Thomas stürzt und kann Rosa Trikot abschreiben

G-Schock für Ineos - Grenadiers auf Ätna-Etappe

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "G-Schock für Ineos - Grenadiers auf Ätna-Etappe"
Musste nach seinem Sturz leiden: Geraint Thomas (Ineos - Grenadiers) | Foto: Cor Vos

05.10.2020  |  (rsn) – Nachdem die ersten beiden Tage mit dem Sieg von Filippo Ganna im Zeitfahren, der guten Ausgangslage von Geraint Thomas und der Verteidigung des Maglia Rosa ganz nach  Wunsch von Ineos – Grenadiers lief, sollte es bei der ersten Bergankunft am Ätna zur geplanten Übergabe der Spitzenposition an Kapitän Thomas kommen. Doch es wurde ein Tag zum Vergessen für das in den letzten Jahren bei den GrandTours so dominierende Team.

23 Sekunden hinter Ganna begann der Waliser den dritten Tagesabschnitt. Doch schon in der neutralisierten Phase kam der Toursieger von 2018 zu Fall. "So zwei Kilometer nach dem Start in Enna stürzte er über eine Getränkeflasche", erklärte Sportdirektor Matteo Tosatto in der Presseaussendung. Mit einem auf der linken Seite stark zerrissenen Trikot kämpfte sich Thomas durch die Etappe, musste aber schon kurz vor dem 19 Kilometer langen Schlussanstieg abreißen lassen und verlor bis ins Ziel 12:19 Minuten auf den Sieger Jonathan Caicedo (EF Pro Cycling) aus Ecuador.

"Er hatte nach dem Sturz Schmerzen, aber im Laufe der Etappe fühlte er sich wieder besser", berichtete Tosatto und fügte an: "Als im Finish das Tempo angezogen wurde und die Steigungen kamen, kam der Schmerz zurück und er musste die Etappe mit seinem eigenen Tempo beenden." Gleich nach der Überquerung der Ziellinie begab sich Thomas auf schnellstem Weg zum Teambus und wurde danach vom medizinischen Personal untersucht.

Angesichts von drei Zeitfahren zählte der 34-Jährige zu den Topfavoriten auf den Gesamtsieg der 103. Italien-Rundfahrt. Diese Ambitionen muss er nun aufgeben. "Es ist noch ein langer Giro und wir haben mit Filippo Ganna und Rohan Dennis noch gute Chancen in den Zeitfahren. Auch Jonathan Castroviejo und Tao Geoghegan Hart sind gut gefahren", deutete Tosatto die neue Marschroute an. Ob Thomas die Rundfahrt wird fortsetzen können, ist aktuell noch ungewiss.

Neue Taktik gefragt

Für Ineos – Grenadiers wird es nun zunächst darum gehen, die Wunden zu lecken, aber auch schon nach vorne zu schauen. "Wir werden jetzt am Abend bilanzieren und uns einen neuen Ansatz für den Rest des Rennens zurechtlegen." Für Thomas ist es nicht das erste Mal, dass die dreiwöchige Landesrundfahrt ihm kein Glück bereitet. Schon 2017 ging er als Kapitän in den Giro, kollidierte aber auf der 9. Etappe mit einem Polizeimotorrad.

Damals kugelte Thomas sich die Schulter aus, die er sich selbst wieder einrenkte. Nach dem ersten Ruhetag feierte er ein Comeback als Tageszweiter des Zeitfahrens, aber musste den Giro dann Tage später aufgrund von immer schmerzhafteren Knieproblemen vorzeitig beenden. Es scheint, als würde die Italien-Rundfahrt dem Waliser nicht hold sein.

Für Thomas ist der Sturz und der damit verbundene Einbruch am Ätna doppelt bitter, wurde er von Dave Brailsford nicht für den Tourkader nominiert. Auch dort erlebte die Mannschaft in der Gesamtwertung ein Desaster, nachdem Kapitän und Vorjahressieger Egan Bernal das Rennen nach der 17. Etappe vorzeitig verließ. Beim Giro bahnt sich nun für Ineos – Grenadiers das nächste Debakel an.

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