Die Tour bleibt das Ziel von Bora - hansgrohe

Schillinger: “Wir arbeiten derzeit nach Plan“

Von Matthias Seng

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Andreas Schillinger (Bora -hansgrohe) wurde 2019 hinter seinen Teamkollegen Maximilian Schachmann und Marcus Burghardt Dritter der Deutschen Meisterschaften. | Foto: Cor Vos

05.04.2020  |  (rsn) - Während beim CCC-Team angesichts der Existenznöte des Sponsors massive Gehaltskürzungen vorgenommen werden, fürchtet Andreas Schillinger in der Corona-Krise derzeit nicht um seine berufliche Zukunft. “Natürlich mache ich mir meine Gedanken, aber ich muss auch ehrlich sagen, dass das Team aus meiner Sicht die Probleme sehr gut angeht und löst“, lobte der Routinier von Bora - hansgrohe gegenüber radsport-news.com den Rennstall aus Raubling, dem er seit der Gründung im Jahr 2010 angehört.

Derzeit hält sich der aus Amberg stammende Schillinger in seiner Oberpfälzer Heimat in Form. “Hier bei uns ist die Situation noch im Rahmen, aber auch hier sind die Maßnahmen der Regierung deutlich zu spüren und auch zu sehen“, berichtete der 37-Jährige, der wie die anderen Sportler in Deutschland noch davon profitiert, dass im Gegensatz zu Ländern wie Spanien oder Frankreich Training im Freien erlaubt ist. “Im Moment versuche ich mich einfach nur so fit wie möglich zu halten, das heißt, ich fahre Rad, mache Krafttraining und Athletik. Ich würde es als eine Art ‘Stand by‘ bezeichnen", so Schillinger zu seinem täglichen Arbeitspensum.

Aber auch ohne konkretes Ziel - der Radsportweltverband UCI verlängerte erst die Rennpause bis zum 1. Juni - trainiert der Dritte der letztjährigen Deutschen Meisterschaften nicht ins Blaue hinein. “Wir haben in der aktuellen Zeit genauso Kontakt wie vorher und arbeiten nach Plan“, erklärte Schillinger, der aber nicht nur aus sportlichen Gründen den Kontakt zum Team sucht. “Es ist umso wichtiger, da man auch mal über die Situationen sprechen kann, die mir so verständlicher wird. Und das ist auch motivierend für mich.“

Aber auch mit seinen Teamkollegen tauscht sich der Klassikerspezialist auch in Zeiten des “Social Distancing“ aus, was ihm ebenfalls wichtig ist. “Wenn man normalerweise 200 Tage im Jahr zusammen unterwegs ist, entstehen auch Freundschaften.“

Obwohl derzeit noch nicht absehbar ist, wann wieder Radrennen stattfinden können, geht Schillinger davon aus, dass der Wiedereinstieg mit der Tour de France erfolgen wird. “Die Tour ist das große Ziel für das Team“, betonte er. “Für mich zählt wie für viele andere derzeit nur, top fit zu sein, wenn es wieder los geht. Da die UCI bis 1. Juni alles gestrichen hat, denke ich, dass es vor der Tour keine Chance auf andere Rennen gibt. Ich gehe aber auch fest davon aus, dass wir dieses Jahr sehr, sehr lange noch Rennen fahren werden“, so Schillinger, der hofft, bereits vor der Deutschland Tour, die Mitte August im Plan steht, wieder Rennkilometer sammeln zu können.

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