Training läuft nach Feierabend weiter

Chabbey tauscht Radtrikot gegen Arztkittel

Von Felix Mattis

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Elise Chabbey (Bigla - Katusha) | Foto: Team Bigla - Katusha

22.03.2020  |  (rsn) - Elise Chabbey (Bigla - Katusha) hatte sich dazu entschlossen, nach ihrem im vergangenen Jahr abgeschlossenen Medizin-Studium nun den Fokus zunächst voll auf den Radsport zu legen. Doch angesichts der Corona-Pandemie hat die 26-jährige Schweizerin ihre Meinung nun doch geändert. Chabbey arbeitet ab sofort als medizinische Praktikantin in der Uni-Klinik von Genf.

"Was gerade passiert ist beispiellos, und angesichts der ernsten Lage habe ich das Gefühl, dass ich etwas tun muss", erklärte sie in einer Pressemitteilung ihres Rennstalls Bigla - Katusha. Das Krankenhaus müsse sich personell verstärken, um der Krise gewappnet zu sein, weshalb Chabbey nicht zögerte, das Radtrikot vorübergehend wieder gegen den Arztkittel einzutauschen.

"Ich hatte diese Woche neun Patienten und wir erwarten, dass in den nächsten Tagen große Mengen hinzukommen werden", so die Schweizerin, die abends nach der Arbeit aber trotzdem weiter auch trainiert, um das große Ziel Heim-WM im September in Martigny nicht aus den Augen zu verlieren.

Schon in der vergangenen Saison hatte sie ihr Vollzeit-Studium mit dem Training und den Rennen kombiniert, so dass die Doppelbelastung für sie nicht neu ist. Und: Chabbey sieht sie ohnehin eher als Hilfe, denn als Belastung. "Wenn diese Krise vorbei ist, weiß ich, dass ich meinen Teil beigetragen habe und hoffe, dass ich darauf stolz sein werde. Ich denke, dass mir das mental hilft", erklärte sie. "Wenn wir dann wieder Rennen fahren, werde ich bereit und komplett motiviert sein."

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