Roglics Vuelta-Sieg scheint nur noch Formsache

Portal: “Der stärkste Fahrer mit dem stärksten Team“

Von Eric Gutglück

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Primoz Roglic (Jumbo - Visma) trägt Vuelta-Rout - auch bis nach Madrid? | Foto: Cor Vos

08.09.2019  |  (rsn) - Primoz Roglic (Jumbo - Visma) scheint bei der Vuelta a Espana 2019 nahezu unantastbar. Mit 2:25 Minuten auf seinen ersten Verfolger Alejandro Valverde (Movistar) und der bislang besten Formkurve während der Spanien-Rundfahrt scheint den Slowenen nur noch ein Sturz oder Defekt von seinem ersten Sieg bei einer Grand Tour abhalten zu können.

Auch auf der heutigen 15. Etappe von Tineo hinauf zum Santuario del Acebo zählt Roglic zu den Topfavoriten. Der Abschnitt über vier Pässe der 1. Kategorie dürfte bis zum Schlussanstieg von seinem starken Team mit Tony Martin, Neilson Powless, Sepp Kuss oder George Bennett lange kontrolliert werden. Und so fasst es auch Ineos-Sportdirektor Nicolas Portal gegenüber cyclingnews.com zusammen: "Ich sehe nicht, dass Roglic die Vuelta verliert. Er ist der stärkste Fahrer mit dem stärksten Team.“

Dennoch sind heute am letzten Anstieg Attacken zu erwarten – vor allem, wenn man einen Blick auf die Top Fünf in der Gesamtwertung hinter Roglic wirft. Zwischen dem Zweiten Alejandro Valverde und seinem Noch-Movistar-Kollegen Nairo Quintana liegen gerade einmal 1:08 Minuten. Dazwischen sortieren sich noch der Gesamtdritte Tadej Pogacar (Team United Emirates) und Miguel Angel Lopez (Astana) ein. Das Quartett dürfte sich auf der heutigen Etappe einen heißen Kampf zumindest um das Vuelta-Podium liefern.

Slowenischer Pakt?

Vorteil von Roglic: Er muss nicht selbst in die Offensive gehen und kann wie vorgestern bereits den Etappensieg verschenken, solange er zeitgleich mit den anderen Favoriten das Ziel auf 1200 Metern erreicht. Am Freitag überließ er seinem 20-jährigen Landsmann Pogacar den Sieg. Sollte der junge Slowene heute wieder auftrumpfen, winkt ihm der dritte Etappensieg bei seinem Grand-Tour-Debüt. Pogacar selbst äußerte sich bereits, seinen neun Jahre älteren Landsmann nicht angreifen zu wollen: "Ich wäre sehr glücklich, in Madrid neben Primoz auf dem Podium zu stehen.“

Doch bei allem Kampf um die Sekunden – die heutige Etappe könnte auch einem starken Ausreißer entgegenkommen. Fahrer wie Wout Poels (Ineos), Pierre-Roger Latour (AG2R – La Mondiale) oder Daniel Martinez (EF – Education First) liegen in der Gesamtwertung weit hinter dem, was ihre Kletterqualitäten auf dem Papier versprechen.

Gut möglich also, dass einer der drei als Ausreißer am Schlussanstieg den Klassementfahrern den Etappensieg wegschnappt. Gerade Poels ist dafür bekannt, in der dritten Woche einer Grand Tour erst richtig aufzudrehen.

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