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06.03.2026 | (rsn) - Fast zeitgleich mit Paris-Nizza (2.UWT) in Frankreich findet in Italien mit Tirreno-Adriatico (2.UWT) eine weiteres, stark besetztes Etappenrennen statt. Bei der Fernfahrt zwischen dem Tyrrhenischen Meer und der Adria bringen sich die sprintstarken Favoriten für Mailand-Sanremo in Schwung, aber auch die Klassementfahrer, die den Giro d'Italia im Blick haben, nutzen das siebentägige Rennen zu einer Standortbestimmung zwei Monate vor der ersten Grand Tour des Jahres.
Wir blicken auf die letzten zehn Austragungen zurück.
Die vom Profil her leichteste Austragung der letzten Jahre ging an Greg Van Avermaet (BMC Racing). Der Belgier hatte nach sieben Teilstücken einen Minivorsprung von einer Sekunde auf Peter Sagan (Tinkoff) ins Ziel gerettet. Das Gesamtpodium komplettierte der Luxemburger Bob Jungels (Etixx - Quick-Step). Dabei profitierte Van Avermaet von der schneefallbedingte Absage der Königsetappe mit Ziel am Monte San Vicino. Der Belgier übernahm am Tag darauf mit seinem Etappensieg in Cepagatti die Gesamtführung und rettete diese im abschließenden Einzelzeitfahren, in dem Tony Martin (Etixx - Quick-Step) beim Sieg von Fabian Cancellara (Trek - Segafredo) Dritter wurde, ins Ziel.
Zwei Jahre nach seinem ersten Coup ließ Nairo Quintana (Movistar) seinen zweiten Tirreno-Sieg folgen. Dieses Mal hatte der Kolumbianer 25 Sekunden Vorsprung auf Rohan Dennis (BMC) und 36 auf Thibaut Pinot (FDJ). Auch bei der diesjährigen Austragung legte Quintana den Gesamtsieg mit seinem Soloerfolg bei der Bergankunft am Terminillo. Durch seinen Sieg im abschließenden Einzelzeitfahren konnte sich Dennis noch auf Platz zwei im Klassement vorschieben.
Nach zwei Gesamtsiegen bei Paris - Nizza schlug Michal Kwiatkowski (Sky) nun erstmals bei Tirreno - Adriatico zu. Der Pole wies nach sieben Etappen einen Vorsprung von 24 Sekunden auf Damiano Caruso (BMC) auf, Rang drei ging an seinen Teamkollegen Geraint Thomas, der 32 Sekunden Rückstand hatte. Für die deutschen Erfolgserlebnisse sorgte Marcel Kittel (Katusha - Alpecin), der das zweite und das sechste Teilstück für sich entschied. Kwiatkowski selbst konnte sich nicht in die Liste der Etappensieger eintragen, fuhr aber auf den anspruchsvollen Etappen konstant vorne rein, wodurch er auf der 5. Etappe auch die Gesamtführung übernommen hatte, die er bis ins Ziel brachte.
Im Vorjahr noch Tirreno-Etappensieger, gelang Primoz Roglic (Jumbo - Visma) 2018 sein erster Gesamtsieg bei der siebentägigen Fernfahrt. Dabei entwickelte sich Tirreno zu einem wahren Sekundenkrimi, den der Slowene am Ende mit einer Sekunde Vorsprung gegen Adam Yates (Mitchelton - Scott) zu seinen Gunsten entschied, während Jakob Fuglsang (Astana) als Gesamtdritter 30 Sekunden Rückstand aufwies. Yates hatte bereits am zweiten Tag die Gesamtführung übernommen und war mit einem Vorsprung von 25 Sekunden auf Yates in das abschließende Einzelzeitfahren gegangen. Hier war Roglic allerdings 26 Sekunden schneller als der Brite und sichere sich so den Gesamtsieg.
Was seinem Zwillingsbruder Adam im Vorjahr noch knapp verwehrt geblieben war, holte nun Adam Yates (Mitchelton - Scott) nach. Bei der wegen der Corona-Pandemie auf den September verschobenen, dieses Mal acht Etappen umfassenden Fernfahrt hatte der Brite am Ende 17 Sekunden Vorsprung auf Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) und 29 auf den Polen Rafal Majka (Bora - hansgrohe). Yates legte den Grundstein für seinen Gesamterfolg mit seinem Solosieg an der Bergankunft in Sassotetto. Für die deutschen Starter war die Fernfahrt erfolgreich gestartet, so gewann Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) die ersten beiden Etappen und trug für zwei Tage das Führungstrikot und gewann am Ende die Punktewertung.
Wieder in den März zurückgekehrt und auf sieben Tagesabschnitte reduziert, bot Tirreno - Adriatico 2021 die große Bühne für Tadej Pogacar (UAE Team Emirates). Der Slowene siegte mit deutlichen 1:03 Minuten Vorsprung auf Wout Van Aert (Jumbo - Visma) und sogar 3:57 Minuten vor Mikel Landa (Bahrain - Victorious), der das Podium komplettierte. Pogacar stürmte mit seinem Soloerfolg bei der Bergankunft in Prati di Tivo an die Spitze der Gesamtwertung und baute die Führung an den nachfolgenden Tagen sukzessive aus.
Erstmals seit Vincenzo Nibali, der 20212 und 2013 gewann, gelang einem Fahrer bei Tirreno - Adriatico die Titelverteidigung. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) lag dieses Mal in der Endabrechnung sogar deutliche 1:52 Minuten vor dem Gesamtzweiten Jonas Vingegaard (Jumbo - Visma). Wie im Vorjahr komplettierte Mikel Landa (Bahrain - Victorious / +2:33) das Podium. Pogacar übernahm mit seinem Sieg an der Mini-Bergankunft in Bellante die Gesamtführung und baute diese durch seinen Solocoup in Carpegna weiter aus. Für einen perfekten Abschluss aus deutscher Sicht sorgte Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious), der sich in San Benedetto del Tronto den Sprintsieg sicherte.
Nach 2019 konnte Primoz Roglic (Jumbo - Visma) seinen zweiten Gesamtsieg bei Tirreno - Adriatico einfahren. Der Slowene hatte bei der 58. Austragung 18 Sekunden Vorsprung auf Joao Almeida (UAE Team Emirates) und 23 auf Tao Geoghegan Hart (Ineos Grenadiers). Eine starke Rundfahrt fuhr Lennard Kämna (Bora - hansgrohe), der mit 34 Sekunden Rückstand Vierter wurde. Der Deutsche war schon zum Auftakt vorne mit dabei, als er im Zeitfahren Zweiter wurde, die gleiche Platzierung fuhr Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious) auf der sprinterfreundlichen 3. Etappe heraus. Danach übernahmen die Bergfahrer um Roglic, der am vierten Tag die Mini-Bergankunft in Tororeto gewann, dadurch aber zumindest noch nicht die Gesamtführung übernehmen konnte. Diese hatte nämlich Kämna übernommen. Am Tag darauf zog Roglic mit seinem nächsten Tagessieg aber am Bora-Profi vorbei und ließ mit einem weiteren Tagessieg auf der 6. Etappe keinen Zweifel aufkommen, dass er die Fernfahrt gewinnen würde.
Nach Tadej Pogacar und Primoz Roglic trug sich mit Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) ein weiterer Grand-Tour-Spezialist in die Siegerliste ein. Der Däne hatte nach sieben Etappen einen Vorsprung von 1:24 Minuten auf Juan Ayuso (UAE Team Emirates) und 1:52 auf Jai Hindley (Bora - hansgrohe). Bester Deutscher war Lennard Kämna (Bora - hansgrohe) auf Platz acht. Für das deutsche Highlight sorgte allerdings Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious), der die 3. Etappe im Sprint für sich entscheiden konnte.
Ayuso hatte das Auftaktzeitfahren gewonnen und die Gesamtführung übernommen. Mit seinem souverän herausgefahrenen Sieg auf der 5. Etappe eroberte dann aber Vingegaard die Spitze der Gesamtwertung. Mit seinem zweiten Tagessieg in Folge baute er seine Führung weiter aus und ließ sich den Gesamtsieg am Schlusstag nicht mehr nehmen.
Die 60. Austragung des "Rennens zwischen den beiden Meeren" stand lange Zeit im Zeichen von Filippo Ganna (Ineos - Grenadiers). Der Italiener gewann das Auftaktzeitfahren und konnte sich insgesamt fünf Tage an der Spitze der Gesamtwertung behaupten. Auf der Königsetappe am vorletzten Tag schlug dann aber die Stunde von Juan Ayuso (UAE - Emirates - XRG). Der Spanier setzte sich mit seinem Sieg an der Bergankunft in Frontignano an die Spitze der Gesamtwertung und behauptete diese auch am Schlusstag.
Im Endklassement hatte Ayuso letztlich 35 Sekunden Vorsprung auf Ganna, der sich am Schlusstag noch an Antonio Tiberi (Bahrain - Victorious) vorbeischob und mit einer Sekunde Vorsprung auf seinen Landsmann den zweiten Platz belegte.
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