Freiburger erst in Doha für WM-Zeitfahren nominiert

Sütterlin hofft bei seiner Premiere auf ein Top-Ten-Resultat

Von Daniel Brickwedde

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Jascha Sütterlin (Movistar) | Foto: Cor Vos

12.10.2016  |  (rsn) - Die große Medaillenhoffnung hat sich für Jasha Sütterlin (Movistar) bei der Weltmeisterschaft in Doha nicht wiederholt. Im Vorjahr gewann er mit seiner spanischen Equipe die Bronzemedaille im Mannschaftszeitfahren – dieses Mal gingen er und sein Team leer aus. Am Ende sprang nur Platz sechs heraus.

Ein Ergebnis mit gemischten Gefühlen, wie Sütterlin verriet. "Die Form hat bei uns allen gestimmt. Aber was die wenigsten mitbekommen haben, ist, dass unser bester Mann nach zwei Kilometern sein Rad mit einer defekten Schaltung wechseln musste. Wir sind dann erst mal fünf Kilometer Vollgas gefahren und erst dann wurde uns gesagt, dass wir warten sollen. Da war das Rennen aber schon gelaufen."

Für Sütterlin heißt es aber abhaken und nach vorne schauen. Während im Vorjahr nach dem Mannschaftszeitfahren die WM für ihn vorbei war, darf er in diesem Jahr auch die Einzelwettbewerbe bestreiten – inklusive dem Einzelzeitfahren als zweiter deutscher Starter neben Tony Martin (Etixx-QuickStep). Eine Entscheidung, die der Verband allerdings erst vor Ort fällte. "Wer sich besser fühlt, sollte an den Start gehen. Nils Politt hat offen gesagt, dass er nicht bei 100 Prozent ist, und hat mir den Startplatz überlassen", beschrieb Sütterlin seine Nominierung.

Der Parcours ist dabei identisch zum Mannschaftszeitfahren. Für den Freiburger sind es dennoch zwei völlig verschiedene Rennen. "Man muss sich die Kräfte sehr gut einteilen. Das Rennen im Einzelzeitfahren wird erst in der zweiten Hälfte entschieden, wenn es in die Stadt reingeht", schätzte er die 40 Kilometer lange Strecke ein. "Wenn der Wind so bleibt, wie in den letzten Tagen und mal von der Seite, mal von hinten und mal von vorne kommt, dann ist das Zeitfahren alleine ziemlich schwierig", so der Movistar-Profi weiter.

Die Hitze macht ihm dagegen weniger aus. Seit einer Woche befindet er sich in Doha und hat sich mittlerweile an die extremen Klimabedingungen gewöhnt. "Eigentlich hatte ich nur in den ersten Tagen Probleme mit der Hitze. Im Rennen hatte ich dann keine mehr. Im Hochsommer bin ich viele Rennen in Spanien gefahren und hier ist es vielleicht ein oder zwei Grad wärmer. Eigentlich muss man nur viel trinken und dann kann man das sehr gut überstehen", so Sütterlin.

Und was springt am Ende für die deutschen Starter im Einzelzeitfahren heraus? Für Tony Martin sieht er beste Chancen auf den Titel. "Wenn er so fährt, wie im Mannschaftszeitfahren, dann kommt da keiner heran. Nicht auf dem Kurs", sagte er zu den Aussichten seines deutschen Kollegen. Bei seinen eigenen Chancen ist er zurückhaltender. Eine Zielsetzung will er nicht ausgeben. Ein Platz unter den ersten zehn oder fünfzehn hält er aber für machbar. "Wenn es richtig gut läuft", fügte Sütterlin an.

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