Tour du-Faso-Tagebuch

Trotz Motorüberhitzung noch auf Platz drei geschlichen

Von Matthias Plattner

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Matthias Plattner (Embrace the World) bei der Tour du Faso | Foto: Embrace the World

01.11.2019  |  (rsn) - Die Tour du Faso ging am Donnerstag in die siebte Runde, und da unser gestriger Schreiberling keine Lust mehr hatte, Texte auf dem Handy zu tippen, übernimmt das heute der Schweizer.

Nach dem obligaten Haferflocken-Frühstück mit Baguette packten wir unsere Koffer in den Bus und rollten zum Start. Kurz darauf ging es los mit einer Ehrenrunde durch das beschauliche Dorf, ehe wir Tempo aufnahmen und das Rennen freigegeben wurde.

Eine erste Attacke zog das Feld schon ordentlich auseinander, also latschte ich einfach mal drüber. Als ich mich umblickte, nur einen weiteren Eidgenossen (Jonas Döring) und den Meister aus Angola erblickte, gratulierte ich mir selbst zum Kopfschuss des Tages. Grund dafür: Ich suchte mir absichtlich die längste Etappe (182 Kilometer) für so einen Spaß aus.

Merklich motiviert und bei immer größerem Abstand jagten wir in Richtung Bobo Dioulasso. Nach rund 40 Kilometern löste sich der angolanische Kapitän aus dem Feld und nutze seinen Teamkollegen als Relaisstation und bald waren wir immerhin zu viert. Nach 125 Kilometern folgte dann die Motorüberhitzung und ich war nahe dran, einen Totalschaden zu erleiden. Die anderen drei Mitstreiter feuerten munter weiter, so dass der Abstand auf maximal acht Minuten anstieg. Ich erlebte die Hölle auf Erden (35 Grad!), war immer wieder kurz davor, reißen zu lassen, aber der Wille ist manchmal stärker als der Verstand. Verstand? Naja, anderes Thema.

Tatsächlich meinten es meine Beine gut mit mir und ich versuchte immer wieder Führungen zu fahren, doch die Folgen der Überhitzung ließen meinen restlichen Körper im Stich. Schlussendlich folgte eine finale 10-Kilometer-Schlussrunde in Bobo Dioulasso, welche mit einem ansteigenden Sprint endete. Am Hinterrad von Landsmann Jonas konnte ich mich aufs Podium schleichen, während der Walliser verdient als Erster die Ziellinie überquerte.

Freudig grüßt der Schweizer, in den Reihen der Deutschen,

Matthias Plattner

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