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23.04.2021 | (rsn) - Immer wieder ließ der italienische Regisseur an den jungen Deutschen ranzoomen. Jedes Mal wurde der Name des Fahrers im dunkelgrau-schwarzen Trikot eingeblendet: Georg Steinhauser. Es war, als könne niemand glauben, dass der 19-Jährige vom Tirol KTM Cycling Team im Finale der schweren 5. Etappe der Tour of the Alps noch immer in der stark besetzten Ausreißergruppe mithalten konnte.
Gleich am ersten von fünf Anstiegen hatte sich die Spitzengruppe vom Feld abgesetzt. “Der erste Berg hat sich flach hochgezogen, da ist eine Gruppe gegangen, das Feld wurde langsam und da habe ich gedacht: Das ist der letzte Tag, also alles oder nichts, und dann habe ich allein die Lücke geschlossen und habe mich in der Gruppe erstmal erholt”, beschrieb Steinhauser gegenüber radsport-news.com die Anfangsphase des Rennens.
Schon die alleinige Überbrückung des Rückstands zur 14-köpfigen Gruppe, der auch der spätere Tagessieger Felix Großschartner (Bora – hansgrohe) angehörte, war ein kleines Kunststück. Aber dann überstand Steinhauser auch die nächsten drei Anstiege – und selbst, als sich die Gruppe in der Abfahrt des vorletzten Berges teilte, blieb der Nachwuchsfahrer vorn.
Erst im letzten Anstieg ging nichts mehr
”In der ersten Abfahrt nach Riva hinunter hat Alessandro De Marchi das erste Mal attackiert, ich bin an seinem Hinterrad geblieben und da waren wir nur noch zu sechst”, blickte er zurück. Im direkt folgenden Anstieg fiel, nachdem der Regisseur der Überraschung des Tages reichlich Aufmerksamkeit geschenkt hatte, mit der Attacke von Großschartner die Vorentscheidung. Steinhauser konnte schließlich nicht mehr folgen. ”Ich habe versucht, so gleichmäßig wie möglich zu fahren, aber am letzten Berg konnte ich dann nicht mehr. Dann wurde ich noch vom Feld überholt. Ich habe alles gegeben, aber irgendwann konnte ich nicht mehr. Aber alles in allem bin ich natürlich sehr zufrieden“, bilanzierte der Tirol-Fahrer, der das Rennen als 42. beendete.
Dass er sich in diesem jungen Alter bereits so zeigen kann, kommt wenig überraschend. Nicht nur, weil er als Junior die schwere Ain Bugey Valromey Tour für sich entschied, sondern auch weil Radsportblut durch seine Adern fließt, denn sein Vater Tobias wurde im Jahr 2000 als Gerolsteiner-Profi Fünfter der Weltmeisterschaft in Plouay. Und dann ist da auch noch seine Tante Sarah, die zwischen 2006 und 2018 mit Jan Ullrich verheiratet war.
Mit seinem Vater hielt Steinhauser auch während der Tour of the Alps Kontakt. “Er war sehr zufrieden, weil auch die Vorbereitung im Winter wegen Corona alles andere als optimal war. Ich habe auch erst zwei Wochen vor dem Start hier erfahren, dass ich dabei sein werde“, erzählte Steinhauser, der diese Saison bisher nur drei kleine Eintagesrennen auf internationalem Niveau bestritten hatte. “Angesichts der Vorbereitung bin ich überglücklich. Die Tour hat mir sehr viel Spaß gemacht, jetzt habe ich das Ziel noch näher vor Augen“, spielte er auf einen möglichen Profivertrag an.
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