Gesamtzweiter und bester Amateur

Rips lebt in der Bundesliga seinen Radsporttraum

Von Eric Gutglück

Foto zu dem Text "Rips lebt in der Bundesliga seinen Radsporttraum"
Adrian Rips (BIKE Market Team) bei der Erzgebirgsrundfahrt | Foto: Carla Nagel

14.06.2019  |  (rsn) – Wenn am Sonntag die Rad-Bundesliga 2019 mit der Deutschen Meisterschaft am Berg in Linden fortgesetzt wird, hat Adrian Rips (BIKE Market Team) ein besonderes Ziel: Nach bislang zwei Läufen liegt der 24-Jährige mit 228 Punkten als Gesamtzweiter zwar schon recht deutlich hinter dem Führenden John Mandrysch (P&S Metalltechnik/399), doch als bester Amateur trägt Rips das Orange Trikot, das er so lange wie nur möglich behalten möchte.

Im Gespräch mit radsport-news.com verriet der Maschinenbau-Student, dass seine Ausgangslage nicht von ungefähr kommt: "Ich bin die letzten zwei Jahre schon Bundesliga gefahren und lege mittlerweile meinen kompletten Fokus darauf. Mein Team schenkt mir das Vertrauen und setzt auf mich, dafür bin ich sehr dankbar.“ Dieses Vertrauen zahlte Rips mit zwei siebten Plätzen bei Rund um Düren und der Erzgebirgs-Rundfahrt zurück. Mit der Übernahme des Orangen Trikots erfüllte er sich zudem einen großen Traum: "Ich hatte immer mal das Ziel, ein Trikot im Radsport zu holen. Deshalb zähle ich das Trikot zum größten Erfolg meiner Radsportkarriere. Das übertrifft auch meinen Landesmeistertitel in Schleswig-Holstein.“

Schon 2018 lag der Norderstedter in aussichtsreicher Position im Kampf um einen Top-15-Platz in der Bundesliga, doch dann verhinderte ein Bänderriss die Teilnahme an den letzten drei Läufen. "Ich bin beim Volleyballspielen auf einer Wiese in ein Loch getreten und umgeknickt. Die Verletzung hat mich rausgebracht, ich konnte zehn Wochen gar nicht trainieren. Das war auch mental sehr hart. Dann habe ich mich im Winter nochmal aufgerafft und hatte die leise Hoffnung, dass ich jetzt so gut mitfahren kann – aber gerechnet habe ich damit nicht.“ Bis zu 25.000 Kilometer spult Rips im Jahr ab, sein Training hat er extra für die Bundesliga angepasst: "Ich fahre jetzt öfter längere Einheiten, da die Rennen statt zwei auch gern mal vier Stunden dauern.“

Sein Sportlicher Leiter Jörg-Wolff Gebauer zeigt sich vom Erfolg seines Schützlings ebenfalls überrascht. "Als wir unsere Saisonziele für die Bundesliga festgelegt haben, waren wir uns einig, dass wir bis zum Ende der Saison einmal unter die Top Ten im Tagesergebnis fahren und im Kampf um das Orange Trikot einige Akzente setzen wollen. Aber seit Saisonbeginn überschlagen sich die Ereignisse. Schon bei Rund um Düren waren wir überrascht, dass Adrian Siebter wurde und damit das Trikot übernahm. Bei der Erzgebirgs-Rundfahrt wollten wir unbedingt das Trikot verteidigen. Das hat Adrian mit einem erneuten siebten Rang perfekt ungesetzt. Sein zweiter Platz in der Gesamteinzelwertung ist einfach unglaublich für uns“, so der gebürtige Rostocker. Ziel sei es nun, das Trikot so lange wie nur möglich zu behalten – am liebsten natürlich bis zum Saisonende.

"Das wird nicht leicht“, weiß Gebauer. "Die Rennen sind über die ganze Saison verteilt. Man muss immer eine sehr gute Form haben, das Material muss halten und man sollte möglichst nicht von Stürzen betroffen sein. Dazu kommt, dass neben den Straßenrennen auch ein Zeitfahren und ein Mannschaftszeitfahren in die Wertung zählen. Man muss ein kompletter Rennfahrer sein. Adrians Chancen stehen ganz gut, aber wir schauen von Rennen zu Rennen.“ Auch Rips blickt zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben: "Mein Team und ich geben unser Bestes. Bis jetzt sah das ganz gut aus und ich sehe die Chancen durchaus realistisch, das Trikot bis zum Saisonende zu behalten.“

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