Zukunft als Sportlicher Leiter lockt

Wegmann: "Münsterland Giro ist mein letztes Rennen für Stölting""

Von Joachim Logisch aus Münster

Foto zu dem Text "Wegmann:
Fabian Wegmann (Stölting) bei Rund um Köln im Juni | Foto: Cor Vos

03.10.2016  |  (rsn) - Mit etwas Wehmut geht Fabian Wegmann (Stölting) an den Start des Münsterland Giro in seiner Heimatstadt. Vor dem Start gab er radsport-news.com ein Interview.

Der Münsterland Giro ist ihr letztes Rennen für Stölting?
Fabian Wegmann: "Der Münsterland Giro ist mein letztes Rennen für Stölting! Wenn es überhaupt weitergeht, dann als Continental Team. Damit ist mein Vertrag ausgelaufen, der sonst bis 2017 gegolten hätte."

Conti möchten Sie nicht mehr fahren?
Fabian Wegmann: "Nein, ich habe noch Spaß an meinem Beruf, aber das Niveau der Rennen passt nicht. Ich will dort starten, wo ich noch Spaß habe. Wie vor zwei Wochen beim Grand Prix Wallonie. Da kann ich mich motivieren. Das sind Rennen, die mir liegen und da ist auch Konkurrenz, an der ich mich messen kann."

Wie es bei Ihnen weitergeht, können Sie aber noch nicht sagen.
Fabian Wegmann: "Noch nicht. Es steht 50:50, dass ich weiterfahre."

War das Jahr bei Stölting ein verlorenes für Sie?
Fabian Wegmann: "Das kann man nicht sagen. Ich hatte auch viel Spaß. Klar, es gab nicht die Erfolge. Aber wenn man nicht die Konstanz im Rennkalender hat, fehlt die Vorbereitung. Zum Beispiel wie beim Fleche Wallonne. Die Gegner kamen aus der Baskenland Rundfahrt, da hatten sie mehr Druck drauf als wir. Das merkten wir. Rennhärte kann man nicht trainieren."

Sie hatten auch sehr wenig Rennen.
Fabian Wegmann: "Auf ein paar mehr Wild Cards hatten wir gehofft. Dafür hatten wir Rennen, die mir beispielsweise nicht liegen, wie Katar und Oman. Das Problem haben aber alle Pro-Conti-Teams."

Können Sie sich erklären, warum Stölting so wenige Einladungen erhielt?
Fabian Wegmann: "Nein! Es gab aber auch sehr viele Pro-Conti-Teams. Die Konkurrenz war groß! Vielleicht wäre es nächstes Jahr einfacher gewesen. Wenn Bora in die WorldTour aufsteigen würde, wären wir das einzige deutsche Pro-Conti-Team gewesen. Uns fehlten auch die Erfolge, die wir letztes Jahr hatten. Es ist wie eine Spirale. Man wird nicht eingeladen, weil man vorher keine guten Rennen gefahren ist. Danach fehlen die Starts für die Form. So geht es immer weiter abwärts."

Falls Sie keinen Vertrag mehr erhalten sollten, wollen Sie aber dem Radsport erhalten bleiben?
Fabian Wegmann: "Auf jeden Fall!"

Sportlicher Leiter wäre etwas für Sie?
Fabian Wegmann: "Ja, oder in der Organisation. Der Münsterland Giro wächst ja auch jedes Jahr! Vielleicht gibt es noch etwas anderes. Ich hänge am Radsport. Vor zwei Jahren hatte ich ein Angebot als Sportlicher Leiter, da war ich noch nicht soweit. Jetzt ist es schon etwas anderes. Irgendwann kommt ja der Schritt, dass man aufhört. Nicht so wie bei Jens Voigt, der immer noch eine Saison drangehängt hat", sagt er und schmunzelt dabei.

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