“Es gibt einfach zu viele Risiken“

Ex-Sportminister Douillet nennt Tour im Juli “Wahnsinn“

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Das Logo der Tour de France | Foto: A.S.O.

03.04.2020  |  (rsn) - Mit harschen Worten hat sich der ehemalige französische Sportminister David Douillet gegen eine Austragung der Tour de France in diesem Sommer ausgesprochen. Der zweimalige Judo-Olympiasieger (Atlanta 1996, Sydney 2000) nannte in einem Interview mit France TV angesichts der Corona-Pandemie die Pläne "Wahnsinn" und ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Damit wandte sich Douillet, der 2011/12 unter dem damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy an der Spitze des Sportministeriums stand, auch gegen seine Nachfolgerin Roxana Maracineanu, die notfalls die Tour de France auch ohne Zuschauer entlang der Strecke durchführen möchte. Dagegen betont ASO-Chef Christian Prudhomme, dass eine Frankreich-Rundfahrt hinter verschlossenen Türen keine Option sei.

Nachdem bereits das Critérium du Dauphiné als Tour-Generalprobe verschoben wurde, scheint ein planmäßiger Grand Départ am 27. Juni in Nizza ausgeschlossen. In französischen Medien wird bereits über einen möglichen neuen Termin Ende Juli berichtet. Prudhomme betonte, alles hänge von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab, die in Frankreich bereits mehr als 5.300 Menschenleben gefordert hat.

Auch gegen eine um vier Wochen nach hinten verlagerte Tour sprach sich Douillet mit Entschiedenheit aus. "Es gibt einfach zu viele Risiken", sagte der 51-Jährige. "Wenn wir genug Mittel hättem, um sicherzustellen, dass alle Akteure der Tour und das Publikum getestet werden könnten und alle negativ wären, warum nicht, aber das ist nicht sehr wahrscheinlich, also wird das nicht möglich sein. Es gibt keinen Impfstoff, nichts, und die Leute sterben.“

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