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17.10.2020 | (rsn) - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge bilanzierte das deutsche Team Bora – hansgrohe das zweite Zeitfahren des 103. Giro d’Italia. Die beiden Klassementfahrer Rafal Majka und Patrick Konrad bleiben zwar nach den 34,1 Kilometern zwischen Conegliano und Valdobbiadene unter den Top Ten der Gesamtwertung, verloren aber Boden auf den weiterhin im Rosa Trikot fahrenden Joao Almeida (Deceuninck – Quick Step).
Insgesamt neun Fahrer waren vor der 14. Etappe noch innerhalb von zwei Minuten in der Gesamtwertung zusammen. Nach dem zweiten Giro-Zeitfahren sind dies nurmehr Almeida und dessen schärfster Verfolger Wilco Kelderman (Sunweb). Sowohl Konrad, der eigentlich als guter Zeitfahrer gilt, als auch der Kletterspezialist Majka büßten auf das Duo weiter Zeit ein.
Schon beim Auftakt vor zwei Wochen auf Sizilien verlor Konrad eine Minute auf den Portugiesen, sein polnischer Teamkollege sogar 1:37 Minuten. Wohl auch deshalb konnte sich Majka über das Ergebnis auf der 14. Etappe freuen. Denn auf den 34,1 Kilometern durch die Weinberge des Valdobbiadene war der 31-Jährige nur 1:05 Minuten langsamer als Almeida, der Tagessechster wurde.
"Mit Rafas Leistung können wir sehr zufrieden sein. Er hat sich in der Gesamtwertung verbessert und ist nah dran an den Besten. Außerdem ist er, von den Wattzahlen, eines seiner besten Zeitfahren überhaupt gefahren", bilanzierte Jens Zemke, Sportlicher Leiter von Bora – hansgrohe. Majka verbesserte sich auf Rang sechs, überholte im Klassement den Italiener Domenico Pozzovivo (NTT) und seinen Teamkollegen Konrad, der zwei Minuten auf Almeida einbüßte.
Konrad nicht zufrieden mit zweitem Zeitfahren
"Patrick ist nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Wir dachten, er könnte sich eventuell auf Rang fünf oder vier bessern, jetzt ist er Neunter", so Zemke, der aber die bisher guten Leistungen des Österreichers beim Giro hervorhob: "Man darf nicht vergessen, dass er gestern knapp am Sieg dran war und bisher generell sehr konstant gefahren ist. Es kommen noch sieben Etappe und die schwersten Berge, dort braucht man die Beine."
Und ausgerechnet jene Beine ließen den 29-jährigen Österreicher diesmal im Stich, wie er in der Presseaussendung seines Teams erklärte: "Im ersten Anstieg war ich noch ganz gut dabei, aber danach konnte ich mein Tempo im flacheren Teil nicht richtig erhöhen. Dadurch habe ich gegen Ende immer mehr Zeit verloren", so Konrad.
Vor dem zweiten Ruhetag wartet am Sonntag noch eine Bergankunft auf die beiden Bora-Kapitäne, wo sie etwas von ihrer verlorenen Zeit auf den 22-jährigen Portugiesen wieder gut machen können. 14,3 Kilometer lang und im Durchschnitt 7,9 Prozent steil ist die Schlussrampe hinauf ins Skigebiet Piancavallo in der Friaul, an der bereits die Vorentscheidung über den Gesamtsieg fallen könnte.
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