“Es war einfach ein Rennunfall“

Nach Flandern-Crash: Alaphilippe macht Motorradfahrer keinen Vorwurf

Von Felix Mattis

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Der Moment, als Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step) mit dem Jury-Motorrad (im Bild verdeckt) kollidierte und zu Boden ging. | Foto: Cor Vos

29.10.2020  |  (rsn) - Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step) hat sich nach seinem unglücklichen Unfall bei der Flandern-Rundfahrt, bei dem er sich seine rechte Hand gebrochen hatte, als er auf ein stehendes Jury-Motorrad aufgefahren war, zu Wort gemeldet. Er mache dem Motorradfahrer keine Vorwürfe, erklärte der Franzose gegenüber der L'Equipe.

"Ich habe gehört, dass er sich schuldig fühlte, aber er sollte sich keine Sorgen machen und ich hoffe, dass ihn dieses Interview dabei unterstützt. Ich mache ihm keinen Vorwurf, es war einfach ein Rennunfall", so Alaphilippe.

Viele Fans und auch Fahrer-Kollegen, wie der unerfahrene und auf Twitter oft aufbrausende Remco Evenepoel, hatten nach dem Vorfall auf den Motorradfahrer geschimpft, der am rechten Straßenrand gehalten hatte, um das Spitzenreiter-Trio passieren zu lassen und sich hinter ihm einzusortieren - genau, wie es seine Aufgabe war. Wer die Abläufe im Renn-Konvoy kennt, stellte aber sofort fest, dass der Motorradfahrer am wenigsten für den Vorfall konnte.

Wout Van Aert (Jumbo - Visma) war an der Spitze des Trios auf die rechte Seite herübergezogen, um sich an das Motorrad anzusaugen. Er scherte spät aus, um auszuweichen, Mathieu van der Poel (Alpecin - Fenix) an seinem Hinterrad noch später, und Alaphilippe blieb schließlich keine Reaktionszeit mehr.

"Ich konnte nichts mehr machen"

"Ich kann mit dem Rad umgehen - ich komme um Hindernisse herum, kann mich durch enge Lücken quetschen - aber in dem Fall, konnte ich nichts mehr machen", so Alaphilippe nun im Rückblick. "Ich habe gehört, dass Leute sagten, ich sei am Funken gewesen und deshalb nicht konzentriert. Aber es ist egal ob ich vor oder hinter mich geschaut habe, ob ich die Hände am Lenker hatte oder nicht, ob ich etwas getrunken hätte... Das hätte alles keinen Unterschied gemacht. Als van der Poel im letzten Moment rüberzog, konnte ich nichts mehr machen." Der Franzose betonte aber auch, dass er damit nicht van der Poel verantwortlich machen wolle.

Zehn Tage nach dem Unfall gehe es ihm nun "OK", erklärte Alaphilippe. "Ich weiß, dass es viel schlimmer hätte ausgehen können. An den Tagen nach der Operation hatte ich nicht so große Schmerzen erwartet. Ich habe schlecht geschlafen. Aber es ist gut, dass ich operiert wurde, auch wenn ich nicht gehofft hatte, so meinen Winter zu beginnen. Jetzt bin ich froh, daheim zu sein und nicht mehr solche Schmerzen zu haben."

Anfang November wird es ein Teamtreffen von Deceuninck - Quick-Step in Belgien geben, nach dem Alaphilippe auch in Herentals wieder den Arzt besuchen wird, der ihn operiert hat, um dann zu schauen, wann er wieder aufs Rad kann.

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