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02.10.2016 | (rsn) - Spannung bis auf die letzten Meter bot der Auftakt der hansgrohe Superprestige-Serie der Crosser im niederländischen Gieten. Am Ende trug Mathieu Van der Poel (Beobank-Corendon) den Sieg als Solist davon und setzte sich um acht Sekunden vor Weltmeister Wout Van Aert (Crelan-Vastgoedservice) durch. Doch der Niederländer hatte Glück: Am Ende des letzten langen Anstiegs durch den Sand von Gieten sprang Van Aert rund 300 Meter vor dem Ziel direkt vor Van der Poel wieder aufs Rad, musste dann aber noch einmal absteigen, weil beim Tragen die Kette heruntergefallen war.
Van der Poel zog allein davon und jubelte am Ende seines ersten Saisonrennens, nachdem ihn im Sommer wie schon im vergangenen Herbst eine Knieverletzung behinderte, wegen der er auch die ersten beiden Weltcuprennen in Las Vegas und Iowa ausgelassen hatte. Platz drei ging in Gieten in der niederländischen Provinz Drenthe an den Belgier Laurens Sweeck (ERA-Circus), der am Vortag noch den Soudal GP in Neerpelt für sich entschieden hatte.
Schon auf der ersten von insgesamt elf Runden auf dem kurzen, aber durch den Sand am Gietener Badesee schweren Kurs zeigten die Weltmeister der letzten beiden Jahre, Van Aert (2016) und Van der Poel (2015), dass sie an diesem Sonntag hellwach waren. Sie positionierten sich unter den ersten Fünf und ließen niemand wegfahren. Tom Meeusen (Telenet-Fidea) versuchte sich kurzzeitig abzusetzen, schaffte es aber nicht.
Auf der dritten Runde erhöhte dann Van der Poel die Schlagzahl und riss zunächst eine kleine Lücke. Hinter ihm führte Van Aert die Verfolger an, bevor er dann selbst zum Spitzenreiter nach vorne sprang. Von da an machte das Duo gemeinsam das Rennen, während sich dahinter eine sechsköpfige Gruppe um Sweeck, Meeusen, Toon Aerts (Telenet-Fidea), Klaas Vantornout (Marlux-Napoleon Games), Jens Adams (Crelan-Vastgoedservice) und Kevin Pauwels (Marlux-Napoleon Games) bildete.
Das Sextett hielt den Rückstand lange unter 20 Sekunden, kam aber auch nicht mehr richtig näher, bis Sweeck, Meeusen und Aerts ihre drei Begleiter stehen ließen und Sweeck schließlich auf der siebten Runde auch das Telenet-Fidea-Duo abhängte. Allein fuhr der ERA-Circus-Mann anfangs der achten Runde sogar zu den beiden Spitzenreitern vor, konnte dort aber nur kurz den Kontakt halten. Dann erhöhte Van Aert die Schlagzahl und Sweeck musste wieder abreißen lassen.
Van der Poel aber war Van Aert bei seinem Comeback zur Überraschung vieler über die gesamte Distanz ebenbürtig und glänzte im langen Sand-Anstieg kurz vor Start und Ziel immer wieder mit seiner Fahrtechnik, die ihm erlaubte dort im Sattel zu bleiben, während Van Aert häufiger zum Tragen wechseln musste. Allerdings kam Van der Poel auch einmal zu Fall, als er am zweiten von zwei Sprunghindernissen auf einer Gras-Passage hängen blieb. Der Niederländer war dort bis dahin jeweils per Bunny Hop hinüber gerauscht, während Van Aert und fast alle Kontrahenten von Beginn an auf Nummer sicher gingen und die Hindernisse laufend bewältigten - so wie Van der Poel von da an ebenfalls.
In der Schlussrunde spitzte sich das Duell am Ufer des Sees schließlich auf den bereits angesprochenen Sandanstieg zu. In der kurzen Abfahrt an dessen Eingang, den eine enge Rechtskurve bildete, quetschte sich Van der Poel innen neben Van Aert und zwang den Belgier so vom Rad. Der stürzte beim Loslaufen beinahe und neben ihm kam auch Van der Poel deshalb aus dem Gleichgewicht. Beide rannten schließlich durch den Sand hinauf in Richtung Ziel, wo Van der Poel versuchte Van Aert den Weg abzuschneiden, doch der Belgier setzte sich durch und stieg als Erster wieder auf - nur um dann zu merken, dass ihm die Kette heruntergefallen war.
Philipp Walsleben (Beobank-Corendon), der als einziger Deutscher in Gieten am Start stand, verpasste die Top Ten, die 1:58 Minuten nach Sieger Van der Poel dessen Landsmann Lars Van der Haar (Giant-Alpecin) abschloss.
Ergebnis:
1. Mathieu Van der Poel (Beobank-Corendon) 58:35 Minuten
2. Wout Van Aert (Crelan-Vastgoedservice) + 0:08
3. Laurens Sweeck (ERA-Circurs) + 0:13
4. Jens Adams (Crelan-Vastgoedservice) + 0:16
5. Toon Aerts (Telenet-Fidea) + 0:22
6. Klaas Vantornout (Marlux-Napoleon Games) + 0:25
7. Tom Meeusen (Telenet-Fidea) + 1:39
8. Tim Merlier (Crelan-Vastgoedservice) + 1:42
9. David van der Poel (Beobank-Corendon) + 1:43
10. Lars Van der Haar (Giant-Alpecin) + 1:58
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