Pöstlberger bleibt vorn, Colbrelli wieder Tageszweiter

Thomas schlägt zurück und gewinnt 5. Dauphiné-Etappe

Von Kevin Kempf

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Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) gewinnt die 5. Dauphiné-Etappe. | Foto: Cor Vos

03.06.2021  |  (rsn) - Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) hat das fünfte Teilstück des Critérium du Dauphiné für sich entschieden. Auf der schnell gefahrenen Etappe von Saint-Chamond nach Saint-Vallier über 175 Kilometer griff er 1000 Meter vor dem Ziel an und behauptete eine halbe Radlänge vor dem von Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) angeführten, heransprintenden Feld. Alex Aranburu (Astana – Premier Tech) wurde Dritter, Lukas Pöstlberger (Bora – hansgrohe) verteidigte das Gelbe Trikot.

Ungefähr 40 Mann überstanden auf der Etappe mit vielen Stürzen die fünf Bergwertungen im ersten Peloton. Ineos Grenadiers bestimmt am letzten Anstieg und im Finale das Tempo, obwohl die Mannschaft keinen Sprinter dabei hatte. Einen Kilometer vor dem Ziel ließ ein Teamkollege den in Führung liegenden Tour-de-France-Sieger von 2018 nach einer 180 Grad Kurve enteilen. “Das war nicht geplant. Bahrain hatte nur noch Haig. Da bin ich all-in gegangen“, erinnerte sich Thomas zurück. Im Feld wollte niemand für Colbrelli die Kastanien aus dem Feuer holen und so konnte der 35-Jährige rund 70 Meter Vorsprung herausfahren. Dann aber setzte der beste Sprinter in der Gruppe zum Spurt an. “Colbrelli kam auf der Ziellinie so schnell vorbei, ich hatte meine Hände schon fast in der Luft und erschrak dann“, beschrieb der Rundfahrer die letzten Meter. Am Mittwoch hatte er als Topfavorit noch mit Platz 10 im Zeitfahren enttäuscht. “Nach dem schlechten Rennen von gestern schlage ich heute gut zurück“, freute er sich im Flash-Interview. In der Gesamtwertung steht er durch die Bonussekunden nur noch fünf Sekunden hinter Ion Izagirre (Astana – Premier Tech), der nach wie vor der beste Klassementfahrer in der Gesamtwertung ist.

Pöstlberger schien im letzten Anstieg nie Probleme zu haben und verteidigte sein Gelbes Trikot. “Wir hatten nicht geplant das Trikot zu verteidigen. Natürlich wollten wir aber unsere Kapitäne vorn halten“, erklärte der Österreicher, der weiter eine Sekunde vor Alexey Lutsenko (Astana – Premier Tech) liegt. Kasper Asgreen (Deceuninck – Quick-Step) rückte drei Sekunden näher und Izagirre folgt weiterhin auf neun Sekunden. Von den Favoriten auf den Gesamtsieg ließ sich niemand überraschen. Am Freitag erwartet Pöstlberger einen neuen Träger des gelben Kleinods. “Morgen konzentrieren wir uns nur auf die Kapitäne. Ich werde für Patrick und Wilco arbeiten“, so der 29-Jährige.

Ilan van Wilder (DSM) konnte nach einem Sturz dem Feld zwischenzeitlich nicht mehr folgen, letztendlich schaffte er aber den Sprung in die erste Gruppe. Matthew Holmes (Lotto Soudal verteidigte das Bergtrikot und Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) behauptete mit seinem dritten zweiten Platz das Punktetrikot.

So lief das Rennen

Nach rund zehn Kilometern bildete sich eine starke Spitzengruppe. Mit Asgreen hatte sich der Dritte der Gesamtwertung abgesetzt. Zu ihm hatten sich Tim Wellens (Lotto Soudal), Jasper Stuyven, Ryan Mullen, Julien Bernard (alle Trek – Segafredo), Cyril Gautier (B&B Hotels – KTM) und Tsgabu Grmay (BikeExchange) gesellt. Asgreen sicherte sich den Zwischensprint und die dazugehörigen drei Bonussekunden, wodurch er sich dem Spitzenreiter in der Gesamtwertung auf sechs Sekunden näherte. Die Anwesenheit des Dänen sorgte aber auch dafür, dass die Gruppe nicht weit weggelassen wurde und bereits 52 Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt wurde.

Die nächsten 16 Kilometer kennzeichneten sich durch hohes Tempo viele erfolglose Attacken. Dann setzte sich Sven Erik Bystrøm (UAE Emirates) ab. Dem Norweger wurden 90 Sekunden geschenkt, bevor sich zunächst Ineos Grenadiers und dann Bahrain Victorious vor dem Feld einreihten. Kurz vor der finalen Steigung 14 Kilometer vor dem Ziel wurde auch er wieder eingefangen.

Am steilen Col de Barbe Bleue blieb es weitesgehend ruhig. Lawson Craddock (EF Education – Nippo) attackierte 13 Kilometer vor dem Ziel, kurz vor der Kuppe probierte es auch Quentin Pacher (B&B Hotels – KTM). Während der Franzose in der Abfahrt schnell vom Feld geschluckt wurde hielt sich der US-Amerikaner bis 2,4 Kilometer vor dem Ziel vor dem Peloton.

Nach einer Haarnadelkurve 1000 Meter vor dem Ziel attackierte Thomas. Die dezimierte Bahrain-Mannschaft hatte Mühe den Ausreißer zu stellen. Colbrelli setzte früh zum Sprint an und kam auf der Ziellinie neben den Briten. Das Fotofinish zeigte aber, dass der Waliser eine halbe Radlänge ins Ziel rettete.

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