20-jähriger Slowene gewinnt die Volta ao Algarve

Pogacar kontert eiskalt, als Kragh Andersen müde wird

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Tadej Pogacar (UAE - Team Emirates) hat die Volta ao Algarve gewonnen. | Foto: Cor Vos

25.02.2019  |  (rsn) - Keiner hätte auf den letzten 20 Kilometern der Volta ao Algarve noch einen Pfifferling auf Tadej Pogacar (UAE - Team Emirates) gesetzt, als die Angriffe auf sein Gelbes Trikot begannen. Ist der Slowene doch gerade erst 20 Jahre alt und vermeintlich unerfahren. Doch Pogacar reagierte eiskalt, wartete auf seine Chance und gewann im Stil eines ausgebufften Profis die fünftägige Rundfahrt im Süden Portugals!

"Ich geriet schon leicht in Panik, aber Petilli und Conti (seine Teamkollegen, d. Red.) waren sehr gut, so dass es wirklich gut lief für uns", schilderte Pogacar die Lage, als es auf der 5. Etappe im Anstieg zum Vermelhos, dem letzten Anstieg vor der Bergankunft, kritisch für ihn wurde.

Der Zweitplatzierte Sören Kragh Andersen (+0:29/Sunweb) und der Fünfte David de la Cruz (Sky) eröffneten die Attacken. Zdenek Stybar (Deceuninck - Quick-Step) und Stephen Cummings (Dimension Data) gesellten sich dazu. 12 Kilometer vor dem Ziel hatten sie das Führungsquartett erreicht, das aus einer ursprünglich 13 Köpfe starken Ausreißergruppe um Nils Politt (Katusha - Alpecin), Andreas Schillinger (Bora - Hansgrohe), Jonas Koch (CCC Team) und Stefan Küng (Groupama - FDJ) übrig geblieben war.

Kragh Andersen hielt sich nicht lange auf und zog gleich durch. Nur Cummings und Stybar konnnten dem Dänen folgen. Hinter ihnen hatte Pogacar zunächst alle Helfer verloren. Nur Petilli konnte noch mal aufschließen und seinem Kapitän einige Kilometer helfen.

Packende Aufholjagd im Schlussanstieg

Als der 2,7 Kilometer lange Schlussanstieg begann, die zweite Passage auf den Alto do Malhao (2. Kat), lag Pogacar rund 1:20 Minuten hinter Kragh Andersen zurück, der nun virtuell mit fast einer Minute Vorsprung die Führung erobert hatte.

Scheinbar stoisch stiefelte Pogacar im sich ständig verkleinerten Verfolgerfeld den Berg hinauf. Vorne verließen Kragh Andersen die Kräfte und als hinter ihm auch die Verfolgung zusammenbrach, legte Pogacar selbst los. Mit nur noch 15 Sekunden Rückstand auf den Dänen erreichte er als Sechster die Ziellinie.

Mit einer taktisch tollen Leistung hatte er seinen ersten großen Sieg eingefahren. "Ein Traum ist wahr geworden. Es fällt mir schwer zu glauben, dass ich gewonnen habe", schien Polgacar im Siegerinterview selbst überrascht.

Auch Etappengewinner Zdenek Stybar (Deceuninck - Quick-Step) konnte seinen Erfolg kaum fassen. "Es war das dritte Mal, dass ich in einer letzten Etappe in einer Ausreißergruppe unterwegs war. Letztes Jahr wurde ich hier einen Kilometer vor Schluss eingeholt", erzählte der Tscheche, der sich diesmal aber nicht mehr fangen ließ. "Mein Plan war eigentlich, zu warten, um Enric Mas im letzten Anstieg zu helfen zu können. Doch als ich die Attacke von David de la Cruz und Sören Kragh Andersen sah, dachte ich, es wäre ein guter Zeitpunkt, mitzugehen."

Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte!

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