Klein und Lippert im Sprint geschlagen

Brennauer sprintet am Sachsenring ins Meistertrikot

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Lisa Brennauer (WNT - Rotor, Mi.) hat das Straßenrennen der Deutschen meisterschaften gewonnen. | Foto: Cor Vos

30.06.2019  |  (rsn) - Im Zeitfahren der Deutschen Meisterschaften hatte sich Lisa Brennauer (WNT - Rotor) noch mit dem dritten Platz begnügen müssen. Dafür hielt sich die Allgäuerin am Sonntag im Straßenrennen von Oberlungwitz schadlos und feierte ihren zweiten Titelgewinn nach 2014.

Die 31-jährige Brennauer setzte sich nach 103 Kilometern am Sachsenring auf dem dortigen Motorsportkurs im Sprint einer siebenköpfigen Spitzengruppe deutlich vor Zeitfahrmeisterin Lisa Klein (Canyon - SRAM) und der Vorjahressiegerin Liane Lippert (Sunweb) durch.

Platz vier ging an die starke Franziska Koch (Watersley R&D Cycling Team), gefolgt von Charlotte Becker (FDJ Nouvelle - Aquitaine Futuroscope), der Deutschen Meisterin von 2010, und Carolin Schiff (maxx-solar). Siebte wurde Brennauers Teamkollegin Kathrin Hammes, die das Finale auf der letzten von drei kleinen Runden auf dem Sachsenring eröffnet hatte.

“Ich bin einfach sprachlos. Das Finale war mir auf den Leib geschneidert, der Kurs war anspruchsvoll, vor allem der letzte Anstieg vor dem Ziel hat mir gepasst und auch die ständigen Tempoverschärfungen. Danke an mein Team, das heute so perfekt für mich gearbeitet hat, danke an Kathrin Hammes, die im Finale so stark war. Wir waren eine kleine Gruppe, Kathrin ist von vorn gefahren und hat attackiert, das war unser Plan, ich war zwei, drei Positionen dahinter und habe auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, den Sprint eröffnet und schnell gemerkt, dass es reicht“, sagte Brennauer, die im Ziel mit den Tränen kämpfte und anfügte: “Ich hatte mir am Freitag bei der Zeitfahr-DM mehr erhofft als der dritte Platz, aber das heute hier ist die Krönung.“

Auch die ebenfalls sprintstarke Klein kam nicht mehr an ihre Konkurrentin heran, die mit deutlichem Vorsprung über die Ziellinie rollte. “Es war ein tolles Radrennen, die stärkste hat gewonnen, als Lisa antrat, riss sie schnell eine Lücke, die ich nicht mehr schließen konnte“, sagte die Deutsche Meisterin von 2017, die im vergangenen Jahr bei Lipperts Sieg in Einhausen Achte geworden war.

Die entthronte Titelverteidigerin war “zufrieden sein, hinter diesen Weltklassesprintern Dritte geworden zu sein“, so Lippert auf der Pressekonferenz. "Der Anstieg direkt nach dem Start war gut für mich, der kurz vor dem Ziel zu kurz“, fügte die 21-Jährige an.

Keine Probleme gab es mit der Streckenführung, wie Brennauer betonte. “Im Vorfeld habe sich mir gedacht, es wird Chaos“, sagte sie mit Blick auf den Teil des Rennens, der auf einer nur durch Leitkegel geteilten Straße ausgetragen wurde. “Aber es wurde tatsächlich rigoros durchgegriffen, deshalb kamen uns keine Fahrerinnen entgegen, es gab keine brenzlige Situation“, bestätigte die neue Deutsche Meisterin das Funktionieren der Zwei-Minuten-Regel.

So lief das Rennen:
Bei hochsommerlichen Temperaturen machten sich um acht Uhr 74 Starterinnen auf die zuvor heiß diskutierte Schleife von Oberlungwitz. Es dauerte allerdings bis zur vierten von sieben großen Runden, ehe Romy Kasper (Alé Cipollini) , Titelverteidigerin Lippert und Tatjana Paller (D.velop Ladies) attackierten. Das Feld umfasste zu diesem Zeitpunkt nur noch rund 30 Fahrerinnen. Der Rest war  hauptsächlich durch Disqualifikationen Anhand der Zwei-Minuten-Regel ausgeschieden. Der Angriff des Trios zwang die Konkurrentinnen zu treagieren.

Eine Runde später fand sich eine 24-köpfige Spitzengruppe mit allen Favoritinnen zusammenfand. Canyon - SRAM konnte vier Fahrerinnen an der Spitze platzieren: Zeitfahrmeisterin Klein sowie Hannah Ludwig, Christa Riffel und Tanja Erath, die sich als Helferinnen für die 22-Jährige aufrieben.

Nach einer Attacke der starken Koch blieben nur noch sieben Fahrerinnen an der Spitze übrig, nachdem Kasper wegen eines Sturzes und Riffel wegen eines Defekts den Anschluss verloren. Danach erhöhte auch Kleins Teamkollegin Ludwig das Tempo. Kurz vor dem Ziel griff Thüringen-Rundfahrt-Siegerin Hammes an, um die Konkurrenz auf der ansteigenden Schlusspassage aus der Reserve zu locken. Es war die Vorbereitung für Brennauers entscheidende Attacke, wie sich schnell herausstellte.

Endergebnis:
1. Lisa Brennauer (WNT - Rotor)
2. Lisa Klein (Canyon - SRAM) s.t.
3. Liane Lippert (Sunweb)
4. Franziska Koch (Watersley R&D Cycling Team)
5. Charlotte Becker (FDJ Nouvelle - Aquitaine Futuroscope)
6. Carolin Schiff (maxx-solar)
7. Kathrin Hammes (WNT - Rotor)
8. Svenja Betz (RSG Placeworkers)
9. Tatjana Paller (D.velop Ladies)
10. Ricarda Bauernfeind (D.velop Ladies)


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