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Ein Bild von einem Fotografen: Hennes Roth wird 70!

Von Joachim Logisch

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Hennes Roth bei den Deutschen Meisterschaften in Wangen 2013 | Foto: Cor Vos

19.05.2020  |  (rsn) - Im Radsport ist Hennes Roth ebenso bekannt wie Rudi Altig, Jan Ullrich oder Emanuel Buchmann. Über 40 Jahre lang begleitete er die Renner auf allen Pisten der Welt. Heute wird der Kölner 70 Jahre alt! Man glaubt es kaum, denn noch heute versprüht der Hennes, wie er von allen genannt wird, den jugendlichen, aber zurückhaltenden Charme, der ihn zu einem der beliebtesten Fotografen im Peloton gemacht hat.

Was den im besten Sinne Radsportverrückten auszeichnet, beschreibt Roth in seinem Buch "Tourleben“ so: "einen vernünftigen Job machen, Absprachen einhalten, gut organisiert sein, und vor allem: immer anständig sein gegenüber den Menschen, mit denen man zu tun hat." Wie weit er damit kam, sieht man in seinen Bildern. Roth hielt die spannendsten, aufregendsten und auch intimsten Augenblicke seiner Sportart fest, die ihn schon als Kind begeisterte.

Er hatte auch keine andere Wahl! Roth wuchs in einer echten Radsportfamilie auf. Sein Vater Jakob, ein Kriminalkommissar, war im Velosport bestens vernetzt. Er leitete die Radsportabteilung des PSV Köln, veranstaltete Radrennen und war Sprecher unter anderem beim Kölner Sechstagerennen.

Ein Freund seines Vaters brachte den Hennes zur Fotografie. Und so begann Roth im Alter von 13 Jahren damit, Radsportler auf Zelluloid zu bannen. 1965 startete die Tour de France in Köln und Roth war dabei. Er begann eine Lehre als Schriftsetzer im Deutschen Sportverlag, wo auch das Fachmagazin "Radsport" erscheint. Und schnell kam man drauf, dass der Junge ja auch Bilder von den Rennveranstaltungen am Wochenende mitbringen könne. Er konnte! Denn ihm gelang, woran viele scheiterten: auch ohne Autofokus, den es ja noch nicht gab, scharfe Fotos von packenden Zieleinlaufen zu schießen. Roth: "Wenn mir damals, mit zwanzig, jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages meinen Lebensunterhalt damit bestreiten würde, dem hätte ich geantwortet: Du bist verrückt. Das hätte ich nie für möglich gehalten.“

Roth knipste sich in die Spitzengruppe der deutschen Sportfotografen. 2001 erhielt er den Sven-Simon-Preis für die beste Sportfotografie des Jahres für ein Foto, das Katrin Meinke beim Bahnrad-Weltcup 2001 in Ipoh zeigt, mit einem futuristischen Helm und einem UCI-Kommissär aus Malaysia, der einen Turban trägt. 2005 belegte Roth mit einer Aufnahme von einem Sturz bei der Rad-Bundesliga Platz zwei.

Vier Jahrzehnte lang begleitete der Vater zweier Söhne den internationalen Profizirkus bei großen und bei kleinen Rennen. Er liebte die Tour de France und Paris-Roubaix ebenso wie die Wettkämpfe der Nachwuchsklassen in der Provinz, im Velodrome oder auf den Cross-Strecken. Roth begleitete die heutigen Stars von kleinauf. Sein Fundus ist schier unerschöpflich, auch radsport-news.com darf sich daraus bedienen!

2013, im Alter von 63 Jahren, zog sich Roth zurück. Aber nicht ganz. Sehr zur Freude seiner Kollegen, besucht der Hennes noch Radrennen in der Heimat. Was Roth ausmacht, zeigt sein Lebenswerk, sein Buch Tourleben – Vier Jahrzehnte Radsportfotografie.

Das Team von radsport-news.com gratuliert Hennes Roth von Herzen zum 70. Geburtstag und sagt Danke für die große Unterstützung, die er uns auch heute noch zukommen lässt!

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