28. Giro d´Italia Internazionale Femminile

Ohne Bergankunft, aber mit hartem Zeitfahren gen Süden

Von Felix Mattis

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Megan Guarnier (Boels-Dolmans) gewann den Giro d´Italia 2016 | Foto: Cor Vos

13.04.2017  |  (rsn) - Der Giro d'Italia der Frauen wird in diesem Jahr weniger bergig als zuletzt und führt vom Nordosten Italiens bis weit in den Süden, wo er in der Nähe von Neapel am 9. Juli in Torre del Greco zu Ende gehen wird. Renndirektor Giuseppe Rivolta hat die neue Route des Rennens nun Meda im Norden von Mailand vorgestellt. Los geht es mit einem Mannschaftszeitfahren, auch ein kurzes, aber mit zwei harten Anstiegen gespicktes Einzelzeitfahren steht auf dem Programm - und am Schlusstag geht es am Vesuv entlang, allerdings nicht auf ihn hinauf. Bergankünfte finden sich in der 28. Austragung der Rundfahrt allerdings keine.

Nach dem flachen Mannschaftszeitfahren an der Küste wartet die 2. Etappe bereits mit einem schweren Anstieg auf. 25 Kilometer vor dem 293 Meter hohen Ziel in Montereale Valcellina geht es durch das 846 Meter hohe Andreis. Das lädt zum Attackieren ein, die Ankunft einer großen Gruppe scheint aber trotzdem vorprogrammiert.

Die Etappen 3 und 4 warten ohne größere Schwierigkeiten auf und dürften ganz und gar den Sprinterinnen gehören, wobei das vierte Teilstück sogar wirklich topfeben rund um Occhiobello in der Provinz Rovigno führt. Nach einem rund 350 Kilometer langen Autotransfer am Abend steht tagsdrauf in Sant'Elpidio a Mare an der Adria der erste Scharfrichter in Sachen Gesamtsieg auf dem Programm: ein zwar nur 12,7 Kilometer kurzes, dafür aber sehr hartes Einzelzeitfahren. Zwei Mal geht es während dieser Distanz von beinahe Meereshöhe auf über 220 Meter hinauf.

Die 6. Etappe wird 90 Kilometer südlich ebenfalls an der Küste in Roseto degli Abruzzi noch einmal eine Angelegenheit für die Sprinterinnen, bevor nach einem weiteren 200-Kilometer-Transfer Isernia erreicht wird und dort die mit 142 Kilometern längste Etappe des Giros beginnt - eine sehr wellige Strecke durch Kampanien mit Ziel in Baronissi. Einziger kategorisierter Anstieg ist allerdings auch hier einer hinauf ins 565 Meter hohe Montemiletto, der bereits 43 Kilometer vor dem Ziel wartet.

Die 8. Etappe führt anschließend über 141,8 Kilometer von Baronissi nach Centola im Nationalpark von Cilento und stellt die Königsetappe des Giro d'Italia dar. Bevor das 40 Meter hoch gelegene Ziel in Centola erreicht wird, geht es 28 Kilometer zuvor noch durch das 753 Meter hohe Cuccaro Vetere, das zuvor über 20 Kilometer stufenweise ebenfalls bereits von Meereshöhe aus erklommen werden muss.

Am vorletzten Tag wartet noch einmal eine Sprinteretappe über 122 Kilometer von Palinuro nach Polla im Hinterland der Region Salerno, bevor am letzten Abend der Rundfahrt noch einmal 120 Kilometer im Auto absolviert werden, um das Finale in Torre del Greco zu erreichen. Die Schlussetappe führt über 124 sehr wellige Kilometer, an deren Ende 16 Kilometer vor dem Ziel noch eine letzte rund sechs Kilometer lange Steigung auf 396 Meter nach Ercolano zum Monumento Vesuvio wartet. Zehn Abfahrtskilometer führen schließlich zurück nach Torre del Greco, wo der 28. Giro d'Italia nach 1.010 Kilometern endet.

Die Nachfolgerin von Megan Guarnier (Boels-Dolmans) als Giro-Siegerin sollte also wohl eine starke Allrounderin sein, die am Auftakttag im Mannschaftszeitfahren kaum Zeit einbüßt und im schweren Einzelzeitfahren glänzen kann, um sich anschließend an den wenigen schweren Bergen bei den Klettererinnen festzubeißen.

In der Pressemitteilung zur Streckenvorstellung ist die Rede von TV-Übertragungen auf RAI 2 - allerdings ohne den Begriff 'Live' zu verwenden. Im vergangenen Jahr wurde täglich eine kurze Zusammenfassung in das Finale der gleichzeitig laufenden Tour de France-Übertragung eingebaut oder direkt an deren Anschluss gezeigt - sowie eine längere Zusammenfassung am Abend.

Die Etappen:
1. Etappe, 30.6.: Aquileia - Grado (11,5 km, Mannschaftszeitfahren)
2. Etappe, 1.7..: Zoppola - Montereale Valcellina (122 km)
3. Etappe, 2.7.: San Fior - San Vendemiano (100 km)
4. Etappe, 3.7.: Occhiobello - Occhiobello (118 km)
5. Etappe, 4.7.: Sant'Elpidio a Mare - Sant'Elpidio a Mare (12,7 km, Einzelzeitfahren)
6. Etappe, 5.7.: Roseto degli Abruzzi - Roseto degli Abruzzi (116 km)
7. Etappe, 6.7.: Isernia - Baronissi (142 km)
8. Etappe, 7.7.: Baronissi - Palinuro (141,8 km)
9. Etappe, 8.7.: Palinuro - Polla (122,3 km)
10. Etappe, 9.7.: Torre del Greco - Torre del Greco (124 km)

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