Medien: Brailsford traf Präsident Duque

Wird aus Sky das erste kolumbianische WorldTour-Team?

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David Brailsford am zweiten Ruhetag der Tour de France 2019. | Foto: Cor Vos

13.02.2019  |  (rsn) - Es wäre die perfekte Geschichte: Am Rande der Tour Colombia 2.1 machen Gerüchte die Runde, das Team Sky könne künftig unter kolumbianischer Flagge mit kolumbianischen Geldgebern unterwegs sein - der Rennstall des kommenden GrandTour-Stars Egan Bernal und des Kletter-Talents Ivan Sosa als erste WorldTour-Mannschaft aus deren Heimat, fast wie im Märchen.

Doch ganz so surreal wie ein Märchen muss dieses Szenario gar nicht sein. Denn Bernals Teamchef David Brailsford hat sich, wie die kolumbianische Zeitung El Espectador berichtet, mit Kolumbiens Präsident Ivan Duque und dem Direktor des Sportministerium, Ernesto Lucena, getroffen, um angeblich genau darüber zu sprechen.

"Es ist der Traum und die Hoffnung, die wir haben", wird Lucena zitiert. Der Sportminister Kolumbiens weiß genau, was finanziell nötig wäre, um das Team zu übernehmen. "Das Projekt könnte rund 30 Millionen Dollar pro Jahr kosten, was durch die Einigkeit von drei oder vier multinationalen Unternehmen machbar wäre, glauben wir."

Arrangiert habe das Treffen der ehemalige Sky-Profi Rigoberto Uran, der für Education First nach dem Auftakt-Teamzeitfahren die Rundfahrt Tour Colobia 2.1 anführt. Brailsford soll Präsident Duque auf dessen Anwesen in der Hauptstadt Bogota besucht haben, bevor er zur sechstägigen Rundfahrt in die Region Antioquia rund um das 450 Kilometer entfernte Medellin reiste.

Sky hat mit Bernal und Sosa sowie Sebastian Henao derzeit drei Kolumbianer in seinen Reihen und beschäftigte zuvor auch Uran sowie Sergio Henao. Gegenüber cyclingnews.com sagte Brailsford vor Rundfahrtbeginn: "Der Reichtum an Talent, den es in diesem Land gibt, steht keinem anderen nach." Der Brite schwärmte regelrecht von der Radsport-Kultur der Kolumbianer und betonte, sich intensiv mit Kolumbien als Land und Gesellschaft beschäftigt zu haben. Auch Chris Froome verbrachte in diesem Winter einige Wochen in Kolumbien und wurde von den dortigen Radsport-Fans sehr freudig empfangen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich das kolumbianische Sportministerium maßgeblich an einem Radsport-Profi-Team beteiligt. Bis ins Jahr 2015 bestand das Team Colombia, aus dem unter anderem Nairo Quintana, Esteban Chaves, Sergio Henao, Darwin Atapuma und Jarlinson Pantano hervorgingen.

Der Rennstall wurde 2007 als Colombia es Pasion gegründet und zu großen Teilen vom Sportministerium finanziert, dessen Name Coldeportes auch von 2008 bis 2012 im Teamname auftauchte. 2013 und 2014 nahm der Rennstall sogar am Giro d'Italia teil. Er besaß aber immer nur eine ProContinental-Lizenz. Aktuell gibt es mit dem 2017 bei der Vuelta a Espana vertretenen Manzana Postobon nur noch ein ProConti-Team aus Kolumbien.

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