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23.08.2016 | (rsn) - Chris Froome (Sky) schien kurzzeitig in Problemen, Alberto Contador (Tinkoff) büßte eine weitere halbe Minute ein und liegt in der Gesamtwertung nun als Zwölfter bereits 1:31 Minuten hinter dem Roten Trikot. Doch die wahren Verlierer der ersten von zehn Bergankünften bei dieser Vuelta sind Andere: Sowohl der Beinahe-Giro-Sieger Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo) als auch Tour-de-Suisse-Sieger Miguel Angel Lopez (Astana) müssen das Thema Vuelta-Sieg oder Vuelta-Podium wohl bereits aus ihrem Kopf streichen.
Nachdem sein Team vor dem 1,8 Kilometer kurzen aber im Schnitt über 13 Prozent steilen Schlussanstieg zum Mirador de Ízaro aufs Tempo gedrückt und das Feld angeführt hatte, platzte Kruijswijk in den steilen Rampen und verlor 1:36 Minuten auf Alejandro Valverde (Movistar), Froome und Esteban Chaves (Orica-BikeExchange).
"Ich bin mit Ambitionen zur Vuelta gekommen und dann will man natürlich bei der ersten Bergankunft auch mit den Besten ins Ziel kommen", sagte der Niederländer, der im Mai erst auf der 19. Etappe das Rosa Trikot des Giro d'Italias verlor. "Heute war ich ganz klar nicht in der Lage, es zu tun. Ich habe mich nicht stark gefühlt. Die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist meine Krankheit vor ein paar Wochen, wegen der ich nicht so viel trainieren konnte."
Der Niederländer war nach dem Olympischen Straßenrennen krank geworden. Trotzdem will Kruijswijk noch nicht aufgeben: "Ich bin etwas zurückgefallen und muss jetzt schauen, dass ich mich im Verlauf des Rennens verbessern kann. Ich bin nicht in der besten Form, aber ich erwarte, dass sie in den kommenden Tagen immer besser wird."
Während er immerhin noch in Reichweite zu einer Top-Platzierung liegt, platzte der Traum vom Podium bei der Grand-Tour-Premiere für den 22-jährigen Kolumbianer Lopez knapp zehn Kilometer vor dem Ziel der 3. Etappe, als er in einen Sturz verwickelt wurde. Der Tour del'Avenir-Sieger von 2014 hielt sich das Gesicht und wurde anschließend von vier seiner Teamkollegen ins Ziel eskortiert - 12:33 Minuten nach Tagessieger Alexandre Geniez (FDJ).
Am Abend berichtete sein Team, Lopez habe sich drei Zähne abgebrochen und Prellungen an mehreren Stellen des Körpers davongetragen. Der Kolumbianer werde trotzdem in die 4. Etappe starten. Zwar ist der Kampf um eine Top-Platzierung im Gesamtklassement vorbei, doch seine erste dreiwöchige Rundfahrt zu Ende zu fahren, ist für einen 22-Jährigen schließlich auch ein wichtiges Ziel, um Erfahrungen zu sammeln.
Und möglicherweise kann Lopez im Verlauf der Rundfahrt auch noch auf Etappenjagd gehen, etwa so wie Tejay Van Garderen (BMC). Der US-Amerikaner nämlich erklärte am Freitagabend bereits, dass er nicht aufs Gesamtklassement schauen werde, sondern einzelne Etappen anvisiere. Diese Marschroute bestätigte er am Mirador de Ízaro, als er nicht voll durchzog und 7:55 Minuten einbüßte. BMC-Kapitän ist somit nun definitiv Samuel Sanchez, der zeitgleich mit Contador als Tagesachter 28 Sekunden nach Valverde, Froome und Chaves ankam.
Nicht mit den Besten mithalten konnten im steilen Finale der 3. Etappe auch der zweite US-Hoffnungsträger Andrew Talansky (Cannondale-Drapac), der 1:15 Minuten nach Geniez ankam, sowie Astanas neuer Kapitän Michele Scarponi, der 1:13 Minuten nach dem Sieger im Ziel war.
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