Olympiasiegerin im Sprint

Vogel verliert den Sattel, aber gewinnt Gold

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Kristina Vogel hat bei den Olympischen Bahn-Wettbewerben in Rio de Janeiro im Sprint die Goldmedaille gewonnen. | Foto: Cor Vos

16.08.2016  |  Rio de Janeiro (rsn) - Kristina Vogel hat bei den Olympischen Bahn-Wettbewerben in Rio de Janeiro im Sprint die Goldmedaille gewonnen. Die Erfurterin bezwang im Finale die Britin Rebecca James in zwei Läufen. In der Runde zuvor hatte sie sich ebenfalls mit 2:0 gegen deren Teamkollegin Katy Marchant durchgesetzt.

Das Finale des zweiten Laufs gegen James entwickelte sich zu einer dramatischen Angelegenheit. Vogel zog den Sprint von vorne an, fuhr auf der Zielgeraden dann aber eine kleine Welle, wobei ihr der Sattel abfiel. James kam auf den letzten Metern noch stark auf und fast gleichauf schossen beide über die Ziellinie. Letztlich lag aber Vogel um winzige 0,004 Sekunden vor ihrer Konkurrentin.

"Ich habe einfach meinen Sattel verloren. Ich dachte: Okay das war's. Dann habe ich gemerkt, ich habe gewonnen. Ich hatte kurz das Gefühl, auf die Fresse zu fallen. Der Sprint ist die Königsdisziplin, das macht mich  so stolz", kommentierte die 25-jährige Vogel ihre erste Olympische Einzelmedaille.

Für die Keirin-Weltmeisterin ist es die zweite Medaille in Rio, nachdem sie am Freitag zusammen mit Miriam Welte aus Kaiserslautern Bronze im Teamsprint gewonnen hatte. Im Keirin hatte sie Platz sechs belegt. Welte war im Sprint im Hoffnungslauf ausgeschieden und wurde Elfte.

Vogel war am Sonntag nur mit der sechstbesten Qualifikationszeit in den Wettbewerb gestartet, hatte sich dann aber von Lauf zu Lauf gesteigert. Im Viertelfinale ließ sie der starken Hongkong-Chinesin Lee Wai-Sze keine Chance. Ähnlich erging es dann Marchant, die sich im kleinen Finale dann aber noch Bronze gegen die Niederländerin Elis Ligtlee holte.

Vogel durchlebte an den fünf Wettkampftagen von Rio ein Auf und Ab. Der Bronzemedaille im Teamsprint folgte die bittere Schlappe im Keirin (Platz sechs), ehe sie schließlich im Sprint triumphierte. Mit ihrem Sieg unterbrach sie im Übrigen nur kurzzeitig die Gold-Serie der Briten, denn im abschließenden Keirin siegte Jason Kenny und holte sich damit den insgesamt sechsten Olympiasieg seiner Karriere - es war zugleich das sechste Gold für Team Great Britain in Rio.

Der 28-Jährige jagte in einem engen Finale mit 71 Stundenkilometer als Erster über die Ziellinie. Der Niederländer Matthijs Buchli sicherte sich Silber vor Azizulhasni Awang aus Malaysia. Dem Chemnitzer Joachim Eilers, Weltmeister in dieser Disziplin, blieb trotz starker Vorstellung nur Rang vier.

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