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31.10.2016 | (rsn) - Von Dienstag bis Freitag fand in Porec in Kroatien das erste Trainingscamp des neuen Teams Bahrain-Merida statt. radsport-news.com hatte dort auch Gelegenheit, mit Joaquim Rodriguez zu sprechen, der schon im Sommer seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, dann aber einen Rückzieher machte und 2017 Teamkollege von Vincenzo Nibali wird.
Sie hatten ihr Karriere-Ende schon verkündet. Nun hängen Sie überraschend noch ein Jahr dran. Warum?
Joaquim Rodriguez: "Meine letzten Rennen in Italien waren nicht so, wie man sich als Profi einen Abschied vorstellt. Nach der Tour und Olympia (Siebter. in Paris und Fünfter in Rio, d.Red.) war ich ganz zufrieden. Aber ich sollte noch drei Rennen fahren, auf die ich nicht wirklich gut vorbereitet war, weil ich sechs Wochen lang wenig trainiert hatte. Die Ergebnisse waren entsprechend.
Dann kam (Team-Manager) Brent Copeland schon bald nach Il Lombardia mit seinem Angebot, und ich konnte nicht widerstehen."
Welche Ziele haben Sie für die Saison 2017?
Rodriguez: "Da denke ich derzeit noch drüber nach, und werde wohl noch ein wenig Zeit brauchen. Ich spreche mit meiner Familie, mit Freunden aus dem Peloton. Wenn ich 2017 Rennen fahre, möchte ich hundert Prozent geben und um Siege mitfahren. Ich möchte meine Profi-Laufbahn so beenden, dass ich zufrieden sein kann. Ob das tatsächlich so passieren wird, ist aber derzeit noch offen. Hängt auch davon ab, wie meine Vorbereitung läuft."
Ab 2018 haben Sie eine Rolle im Betreuerstab von Bahrain-Merida. Hätten Sie auch ohne diese Perspektive Ihren "Rücktritt vom Rücktritt“ vollzogen?
Rodriguez: "Was mir vorschwebt, ist eine Art Berater- oder Mentor-Rolle. So etwas gibt es im Radsport bisher nicht. Aber in der Motorrad-Königsklasse MotoGP, wo ein Freund von mir fährt, ist das sehr verbreitet. Viele Ex-Fahrer unterstützen dort die Jungen in den Teams, stehen ihnen mit ihrer Erfahrung, Rat und Tat zur Seite. Das möchte ich bei Bahrain-Merida ab 2018 auch tun."
Mit Ihnen, Vincenzo Nibali und Ion Izagirre hat das Team drei Kapitäne für die großen Rundfahrten. Werden Sie sich - wie 2016 schon - auf die Tour fokussieren?
Rodriguez: "Wie ich von Brent und Vincenzo gehört habe, werden wir die Saison rund um den Giro aufbauen. Der findet nächstes Jahr zum hundertsten Mal statt. Und Vincenzo ist ja nicht nur Titelverteidiger, sondern auch Sizilianer, wo es zwei Etappen geben wird. Wie in unseren Plan die Tour reinpasst, werden wir sehen..."
Was trauen Sie Ihrem neuen Team in der kommenden Saison zu?
Rodriguez: "Wir haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Profis, dazu einen starken Kapitän. Das sind alles professionelle Fahrer, die gut zusammenpassen. Ich freue mich darauf, mit ihnen zu arbeiten."
Wie sind Ihre ersten Eindrücke vom Team?
Rodriguez: "Wir haben uns alle zum ersten Mal getroffen und uns schnell gut verstanden. Wir haben Fußball gespielt, Tischtennis und Kicker – es hat Spaß gemacht. Alle sind mit viel Enthusiasmus am Start, und wir haben alle das gleiche Ziel, mit dem neuen Team richtig viel zu erreichen. Ich fühle mich an 2005 erinnert, als Katusha anfing: Da war die Begeisterung ähnlich groß, und wir haben dann auch tatsächlich viel geschafft."
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