Drei schwere Stürze in diesem Jahr

Tony Martin: “Warum es mich immer trifft, weiß ich nicht“

Von Joachim Logisch aus Carcassonne

Foto zu dem Text "Tony Martin: “Warum es mich immer trifft, weiß ich nicht“"
Tony Martin (Jumbo - Visma) | Foto: Cor Vos

09.07.2021  |  (rsn) - Nach seinem schweren Sturz während der 11. Etappe der 108. Tour de France ist Tony Martin (Jumbo - Visma) wieder zuhause in Kreuzlingen am Bodensee angekommen. Seine Mutter Bettina und ihr Mann haben ihn in Frankreich mit ihrem Wohnmobil abgeholt.

"Es waren zehn Stunden Fahrt. Aber das war für mich die beste und bequemste Lösung. Die beiden wollten mich bei der Tour besuchen und standen unterhalb des Mont Ventoux", erzählte Martin radsport-news.com am Telefon. Bis zum Standplatz der Mutter kam er nicht mehr. Etwa 30 Kilometer nach dem Start war er von einer Welle im Feld erfasst und eine etwa zwei Meter tiefe Böschung hinab geschleudert worden. Martin: "Es gab keine Auslaufzone, sondern es ging gleich runter und wohl auch gegen einen Felsen. Deshalb auch die bösen Blessuren."

Der Deutsche Zeitfahrmeister zog sich Verletzungen im Gesicht, am Knie und am Ellbogen zu, der im März nach seinem Sturz bei Paris-Nizza erst operiert worden war. Damals wir ihm eine Platte eingesetzt worden. "Die Narbe ist nun wieder aufgebrochen", schilderte Martin das erneute Desaster nach seinem dritten Sturz in diesem Jahr. Während der 1. Tour-Etappe war er mit dem "Allez Omi-Opi", Schild kollidiert, das eine Frau zu weit in die Straße gehalten hatte. "Die heftigen Stürze häufen sich. Das war wieder ein heftiger Einschlag", sagte Martin, ohne einen Grund dafür nennen zu können. "Warum es mich immer trifft, weiß ich aber nicht. Die Auswirkungen sind schon bitter."

Am Montag noch ein Zahnarztbesuch

Das Ende der Triumphfahrt seines ehemaligen Teamkollegen Nils Politt (Bora – hansgrohe) hatte er im TV verfolgen können. "Das hat mich natürlich für Nils gefreut", sagte der viermalige Zeitfahrweltmeister, der schon wieder seine Rückkehr aufs Rad plant. Martin: "Solange nichts gebrochen ist, geht das auch bald wieder. Ich muss sehen, wie ich mich mit den vielen Verbänden fühle."

Martin ist bekannt dafür, dass er auf die Zähne beißen und nach Verletzungen schnell wieder ins Training zurückkehren kann. Wobei ihm "beißen" noch schwer fällt.  "Die Frontzähne haben ein leichtes Spiel. Aber sie werden auch wieder festwachsen. Zur Sicherheit gehe ich aber am Montag noch mal zum Zahnarzt", sagte der 36-Jährige.

Weitergehendere Pläne hat er noch nicht: "Wann ich wieder starte, muss ich mit dem Team besprechen", sagte Martin.

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