Die Hausberge der Radprofis, Teil 11: L. Jabczynski

Die Kalmit: Selbst im Hochsommer angenehm schattig

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Die Kalmit: Selbst im Hochsommer angenehm schattig"
Blick auf die Kalmit | Foto: Luca Jabzynski

03.07.2020  |  (rsn) – Bei der 2006 letztmals ausgetragenen Rheinland-Pfalz-Rundfahrt war die Kalmit einer der Scharfrichter. Der Anstieg ist in den letzten Jahren in Radsportkreisen aber vor allem durch den Kalmit-Klapprad-Cup bekannt geworden (der in diesem Jahr ausfallen muss, wie die Veranstalter gestern meldeten). Dabei handelt es sich um ein Radsport- und Gaudi-Event, das seit 1992 immer am ersten Samstag im September stattfindet. Teilnehmen dürfen nur Klappräder ohne Gangschaltung.

Aber auch Rennradfahrern dient der 672 Meter hohe Berg zwischen Neustadt an der Weinstraße und Landau als Trainingsgelände. So nutzte etwa der gebürtige Minfelder Pascal Ackermann (Bora – hansgrohe) die Kalmit regelmäßig, um an seiner Bergform zu feilen. Das macht auch Luca Jabczynski (Dauner Akkon) an seinem Hausberg.

“Von meinem Wohnort Venningen kann ich den Kalmitgipfel sehen, wenn ich aus dem Dachfenster schaue. Entsprechend kann ich die Kalmit sowohl zeitlich als auch von der Abfolge beliebig in mein Trainingspensum einbauen. Es herrscht wenig Autoverkehr unter der Woche und die Fahrstrecke ist aufgrund der bewaldeten Gegend angenehm schattig, selbst im Hochsommer“, fasste Jabczynski gegenüber radsport-news.com die Vorzüge des Anstiegs zusammen.

Insgesamt gibt es drei Möglichkeiten, die Kalmit in Angriff zu nehmen. Die klassische Auffahrt von Osten startet bei Maikammer, mit einer Distanz von 7,7 Kilometern und 492 Höhenmetern. “Von Maikammer aus gibt es gleich zu Beginn zwei Rampen, erst nach etwa zwei Kilometern kann man seinen Tritt fahren“, berichtete Jabczynski . Die zweite Route führt über St. Martin mit einer Länge von 7,1 Kilometern bei 432 Höhenmetern.

“Von St. Martin aus kann man konstant seinen Rhythmus hochfahren“, erklärte der 18-Jährige. Die dritte und längste Variante ist die Westrampe vom Elmsteiner Tal aus, bei einer Länge von 12,1 Kilometern und 473 Höhenmetern. “Durch den Wechsel aus Steigungen und Erholungsphasen in flacheren und Bergab-Passagen eignet sich diese Variante zum Intervall-Training“, sagte Jabczynski.

Die Asphaltbedingungen sind vor allem in den unteren Teilen des Anstiegs “gut bis sehr gut. Ab der Gabelung zum Kalmitgipfel verschlechtert sich aber der asphaltierte Weg. Von einer gut ausgebauten Straße wechselt man auf eine kleinere Straße mit einigen Schlaglöchern. Am Parkplatz - mit Stoppomat – führen die letzten 500 bis 700 Meter über einen nur noch zum Teil asphaltierten Waldweg zum Kalmithaus“, berichtete der Venninger.

Ähnlich wechselhaft verhält es sich mit der Verkehrssituation. Unter der Woche haben die Radler an der Kalmit ziemlich freie Fahrt. “Der Pfälzer Wald und die Weinorte an der Weinstraße sind bei Touristen aber sehr gefragt, so dass an den Wochenenden der Autoverkehr zunimmt“, schränkte Jabczynski ein.

Den schönsten Punkt zur Rast hat der Pfälzer direkt auf dem Gipfel ausgemacht. “Am Kalmithaus hat man einen herrlichen Blick auf die Weindörfer mit Rebenmeer (Weinberge) und auf die Rheinebene. Auf dem Berg stehen noch ein Aussichtsturm mit Relaisfunkstelle und eine Wetterstation mit Fernsicht-Messstation, südwestlich liegt das Naturdenkmal Felsenmeer Hüttenberg“, schloss Jabczynski.

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