sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: „In einer Zeit, in der der Fahrradmarkt seine innovativen Potenziale in vollen Zügen auslebt, gibt es dennoch Produkte, die aus dem ohnehin schon starken Marktangebot herausstechen.

Diese Produkte verschieben den Benchmark, der in der Branche technische Innovationen und besonderes Design definiert. Nur solche Produkte sind würdige Gewinner des Eurobike Gold Award“, sagte Dirk Heidrich, Projektleiter der Eurobike gestern auf der Pressekonferenz.

Diesen hohen Anspruch sieht die sechsköpfige Fach-Jury des "Eurobike Award" in diesem Jahr bei diesen Gold-Gewinnern erfüllt:

Rennrad "Slate Force CX1" von Cannondale
Gravel Bikes, also Rennräder, die sich mit ihren breiteren Reifen auch mal abseits asphaltierter Straßen gut fortbewegen lassen, sind einer der neuen Trends im Fahrradmarkt 2016. Mit dem "Slate Force CX1" geht der amerikanischeH ersteller Cannondale noch einige Schritte weiter.

Das Jury-Statement dazu: „Dieses neue Bike von Cannondale verbindet zwei Welten, die üblicherweise wenig Berührungspunkte haben. Es nimmt Anleihen beim Mountainbike und übersetzt diese für die Straße. Damit erweitert es die Zielgruppe für den Radsport.“

Cross-Bike "U.P." von Open Cycle
Die Marke Open Cycle ist bisher vor allem für leichte und schnelle Mountainbikes bekannt. Die Macher haben jedoch auch Wurzeln in der Rennradszene. Insofern war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Open Cycle ein Fahrrad entwickelt, das Gene aus beiden Produkt-Segmenten besitzt. Das "U.P." kann wahlweise mit Rennrad- oder Mountainbike-Reifen bestückt werden.

Das Jury-Statement dazu: „Neben dem ansprechenden und auffälligen Rahmendesign ist bei diesem Cross-Bike das offene Konzept preiswürdig. Es lassen sich verschiedene Laufradgrößen und Reifentypen montieren. Damit besitzt das U.P. eine besonders hohe Flexibilität für diverse Untergründe.“

Kompakt-E-Bike "Radius" von Winora

Das "Radius" von Winora ist ein neues E-Bike-Modell, das vor allem Menschen in beengten, urbanen Wohnsituationen anspricht. Mit Yamaha-Antrieb und kompakten Abmessungen bietet es Fahrspaß, ohne viel Abstellfläche in Anspruch zu nehmen.

Das Jury-Statement dazu: „Dieses kompakte E-Bike macht Laune. Es ist einerseits ein Stadtflitzer, der aber gleichzeitig durch seinen geringen Stellplatz auch einen hohen Nutzwert für urbane Menschen bietet. Dazu tragen auch durchdachte Details bei, wie die faltbaren Komponenten und eine gute Position für den Tragegriff.“

E-Mountainbike "Turbo Levo FSR" von Specialized
Mit dem Modell "Turbo Levo FSR" betritt nun auch Mountainbike-Pionier Specialized den Markt für Mountainbikes mit Elektro-Motor. Der Grund, warum das amerikanische Unternehmen für seine Premiere in diesem Segment etwas länger gebraucht hat, erschließt sich beim ersten Blick auf dieses neue E-Mountainbike, bei dem die System-Integration der E-Technik perfekt gelöst ist.

Das Jury-Statement dazu: „Dieses Bike ist sensationell. Es macht auch Mountainbikern, die bisher ohne E-Antrieb rundum glücklich waren, Laune auf dieses junge Produkt-Segment. Die Integration des Brose-Antriebssystems ist meisterhaft umgesetzt.“

E-Bike "Commuter Bike" von Coboc

Mit E-Bikes, die ihre Antriebs-Komponenten fast unsichtbar integrieren, hat der Heidelberger Hersteller Coboc bereits einige Fans in der Fahrrad-Szene gewonnen. Mit dem "Commuter Bike" wird der bisher eher sportliche Ansatz der Marke nun auch in ein Fahrrad für den urbanen Alltag übersetzt.

Das Jury-Statement dazu: „Dieses Fahrrad ist superschön. Man sieht ihm seine Eigenschaft als E-Bike auch auf den zweiten Blick nicht an. Der Antrieb fühlt sich sehr harmonisch an. Durch sein niedriges Gewicht fährt sich dieses Bike zudem auch mit ausgeschaltetem Antrieb sehr gut. “

Fahrradträger "Bike-Lift" von EAL

Der "Bike-Lift" von EAL ist ein Fahrrad-Heckträger für das Auto, der sich elektrisch bis auf Boden-Niveau absenken und wieder anheben lässt. Dadurch können schwere Fahrräder, wie beispielsweise E-Bikes, leicht aufgeladen werden.

Das Jury-Statement dazu: „Beim Transport von E-Bikes haben gerade ältere Leute häufig das Problem, dass sich die Räder nur schwer auf den Fahrradständer hieven lassen. Die Idee, einen Lift in den Fahrradständer zu integrieren, ist neu, und ein echter Fortschritt. Zudem lässt sich der Fahrradträger bei Nichtgebrauch kompakt zusammenfalten, und dank seiner Transportrollen mühelos bewegen.“

Modularer Pumptrack von Bikeparkitect
Der modulare Pumptrack von Bikeparkitect kann bei Events oder für andere Zwecke schnell aus modularen Elementen zusammengesetzt werden. Dabei wird bereits die Planung mit Modellen im verkleinerten Maßstab zur spielerischen Aufgabe.

Das Jury-Statement dazu: „Die Idee eines modularen Systems für Bikeparks hat uns sofort überzeugt. Die Zusammensetzung der Module lässt sich als Modell spielerisch und einfach planen. Für Events kann in kurzer Zeit ein Parcours auf die Beine gestellt werden. Die einzelnen Bestandteile des modularen Bikeparks lassen sich leicht transportieren, und können auch in Städten auf- und abgebaut werden.“

Lasten-E-Bike "Spicy Curry" von Yuba Bicycles

Die kalifornische Bike-Schmiede Yuba ist einer der Vorreiter für Lastenräder in der Fahrrad-Szene. Mit dem "Spicy Curry" werden die Gene der Marke nun für das E-Bike-Zeitalter weiterentwickelt.

Das Jury-Statement dazu: „Dieses Lastenrad mit Elektroantrieb ist ein durchdachter Beitrag auf dem Weg zu autofreien Städten. Der Gepäcktransport ist gut gelöst, und auch für schwere Lasten ausgelegt. Das Fahrrad mag auf den ersten Blick etwas behäbig wirken, lässt sich aber sehr flott und agil im Straßenverkehr bewegen.“

Kinder-MTB "Belter 20 Trail 3S" von Early Rider
In den letzten Jahren hat sich in Großbritannien eine Szene von Herstellern entwickelt, die sich auf hochwertige Kinderräder spezialisiert hat. Dazu zählt auch die Marke Early Rider, die mit dem "Belter 20" ein durchdachtes Sportgerät für die jüngsten Mountainbiker auf die Räder stellt.

Das Jury-Statement dazu: „Es gibt nur wenige Kinderräder, die so aussehen wie ein 'großes' Mountainbike. Das Belter ist so eines. Preiswürdig ist es dadurch, da alle wichtigen Komponenten wie Bremsgriffe mit verkürzter Griffweite, kurze Kurbeln und Schalthebel komplett auf Kinder ausgerichtet sind. Auch die Ausstattung mit hochwertigen Reifen ist in diesem Produktsegment eher die Ausnahme.“

Sportbrille "Variatronic S" von Uvex

Sportbrillen, deren Tönung sich selbständig auf unterschiedliche Licht-Situationen einstellt, kennt die Fahrrad-Szene schon länger. Die Geschwindigkeit, mit der dies bei den elektrochromatischen Scheiben der "Variatronic S" von Uvex geschieht, nämlich innerhalb einer Zehntelsekunde, ist jedoch außergewöhnlich.

Das Jury-Statement dazu: „Diese Fahrradbrille beeindruckt durch ihre Sensor-Technologie. Die Tönung passt sich geänderten Lichtverhältnissen an – und das so schnell, wie wir es von keiner anderen Brille kennen.“

Fahrradjacke "Pure Electric" von Diamond
Schnelle Pedelecs, die bis zu 45 km/h erreichen, werden immer beliebter. Die höheren Geschwindigkeiten erfordern jedoch auch eine neue  Sichtweise auf die Schutzausrüstung, der Pure Electric mit dieser neuen Jacke Rechnung trägt.

Das Jury-Statement dazu: „Die Fahrradjacke überträgt Elemente aus der Motorradbekleidung auf die Bedürfnisse von S-Pedelec-Fahrern. Das wird besonders an den integrierten Protektoren deutlich. Dabei trägt sich die Jacke sehr bequem.“

Mountainbike "Aenimal Bhulk" von Eurocompositi
Der Rahmen des "Aenimal Bhulk" wird in einem 3D-Druckverfahren hergestellt. Das dabei verwendete Biopolymer stammt aus nachwachsenden Ressourcen.

Das Jury-Statement dazu: „Das Aenimal Bhulk könn te einen neuen Trend begründen. Es ist das erste Mountainbike, dessen Rahmen mittels eines 3D-Druckers aus biologisch abbaubaren, recycelbaren und recycelten Materialien hergestellt wird. Wir zeichnen bei dieser Innovation auch die Vision aus, dass diese Technologie das Customizing und die Herstellung von Fahrrädern revolutionieren könnte.“

Neben den zwölf "Gold Awards" gab es in diesem Jahr auch einen "Green Award" für ein Konzept zum Recycling von Fahrradschläuchen des Reifenherstellers Schwalbe. „Fahrradhändler wissen oft nicht, wohin mit alten und kaputten Schläuchen. Schwalbe-Schläuche sind zu 100% recycelbar, und können von den Händlern nun kostenfrei an den Hersteller zurückgegeben werden.

Schon jetzt bestehen die fabrikneuen Schläuche von Schwalbe zu 20 % aus recyceltem Material“, sagte die Jury zu dieser Weiterentwicklung eines Konzepts, das schon seit einigen Jahren in ähnlicher Form bei Fahrradreifen angewendet wird.

„Das Teilnehmerfeld war sehr spannend. Es gibt viele Produkte, die wirklich interessant sind“, sagte Jury-Mitglied Jens Klötzer zu den diesjährigen Award-Gewinnern. Für den Redakteur der Fachzeitschrift „Tour“ steht nach getaner Arbeit fest: „2016 wird ein besonders spannendes Modelljahr für die Fahrrad-Branche.“

Mit großem Interesse wurde von den Jury-Mitgliedern auch die Entwicklung im E-Bike-Segment verfolgt, das in diesem Jahr besonders viele Wettbewerbsteilnehmer stellte.

„Bei den E-Bikes gibt es viel mehr Anwendungen als noch vor zwei Jahren. Und die Fahrräder sind schon sehr weit entwickelt. Ich kann mir vorstellen, dass es in fünf Jahren kein Fahrrad mehr ohne E-Motor gibt. Das geht so schnell, das erstaunt mich“, sagt Jury-Mitglied Rodrick de Munnik, Chefredakteur des niederländischen Fachmagazins "Fiets".

Weitere Juroren waren: Designer Nils Holger Moormann, Fahrrad-Journalist Daniel O. Fikuart (Chefredakteur Elektrorad), Mountainbike-Profi Karen Eller und Matia Bonato vom italienischen Familien-Unternehmen „Biciclette Rossignoli“

Die 13 Gewinner der "Gold Awards", und 51 weitere Gewinner eines "Eurobike Awards" werden noch bis Samstag, 29. August, auf der Fahrrad-Fachmesse in einer Sonderschau im Foyer West der Messe Friedrichshafen ausgestellt.

Die Internationale Fahrradmesse Eurobike hat an den Fachbesucher-Tagen von Mittwoch, 26. August bis Freitag, 28. August von 8.30 bis 18.30 Uhr, und am Publikumstag, Samstag, 29. August von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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Weitere Informationen

Messe Friedrichshafen GmbH
Neue Messe 1
88046 Friedrichshafen

Fon: 07541/ 708- 0
Fax:

E-Mail: info@messe-fn.de
Internet: www.eurobike-show.com/

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