Zeugen befragt, Beweismaterial gesammelt

Jakobsen-Sturz: Staatsanwaltschaft von Katowice ermittelt

Foto zu dem Text "Jakobsen-Sturz: Staatsanwaltschaft von Katowice ermittelt"
Der Sturz im Finale der 1. Etappe der Polen-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

08.08.2020  |  (rsn) - Nach dem schweren Sturz zum Auftakt der Polen-Rundfahrt, bei dem sich Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen hatte, hat sich die Staatsanwaltschaft von Katowice, wo der Niederländer Dylan Groenewegen im Massensprint der 1. Etappe seinen Landsmann Jakobsen bei mehr als 80 km/h in die Absperrgitter drängte, nun in den Fall eingeschaltet und Ermittlungen aufgenommen.

"Bis jetzt wurden drei Zeugen befragt, einschließlich eines Veranstalters", zitierte die polnische Nachrichtenagentur PAP eine Sprecherin. Die örtliche Polizei habe Aufnahmen des Unfalls gesammelt, bei dem sich der Niederländische Meister überschlug und gegen einen Mitarbeiter der Organisation prallte, der dabei ebenfalls schwer am Kopf verletzt wurde. Zudem seien Räder der am Sturz beteiligten Fahrer sichergestellt worden.

In der Folge von Groenewegens Aktion kamen mehrere weitere Profis zu Fall und zogen sich teils ebenfalls schwere Verletzungen zu. Der Jumbo-Visma-Sprinter selber brach sich dabei das Schlüsselbein und wird unabhängig davon von seinem Team bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt werden.

“Wir haben entschieden, dass Dylan kein Rennen bestreiten wird, bevor die Disziplinarkommission, an die die UCI den Vorfall übergeben hat, ein Urteil gefällt hat", hieß es in einem acht Punkte umfassenden Statement, dass das Team Jumbo - Visma auf seiner Homepage veröffentlicht hat.

Jakobsens Team-Manager Patrick Lefevere hatte Groenewegens Verhalten als “kriminell“ bezeichnet und angekündigt, den 27-Jährigen verklagen zu wollen. Ob die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft von Katowice damit in Zusammenhang stehen, ist nicht klar. Jakobsen selber ist mittlerweile von den behandelnden Ärzte aus dem künstlichen Koma aufgeweckt worden. Sein Zustand sei "stabil", hieß es, neurologische Folgeschäden müssten nicht befürchtet werden.

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