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15.02.2020 | (rsn) - Vor der Königsetappe der Tour de La Provence (2.Pro) lag Nairo Quintana (Arkéa - Samsic) als Gesamtachter 34 Sekunden hinter Spitzenreiter Alexandr Vlasov (Astana), dem großen Gewinner des gestrigen Tages. Nach dem 138 Kilometer langen dritten Teilstück von Istres zum Mont Ventoux, wo sich das Ziel rund 500 Meter unterhalb des Gipfels am Chalet Reynard befand, hat der Kolumbianer beste Aussichten auf den Gesamtsieg der viertägigen Rundfahrt durch Südfrankreich.
Mit einem unwiderstehlichen Antritt auf den letzten gut sieben Kilometern schüttelte Quintana am Samstag alle seine Konkurrenten ab - darunter auch Vlasov, den Gesamtzweiten Wilco Kelderman (Sunweb) sowie den ebenfalls hoch gehandelten Franzosen Thibaut Pinot (Groupama - FDJ) und erarbeitete sich einen Vorsprung von rund 1:30 Minuten, den er bis zum Chalet Reynard souverän verteidigte.
“Ich bin sehr glücklich und das gibt auch Selbstvertrauen. Nicht nur mir, sondern dem gesamten Team. Wir wussten, dass wir heute gute Arbeit leisten könnten, und das haben wir geschafft. Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg. Wir haben es heute gut gemacht, so, wie wir es geplant hatten“, kommentierte Quintana gegenüber directvelo seinen Sieg, der der bereits der dritte in dieser Saison für Arkéa - Samsic war, nachdem Nacer Bouhanni, der zweite prominente Neuzugang, bereits eine Etappe der Saudi Tour und den Provence-Auftakt gewinnen konnte.
Wie stark sich der Kletterspezialist, der von seinen Teamkollegen Warren Barguil und Winner Anacona mustergültig unterstützt worden war, tatsächlich präsentierte, zeigte sich, als Sepp Kuss (Jumbo - Visma) vergeblich versuchte, der Attacke zu folgen. Nach nur wenigen Metern musste der US-Amerikaner völlig ausgepumpt Tempo rausnehmen, wogegen Quintana voll durchzog und auch danach keine Schwäche mehr zeigte.
Vlasov: "Der Beste hat gewonnen"
Zwar gelang es Vlasov rund vier Kilometer vor dem Ziel noch zu seinem Teamkollegen Alexej Lutsenko und dem Briten Hugh Carthy (EF), Quintanas ersten Verfolgern, aufzuschließen. Doch obwohl sich der Kasachische Meister daraufhin sofort in den Dienst des Russischen Meisters stellte und auch Carthy alles gab, konnte das Trio den Rückstand auf den Spitzenreiter nicht reduzieren.
Letztlich blieb Lutsenko 1:28 Minuten hinter dem groß auftrumpfenden Quintana nur der zweite Platz vor den zeitgleichen Carthy und Vlasov, der im Ziel die Überlegenheit des zweimaligen Tour-de-France-Zweiten neidlos anerkannte. “Ich bereue nichts. Wir haben mit dem Team alles getan, was wir konnten. Quintana war einfach zu stark für uns, das muss man eingestehen. Mehr als ihm zu gratulieren bleibt mir nicht. Der Beste hat gewonnen“, fasste der 23-Jährige das Offensichtliche treffend zusammen. Quintana war an diesem Tag in einer eigenen Liga unterwegs und sollte am Sonntag nichts Außergewöhnliches mehr passieren, wird ihm der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen sein.
“Jetzt müssen wir das Trikot morgen noch verteidigen“, sagte der kleine Südamerikaner, der im Gesamtklassement 1:04 Minuten Vorsprung auf Vlasov hat und weitere 24 auf dessen Teamkollegen Lutsenko. Auch wenn Astana auf dem abschließenden Teilstück, das über nochmals bergige 170 Kilometer von Avignon nach Aix-en-Provence führt, nichts unversucht lassen wird, Quintana das Führungstrikot noch abzunehmen, scheint es mit Blick auf dessen Form und der seiner Helferriege unwahrscheinlich, dass sich an der Spitze des Gesamtklassements noch etwas ändern wird.
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