Cross-Superstar bei Ronde und in Roubaix?

Van Aert will sich 2018 bei den großen Klassikern probieren

Von Felix Mattis

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Wout Van Aert (Verandas Willems-Crelan) | Foto: Cor Vos

13.04.2017  |  (rsn) - Cross-Weltmeister Wout Van Aert (Verandas Willems-Crelan) könnte im kommenden Jahr eine Rolle bei den großen Frühjahrsklassikern auf der Straße spielen. Jedenfalls scheint sich der 22-Jährige das zu wünschen. "Ich habe Wout gesagt, dass er das als einen Test sehen sollte. Er muss sich bei all den Klassikern ausprobieren", erklärte sein Trainer Marc Lamberts laut sport.be.

"Aber ich habe ihm auch empfohlen, sich zu entscheiden: entweder voll auf diesen Plan zu setzen oder 100 Prozent auf den Cross. Beides gleichzeitig ist im Radsport momentan nicht mehr möglich. Ich habe viele sagen hören, dass es kombiniert werden kann. Aber viele dieser Jungs fuhren damals mit einem anderen Kraftstoff."

Van Aert ist im Sommer ohnehin vermehrt auf der Straße unterwegs und wurde nach einem vierten Platz bei der Nachwuchs-Variante des Omloop Het Nieuwsblad 2015 im vergangenen Jahr Achter der Belgien-Rundfahrt - inklusive einem Sieg im Prolog, wo er auf sechs Kilometern keinen geringeren als Tony Martin um zwei Sekunden auf Rang zwei verwies. Doch nun will sich der Cross-Überflieger wohl auch an den ganz großen Rennen versuchen. Die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix sollen das Ziel sein, heißt es in belgischen Medien.

Sein Team Verandas Willems-Crelan ist mit einer ProContinental-Lizenz ausgestattet und dürfte sich zumindest bei den belgischen Rennen daher Hoffnungen auf eine Wildcard machen, wenn es den Veranstaltern den Start des dann 23-jährigen belgischen Superstars verspricht. Doch Teamchef Nick Nuyens dämpft die Euphorie: "Wout bleibt in erster Linie Crosser. Die Cross-WM und der Weltcup haben Vorrang", versicherte er laut Het Nieuwsblad. Auch die anderen wichtigen Cross-Serien hansgrohe Superprestige und DVV verzekeringen Trofee hätten weiterhin hohe Priorität.

Kein Wunder, denn die belgischen Sponsoren zahlen ihr Geld in erster Linie deshalb, weil der Cross-Weltmeister ihnen bei den in Belgien und der Niederlande so wichtigen Cross-Rennen Woche für Woche große Medienpräsenz beschert. Starts bei den großen Straßen-Klassikern dürften zwar auch eine große Beachtung finden, mit Siegen dürfte man aber wohl zunächst kaum rechnen.

Und ein Start bei einem frühen Klassiker wie Omloop Het Nieuwsblad könnte im kommenden Winter auch deshalb schwer werden, weil die Cross-WM 2018 in Valkenburg eine Woche später stattfindet als bislang und somit nur drei Wochen bis zum Omloop blieben. Da böte sich eine Pause mit Trainingslager Anfang März und anschließenden Starts bei E3 Harelbeke, Gent-Wevelgem und der Ronde tatsächlich eher an.

Trotzdem scheint der Plan zu reifen. Wie berichtet wird, soll Van Aert im kommenden Winter die Zahl seiner Cross-Rennen herunterschrauben. Statt wie 2016/2017 42 Events mitzunehmen, dürften es dann nur noch 30 sein - etwa so viele, wie sein großer Cross-Kontrahent Mathieu van der Poel (Beobank-Corendon) ohnehin nur bestreitet. Und was sagt der, van der Poel war 2013 immerhin Straßen-Weltmeister der Junioren, zu Plänen für die Klassiker? "Auch in unserem Team ist das ein Weg, über den nachgedacht wird. Nicht unbedingt für 2018, das könnte auch 2019 oder 2020 passieren", so der Niederländer. Beobank-Corendon allerdings verfügt bislang nur über eine Kontinental-Lizenz. Da würde es mit einer Wildcard schwer.

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