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28.05.2017 | (rsn) - Im abschließenden Einzelzeitfahren des 100. Giro d’Italia verspricht nicht nur der Kampf um das Rosa Trikot viel Spannung. Auch in der Nachwuchswertung ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Um das Weiße Trikot werden sich heute auf den 29,3 Kilometern von Monza nach Mailand Adam Yates (Orica-Sott) und Bob Jungels (Quick-Step Floors) streiten.
Angesichts von nur 28 Sekunden Vorsprung sieht Yates allerdings den Luxemburgischen Zeitfahrmeister deutlich im Vorteil. "Das ist bei 30 Kilometern nicht wirklich genug gegen ihn. Ich werde mein Bestes geben, aber ich bin realistisch und es ist ziemlich unwahrscheinlich“, sagte der Brite zu seinen Aussichten, das Weiße Trikot mit nach Hause nehmen zu können.
Ein Rückblick auf das erste Giro-Zeitfahren bestätigt Yates' Skepsis, denn auf der damaligen 10. Etappe nahm ihm Jungels auf dem 39,8 Kilometer langen Parcours von Foligno nach Montefalco 1:43 Minuten ab - und das auf hügeligem Gelände, das Yates eher liegt. Auf dem Rollerkurs der heutigen 21. Etappe wird dagegen der Quick-Step-Profi seine Fähigkeiten voll ausspielen können.
Dabei sah es am Freitag auf der 19. Etappe zwischenzeitlich so aus, als ob Yates seinen Vorsprung gegenüber Jungels ausbauen könnte. Denn der fiel im Gardenapass aus der Favoritengruppe heraus, schaffte nach einer Verfolgungsjagd von 50 Kilometern aber wieder den Anschluss und kam zeitgleich mit Yates ins Ziel. Am gestrigen Samstag endete die Etappe nach Aisago ebenfalls mit einem Patt zwischen beiden.
“Ich hatte zwei sehr gute Tage und bin darüber sehr froh. Für morgen bin ich jetzt in einer guten Position“, sagte der 24-jährige Jungels, der als Neunter der Gesamtwertung eine Position hinter dem gleichaltrigen Yates liegt. Platz sechs wie bei seinem Giro-Debüt im vergangenen Jahr wird angesichts seines Rückstands von fast sechs Minuten auf den Italiener Domenico Pozzovivo (Ag2R) nicht mehr möglich sein, die Verteidigung des "Maglia Bianca“ aber sehr wohl.
Dabei spekulierte Jungels gestern sogar auf einen zweiten Etappensieg und half dem am letzten Anstieg des Tages abgehängten Tom Dumoulin (Sunweb), den Rückstand auf die Spitzengruppe um Nairo Quintana (Movistar) auf letztlich 15 Sekunden zu begrenzen. Die Unterstützung des Niederländers war dabei allerdings eher ein Nebenprodukt seiner eigenen Ambitionen, wie Jungels erklärte.
"Mein Ziel war der Etappensieg. Aber leider konnten wir die Lücke nicht mehr schließen, obwohl wir im Anstieg und auf den letzten 15 Kilometern gut zusammengearbeitet haben“, sagte der Luxemburgische Meister, der angesichts von nur sieben Sekunden Rückstand fünf Kilometer vor dem Ziel tatsächlich kurzzeitig auf einen weiteren Tageserfolg bei diesem Giro hoffen konnte.
Dann wuchs der Abstand zwischen beiden Gruppen allerdings wieder an, und letztlich gewann Jungels nur den Sprint der Verfolgergruppe und wurde Etappensechster. Damit schuf er sich allerdings eine exzellente Ausgangspoition, um heute in Mailand als bester Jungprofi ausgezeichnet zu werden.
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