Italiener absolviert sein Novemberprogramm

Trentin hält sich auf der Rolle fit - und mit Treppenlaufen

Von Wolfgang Brylla

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Matteo Trentin (CCC) | Foto: Cor Vos

19.04.2020  |  (rsn) - Mit Matteo Trentin hat sich das polnische CCC Team vor der Saison 2020 einen erfahrenen Klassiker- und Etappenjäger ins Boot geholt. Der Vizeweltmeister auf der Straße sollte Greg Van Avermaet in der Kapitänsrolle entlasten. Wegen der Corona-Krise kann der 30-jährige Italiener sein sportliches Können derzeit nur bei den eRaces unter Beweis stellen.

Nach dem vielversprechenden Anfang mit Platz vier beim Omloop Het Nieuwsblad wurde auch Trentin zum “Home Office“ gezwungen. Ob das Training auf der Rolle sich in diesem Jahr noch bezahlt machen wird, hängt vom Radsportweltverband UCI ab, der in den letzten Tagen zwar einen neuen Rennkalender vorstellte, der aber nur unter der Prämisse gelten wird, dass die Regierungen die Corona-Pandemie in den Griff bekommen werden.

“Es gibt eine gute Nachricht: Wir können uns einige Events im Kalender anstreichen. Wir wissen, wann es wieder losgehen wird. Zu Hause trainieren ist ziemlich schwer, weil du ein Ziel brauchst, auf das du hinarbeiten kannst. Wir wissen allerdings nicht, ob wir wirklich dann in die Pedale treten werden. Es ist schwer zu sagen, wie sich die Lage entwickeln wird“, erklärte Trentin dazu.

Die großen Rundfahrten wurden in den Spätsommer und Herbst verlegt, auch die großen Klassiker sollen in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Einige Eintagesrennen werden sich terminlich mit den Rundfahrten überlappen. Einen besseren Ausweg aus dieser Zwickmühle sieht der Weltverband derzeit nicht.

“Es wird schwer sein, alle Rennen in der Kürze der Zeit durchzuführen. Wenn alle Grand Tours stattfinden, wird es wohl wenig Raum geben für die restlichen Rennen. Wir müssen den konkreten Rennkalender genauer unter die Lupe nehmen. Es wäre toll, wenn der Monat nach dem Neustart ganz ohne WorldTour-Rennen auskommen würde, so könnten wir uns darauf, was kommt, besser vorbereiten“, sagte Trentin, der in den letzten vier Wochen recht wenig Rad auf der Rolle fuhr. In seinem Programm steht stattdessen viel… Treppenlaufen. “Vor der Quarantäne befand ich mich in guter Form. Es macht keinen Sinn, sich jetzt totzufahren. Ich mache das, was ich generell im November mache“, erklärte Trentin.

Zur Zukunft der einzigen polnischen WorldTour-Mannschaft sagte der Europameister von 2018 nichts. Sowohl die Rennfahrer als auch die gesamte Teamcrew mussten Gehaltseinbüßen hinnehmen, einige der Betreuer wurden von Dariusz Milek, dem Teameigner und Sponsor, bereits entlassen. Milek selbst ließ zwischen den Zeilen verlauten, dass sein Radsport-Projekt aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Schockstarre schon bald beendet sein könnte.

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