Kritik an Fluchtbegleiter Simon Clarke

Astana und Sanchez fehlen 150 Meter zum Erfolg

Von Daniel Brickwedde

Foto zu dem Text "Astana und Sanchez fehlen 150 Meter zum Erfolg"
Luis Leon Sanchez (Astana)| Foto: Cor Vos

27.08.2016  |  (rsn) Knappe Niederlagen schmerzen ganz besonders. Luis Leon Sanchez (Astana) musste diese Erfahrung am Ende der 7. Etappe nach Puebla de Sanabria machen. Statt seiner jubelte im Ziel Jonas Van Genechten (IAM) – dabei fehlten dem Spanier nur 150 Meter zum Sieg. Als die Meute ihn auf der leicht ansteigenden Zielgeraden stellte, entluden sich seine Verzweiflung und seine Enttäuschung mit einem wütenden Schlag auf seinen Lenker. Dabei hatten er und sein Team Astana bis dahin beinahe alles richtig gemacht.

"Wir hatten den Kurs im Vorfeld gut einstudiert", sagte Astanas Sportlicher Leiter Alexander Shefer. "Cataldo und Sanchez haben wirklich ein gutes Rennen geliefert. Es ist nun der dritte Tag in Folge, dass Sanchez nahe am Sieg war. Ich bin mir aber sicher, dass er seinen Sieg noch holen wird", erzählte Shefer weiter.

Gestärkt durch die guten Ergebnisse von Sanchez am Vortag mit Platz zwei hinter Sieger Simon Yates (Orica-BikeExchange) und Platz vier auf der 5. Etappe investierte Astana unterwegs nach Puebla de Sanabria viel Aufwand. Mit einer bemerkenswerten Tempoverschärfung zermürbte die kasachische Equipe auf den letzten 50 Kilometer zunächst das Fahrerfeld und formte am letzten Anstieg 28 Kilometer vor dem Ziel schließlich eine aussichtsreiche Gruppe mit ihren Fahrern Dario Cataldo und Luis Leon Sanchez. Im Finale blieben noch Sanchez und Clarke aus der Gruppe übrig – die Chance zum Tagessieg war da, doch blieb am Ende unerfüllt.

"Ich war sehr nahe dran am Sieg. Ich habe alles gegeben und kam mir deshalb nichts vorwerfen", bilanzierte Sanchez im Ziel. In Richtung seines Begleiters Clarke äußerste hingegen kleine Kritik: "Ich will nicht die Arbeit meines Fluchtgefährten schlecht reden, aber wenn nur einer arbeitet, dann ist es schwer, das Ziel zu erreichen." Clarke selber bezeichnete die Leistung von Sanchez allerdings bereits nach der Etappe als "bärenstark" und bemerkte: "Ich bin nicht sonderlich enttäuscht, dass wir nicht durchgekommen sind. Denn für mich wäre es nur um Platz zwei gegangen."

Für Sanchez wird die Jagd auf einen Etappensieg daher weitergehen. Nach dem Aus von Kapitän Miguel Angel Lopez rückt für Astana besonders sein Interesse in den Vordergrund. Denn, so erfolgreich er in der Vergangenheit mit fünf Tagessiegen bei der Tour de France war, bei der Vuelta a Espana klafft in dieser Hinsicht eine Lücke beim Spanier. An dieser wird er weiter arbeiten.

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