Stimmen zur 15. Tour-Etappe

Van Aert: “Denke, unsere Taktik war nicht allzu schlecht“

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Wout Van Aert (Jumbo - Visma) | Foto: Cor Vos

11.07.2021  |  (rsn) - Wir sammeln für Sie nach jeder Etappe der 108. Tour de France die ersten Kommentare der Protagonisten, die Sie kurz nach dem Zieleinlauf hier nachlesen können.

Sepp Kuss (Jumbo - Visma / Etappensieger):"Mir fehlen die Worte. Um ehrlich zu sein, musste ich bei dieser Tour bisher sehr viel leiden. Es fühlte sich so an, als hätte ich zu wenig Power in den Beinen. Natürlich wusste ich, dass die Etappe heute dort zu Ende geht, wo ich lebe. Entsprechend motiviert war ich für die Etappe. Und endlich hatte ich auch wieder richtig gute Beine. Ich bin glücklich. Meine Freundin und ihre Familie standen am letzten Anstieg, habe mich angefeuert. Und natürlich möchte ich meine Eltern daheim grüßen. Ich habe sie jetzt schon lange nicht mehr gesehen. Es war ein harter Tag in der Fluchtgruppe. Ich kannte den letzten Anstieg sehr gut, auch wenn ich ihn im Training nicht so oft fahre – eben weil er so hart ist. Ich wusste, dass der Anstieg vor allem zu Beginn schwer sein würde. Wenn ich dort attackieren und eine kleine Lücke haben würde, dann könnte es auch bis zum Schluss reichen, so meine Überlegung."

Tadej Pogacar (UAE Team Emirates / Gelbes Trikot):"Es war ein wirklich harter Tag, der letzte der zweiten Woche. Deshalb haben wir Attacken erwartet. Ineos hat ziemlich früh ein hohes Tempo angeschlagen, aber ich fühlte mich gut und hatte keine Sorge vor dem letzten Anstieg. Also bin ich den Anderen einfach gefolgt und es war okay. Ich war nicht allzu sehr besorgt, weil ich wusste, dass ich mich gut fühle. Die Jungs haben mich davor sehr gut beschützt. Und ich hatte alles, was ich brauchte. Ich bin wirklich froh, dass der Vorsprung nicht kleiner wurde. Denn heute war sicher einer der heißesten Tage und ich habe mich gut gefühlt. Deshalb freue ich mich wirklich auf die nächste Woche. Ich hoffe, dass ich morgen so lange schlafen kann, dass ich vom Bett Schmerzen bekomme."

Wout Poels (Bahrain Victorious / neuer Träger Bergtrikot):"Ich denke, es ist heute ganz gut gelaufen. Ich hatte aber an allen Anstiegen zu kämpfen. Die Bergwertungen waren heiß umkämpft und ich bin wirklich glücklich, wie es für mich ausgegangen ist. Ich denke, Wout Van Aert wird ein harter Gegner sein im Kampf um das Bergtrikot. Die letzte Woche wird sehr hart und mein Ziel ist es jetzt, bis zum Schluss um das Bergtrikot zu kämpfen. Erstmal freue ich mich aber, am Ruhetag meine Batterien etwas aufladen zu können."

Alejandro Valverde (Movistar / Etappenzweiter):"Heute haben wir etwas mehr Freiheiten bekommen und ich konnte in die Fluchtgruppe gehen. Und wenn man einmal dort ist, dann will man auch die Etappe gewinnen. Aber es natürlich auch sehr schwierig, aus einer solchen Gruppe heraus zu gewinnen. Mit Platz zwei bin ich zufrieden, auch wenn der Sieg natürlich viel schöner gewesen wäre. Die Attacke von Kuss war sehr stark und dann die Lücke von 15 bis 20 Sekunden zu schließen, war sehr kompliziert. Er kennt den Berg bergauf und bergab auswendig, er ist perfekt gefahren. In einigen Kurven bergab bin ich an mein Limit gegangen, weil ich gewinnen wollte. Aber noch wichtiger war es mir dann, nicht noch zu stürzen. Auf einer solchen Abfahrt kann man sich echt wehtun."

Jonas Vingegaard (Jumbo - Visma / Gesamtdritter):"Der Plan war, ein paar Jungs in der Ausreißergruppe zu platzieren, dass sie sich zurückfallen lassen hätten können, wenn ich ernsthafte Schwierigkeiten bekommen hätte. Unser Plan ging perfekt auf, Sepp gewann die Etappe, Wout (Van Aert) und Steven (Kruijswijk) haben sich in den richtigen Momenten zurückfallen lassen, so dass ich nie in Problemen war und genug Unterstützung hatte. Was ein Tag für uns. Ich freue mich für Sepp, er ist ein toller Kerl. Er lebt hier in Andorra, ich denke, das ist für ihn etwas Besonderes."

Wout Van Aert (Jumbo - Visma / Ausreißer + Teamkollege Sepp Kuss):"Ein perfekter Tag für uns. Für Sepp, der in Andorra lebt, war es der bestmögliche Etappensieg bei dieser Tour, vielleicht sogar in seiner Karriere. Er arbeitet sonst immer für die anderen, entsprechend freue ich mich für ihn. Eigentlich sah unser Plan vor, einen Mann mehr noch bei Jonas zu haben und zwei Mann in eine große Fluchtgruppe zu schicken. Immer mit dem Hintergedanken, dass man ihm dann im Finale noch helfen kann. Es war letztlich eher aus Versehen, dass wir zu Dritt in der Fluchtgruppe waren. Über den Funk haben wir aber gehört, dass Mike (Teunissen) einen großartigen Job gemacht hat und ihm fast den ganzen Tag geholfen hat. Im Finale haben wir entschlossen, uns dann zurückfallen zu lassen, wenn es in der Favoritengruppe zur Sache geht. Ich denke, unsere Taktik war nicht all zu schlecht."

Simon Geschke (Cofidis / Teamkollege vom zurückgefallenen Guillaume Martin):Guillaume hat gestern viel investiert und heute entsprechend gelitten, hat heute nicht die besten Beine gehabt. Nach seinem Ritt von gestern ist das verständlich. Mal schauen, wie zufrieden Guillaume ist, wie er sich fühlt, dann machen wir einen Plan für die dritte Woche. Ich war lange dabei, Ineos hat irgendwann das Rennen gesprengt, dann war für mich auch irgendwann Schluss. Wenn man wie Guillaume am Anschlag ist, kann man auch bergab den Anschluss verlieren, weil man dann nicht ganz so die Konzentration hat. In so einem Zustand trifft man nicht jede Ideallinie und hat man dann erst mal 10, 20 Meter Rückstand, bekommt man die Lücke nicht so einfach zu.

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